Gewagte Prognose: WM-Leader Kimi Antonelli in Zukunft wie George Russell
Die Art, wie Kimi Antonelli auf der Strecke agiert, unterscheidet sich klar von der seines Teamkollegen George Russell, sagt Thierry Boutsen. Der GP-Veteran ist sich sicher: Das wird sich noch ändern.
Kimi Antonelli reitet auf einer Erfolgswelle: Der junge Mercedes-Pilot feierte vor der Sommerpause sechs GP-Siege und verabschiedete sich mit einem Vorsprung von 50 Punkten auf Lewis Hamilton und 59 WM-Zählern auf seinen Teamkollegen George Russell als WM-Leader in die Sommerpause.
Der Teenager aus Bologna geht auf der Strecke entschlossen vor – und manch ein Beobachter bezeichnet seine Herangehensweise als aggressiv. George Russell wird hingegen als besonnener Fahrer wahrgenommen, obwohl auch der Routinier im Werksteam des deutschen Autobauers im Duell keine Gefangenen macht, wie er etwa in in Kanada gezeigt hat.
Für Thierry Boutsen steht fest: das Alter spielt dabei eine grosse Rolle. Er glaubt: Der erst 19-jährige Italiener wird im Laufe der Jahre reifen. Im Expertengespräch von «Formula1.com» sagt der Belgier: «Ich denke, wenn man auf George in seiner ersten Formel-1-Saison zurückblickt, dann sieht man, dass er genauso aggressiv wie Kimi war. Aber er hat viel dazugelernt, er hat sich beruhigt und ist reifer geworden. Er fährt nun ganz anders. Und ich glaube, dass Kimi in drei, vier Jahren genauso sein wird.»
Boutsen glaubt: Russell wird sich wieder an der Spitze zurückmelden
«Sein Fahrstil wird sich sicher vom heutigen unterscheiden, momentan ist er sehr aggressiv, nutzt jede einzelne Chance, auch wenn er dabei einige Male neben die Bahn gerät, wie etwa in Kanada. Sie stehen an ganz unterschiedlichen Punkten ihrer Karriere, das erklärt den Unterschied. Und was die Zukunft angeht, weiss ich nicht, wer sich durchsetzen wird. Es ist schwer zu sagen, sie sind beide sehr, sehr gute Fahrer», erklärt der dreifache GP-Sieger.
Boutsen ist überzeugt, dass Russell wieder in die Erfolgsspur zurückfinden wird: «Es ist ganz normal, dass es in der Karriere solche Phasen gibt, in denen alles sehr gut läuft, und dann verliert man plötzlich ein bisschen das Selbstvertrauen. Das Auto hat ein Problem, dann verliert man noch mehr Selbstvertrauen und durchläuft eine Phase, in der alles schiefgeht. George wird auf jeden Fall zurückschlagen. Sobald er die Chance dazu bekommt, wird er sich zurückmelden. Fahrer durchleben solche Momente des Zweifels , und Kimi wird es in dieser Hinsicht nicht anders ergehen. Vielleicht nicht in diesem Jahr, vielleicht im nächsten, vielleicht erst in zwei Jahren – wir werden sehen.»
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