MotoGP-Zeittraining, Silverstone: Rekordjagd endete mit Bezzecchi auf P1!
Im Finale des MotoGP-Zeittrainings auf der legendären GP-Piste von Silverstone fuhr sich die Elite der Königsklasse in einen Rausch. Die Bestmarke setzte beim Comeback Marco Bezzecchi. Marc Marquez 6.
Es war bereits 16 Uhr in England, als sich die Elite der MotoGP auf die einstündige Mission des wichtigen Zeittrainings begab. Kaum besser hätten die Bedingungen sein können. Unter strahlend blauem Himmel ging es bei 23 Grad Lufttemperatur daran, die Top-10 und damit die Teilnehmer des zweiten Qualifyings zu definieren.
Das Zeittraining zum britischen GP ging dort weiter, wo das freie Training geendet hatte – mit einem bestens aufgelegten Alex Marquez an der Spitze. In seiner zweiten Runde hatte sich der Gresini-Pilot mit 1:58,201 min dem Rundenrekord (aufgestellt von Fabio Quartararo) bereits um weniger als eine Sekunde angenähert. Dahinter ging es eng zu: Plus 0,032 für Bezzecchi, plus 0,072 sec für die nächste Aprilia unter Raul Fernandez.
Acosta, Martin, Di Giannantonio, Bastianini und Miller lagen nach dem ersten Schlagabtausch allesamt innerhalb von 0,48 Sekunden. Marc Marquez, der sich zu Beginn der Session bei Bruder Alex angehängt hatte, aber nicht folgen konnte, tauchte nach einem Drittel der Session lediglich auf Position 9 auf.
Interessant auch die Zusammensetzung am anderen Ende des Feldes. Ganz hinten standen bis zur Halbzeit die Rookies Razgatlioglu (Yamaha) und Moreira (Honda). LCR-Ersatzfahrer Cal Crutchlow war auf Rang 19 auch schneller als Pol Espargaro und Yamaha-Wildcard Augusto Fernandez. Direkt vor Crutchlow, der nächste Ersatzfahrer, Iker Lecuona, der in England für Fermin Aldeguer (Gresini) unterwegs ist.
Erstaunlich: Bis kurz vor Halbzeit führten mit Alex Marquez und Marco Bezzecchi zwei Piloten die Konkurrenz an, die sich selbst nach Verletzungen noch alles andere als topfit bezeichnen. Dann übernahm ein komplett gesunder Pilot das Kommando. Raul Fernandez kam als erster Pilot in den Bereich von 1:57 min. Während Morbidelli mit einer 1:57,898 auf Rang 2 folgt, steigerte sich der Weltmeister «MM93» auf Rang 5. Nach genau 30 Minuten ging es zurück auf 6, denn Ai Ogura hatte die zweite Kunden-Aprilia auf Position 4 gesteuert. 1:57,628 min später lag der Japaner an der Spitze – Doppelspitze für Trackhouse Racing.
Breites Grinsen auch in der Gresini, denn Ersatzpilot Lecuona hatte sich mit einer Zeit von 1:58,4 min ebenfalls in die Top 10 gefahren. Und auch Marc Marquez fand Zeit. Noch bevor es in die Schlussphase auf weichen Reifen ging, schob sich der Champion auf Platz 3 und war damit nur noch 0,179 sec hinter der Bestzeit. Als sich kurze Zeit später auch Bagnaia als Vierter ins Spiel brachte, rangierten zwei Kunden-Aprilia vor zwei Werks-Ducati-GP26 in Rot.
Als die letzte Viertelstunde eingeläutet wurde, beschleunigte Pedro Acosta in Richtung Top 3. Teamkollege Brad Binder versuchte zu folgen und rutschte aus. Acosta zog durch und war nach einer 1:57,675 min nun Zweiter. Der nächstjährige Teamkollege von Marc Marquez prügelte noch mehr aus der KTM und ging an die Spitze.
Doch die hielt nur Sekunden. Alex Marquez unterbot den jungen Landsmann und verpasste den Rundenrekord nur um einen Wimpernschlag. Nicht so der große Bruder. Marc Marquez landete bei 1:57,035 min und war damit Rekordfahrer. Doch die Jagd ging weiter. Fabio Di Giannantonio übernahm – 1:56,976 min. Keine Minute später ging die Fackel weiter an den vormaligen Spitzenreiter Ai Ogura. Dessen 1:56,810 min hielt – bis zwei Minuten vor der Flagge, dann schlug Raul Fernandez zu: 1:56,615 min.
Den größten Hammer aber packte ein Aprilia-Werksfahrer aus. Marco Bezzecchi hatte das perfekte Timing und lieferte eine Traumrunde ab. 1:56,280 min – damit war der Italiener, der den letzten GP mit gebrochenem Schlüsselbein vorzeitig verlassen hatte, wieder an der Spitze.
Fabio Di Giannantonio verhinderte als Dritter den kompletten Aprilia-Triumph. Hinter Martin und Ogura landete Marc Marquez als Sechster sicher im Q2.
Im Finale flog noch Pecco Bagnaia in Kurve 6 ab. Der Doppelweltmeister blieb unversehrt, fiel aber in den letzten Minuten aus den Top 10. Auch Pedro Acosta überstand die Session nicht ohne Kratzer. Den Red-Bull-Athleten erwischte es in Kurve 4, er rettete sich als Zehnter aber ins Q2.
Spät setzten sich auch die Athleten der japanischen Projekte in Szene. Joan Mir stürmte noch auf Position 8, Yamaha-Pilot Jack Miller schaffte Rang 9 und brachte damit alle Hersteller in die Top 10. Ganz hinten landete das Yamaha-Duo Razgatlioglu und Fernandez. Cal Crutchlow beendete das Zeittraining vor heimischer Kulisse auf Rang 20.
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