Kein Podium in Silverstone? Ai Ogura (5.) dämpft die Erwartungen
Ein Jahr nach seinem schweren Highsider in Silverstone durchbrach Ai Ogura als erster MotoGP-Fahrer die 1:57er-Marke. Trotz starker Trainingsleistung war der Trackhouse-Aprilia-Pilot nicht euphorisch.
Wie sein Trackhouse-Teamkollege Raul Fernandez schaffte auch Ai Ogura am Freitag in Silverstone den Sprung in die Top-10 und damit ins Q2. In 1:56,810 min war der Japaner sogar der erste Fahrer des Wochenendes, der die 1:57er-Schallmauer durchbrach. Am Ende stand die fünftbeste Zeit des Tages zu Buche.
Ins Schwärmen geriet Ogura nach den Freitagstrainings nicht: «Es war akzeptabel», analysierte der wortkarge Japaner seine Leistung. «Die Rundenzeit war okay, und ich habe den ersten Tag als Fünfter beendet – gut.» Auf die Nachfrage, was seiner Meinung nach keine akzeptable Leistung gewesen wäre, wurde er präziser. «Eine Rundenzeit, die nicht für die Top-10 reicht.»
Silverstone ist für den Aprilia-Piloten mit unangenehmen Erinnerungen verbunden. Im Vorjahr war er im ersten freien Training in Kurve 2 per Highsider hart auf dem Asphalt gelandet und hatte sich eine Fraktur des oberen rechten Schienbeinkopfes zugezogen. Der damalige Rookie musste das Wochenende abbrechen und wochenlang pausieren. Zwar habe er wenig Streckenkenntnis, doch die Erfahrungen aus dem letztjährigen FP1 habe er dennoch nutzen können.
Bei Ai Ogura ist Tiefstapeln angesagt
Vor der Sommerpause fuhr Ogura dreimal aufs Podium, er erzielte in Assen seinen ersten GP-Sieg. Erstaunlich: Er holte 117 Punkte seit Mugello, nur Marc Marquez (Ducati) sammelte mit 133 Zählern mehr als der Trackhouse-Pilot. Der 25-Jährige senkte die Erwartungen für Silverstone: «Ich erwarte nicht, am Sonntag in den Top-3 zu landen.» Er hofft, dass das Wetter stabil bleibt und rechnet sich ein Ergebnis in den Top-6 aus.
Auffällig war, dass Ogura am Freitag größtenteils allein unterwegs war. Auf die Frage, wie er die Konkurrenz einschätze, gab er keine Antwort. Das Public-Viewing-Event der MotoGP am Donnerstag in London hat er positiv in Erinnerung behalten: «Ich sah glückliche Leute, es war gut.»
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