SSP-WM-Regeln umgeschmissen: Viel Zusatzarbeit für KTM, Folger & Grünwald
Zwei Tage war KTM mit seinem Testteam und der neuen 990 RC R im Autodrom Most unterwegs, um sich auf den Einstieg in die Supersport-WM vorzubereiten. Carsten Freudenberg über den Stand der Dinge.
Wie SPEEDWEEK.com berichtete, bekommt die Supersport-WM für 2027 ein neues technisches Reglement,
KTM und das Team Freudenberg, schon das ganze Jahr damit beschäftigt
«Unser Hauptfokus liegt jetzt darauf, dass das neue Reglement weniger Leistung vorschreibt», verdeutlichte Teamchef Carsten Freudenberg im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com. «Im vergangenen Jahr und über den Winter haben wir alles ausgerichtet auf das bisherige Reglement, jetzt mussten wir unser Projekt anpassen. Der Motor ist anders, das Elektronik-Mapping auch – wir müssen alles auf weniger Leistung ausrichten. Wir arbeiten daran, bis zum Jahresende WM-tauglich zu werden, aber 100-prozentig sagen lässt sich das nicht.»
Luca Grünwald war viele Jahre Testfahrer von KTM und weiß, wie man so etwas angeht.carsten freudenberg
Um maximale Informationen zu generieren, ließ Freudenberg in Tschechien Folger und Grünwald fahren und arbeitete auch mit zwei Crew-Chiefs. «Mit zwei getrennten Mannschaften konnten wir voneinander unabhängige Daten und Eindrücke sammeln», schilderte der Sachse. «Luca hat uns neues Feedback gegeben. Er war viele Jahre Testfahrer von KTM und weiß, wie man so etwas angeht und mit welcher Struktur man das machen muss. Er kennt auch das Motorrad von vor zwei Jahren, als die Entwicklung begann – er hat damals maßgeblich daran mitgearbeitet. Er konnte uns die über die zwei Jahre gemachten Fortschritte sagen und hat uns Tipps gegeben, wo wir uns verbessern können. Gerade was die Geometrie und die Federelemente betrifft.»
Andere Elektronik zieht viel nach sich
Wer meint, KTM bräuchte durch die Regeländerung keinen Racing-Kit mehr, weil die 990 mit ihren 128 PS im Serienmodell bereits über die zukünftige Nennleistung verfügt, der denkt nicht weit genug. «Es geht ja auch um Drehmomentverläufe und wir müssen mit einer anderen Elektronik als im Serienmotorrad fahren», erklärte Freudenberg. «Das Serienbike hat eine Elektronik aus dem Hause KTM und in der WM ist eine Einheitselektronik von MecTronic vorgeschrieben. Für diese gibt es dann ein Mapping, das von der FIM homologiert wird und für alle Teams des Herstellers zugängig sein muss. Das muss alles ausgearbeitet werden, weil MecTronic in der Motorbremse oder bei anderen Einstellungen wie den Lambdawerten anders funktioniert. Hinzu kommt, dass wir mit einem anderen Auspuff von Akrapovic fahren – die Peripherie des Motors für die Rennstrecke ist eine andere als in einem Serienbike. Das wird ausgereift und ans Limit gebracht, wie es jeder andere Hersteller auch macht.»
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