Mehr als das Bike hergibt: Joan Mir zog verblüfft an Marquez vorbei auf P6!
Während des MotoGP-Sprintrennen von Le Mans war Joan Mir in ein Duell mit Yamaha-Ass Fabio Quartararo verstrickt. Der Zweikampf führte dem Champion von 2020 die Schwachpunkte seiner Honda vor Augen.
Startplatz 7 am Ende der Qualifikation für Joan Mir, Platz 6 beim Zieleinlauf des Sprintrennens in Le Mans - in beiden Fällen als beste Honda. Das erste freie Training und das wichtige Zeittraining am Freitag hatten noch darauf hingedeutet, dass der Kurs an der Sartre der Honda mit Joan Mir, Luca Marini und Johann Zarco liegen könnte, doch spätestens im Sprintrennen lösten sich diese Hoffnungen in Wohlgefallen auf. Am Samstagnachmittag war der Spanier der einzige Pilot auf einer RC213V, der das ganze Rennen über in den Punkterängen zu finden war.
Dass es ein frustrierender Kampf gewesen sei, sein Motorrad auf dem sechsten Rang über die Ziellinie zu bringen, das ließ der Spanier im Anschluss an das Sprintrennen durchblicken: «Dieser sechste Platz war hart genug erkämpft, auch wenn wir uns natürlich mehr erhoffen. Es war ein besseres Ergebnis, als unser Motorrad eigentlich hergibt!» Und – was vor nicht Zeit noch unmöglich schien: Joan Mir arbeitete sich Marc Marquez heran und zog zügig aus eigener Kraft vorbei!
Der Mallorquiner sieht die japanische Traditionsmarke, die sich sukzessive in Richtung Spitze des Feldes zurückzuarbeiten schien, dennoch in einer Staganation: «Wir sind im Normalfall im Kampf um die Plätze 6, 7 oder vielleicht Platz 5 mit dabei, ohne zu viel riskieren zu müssen. Wenn vorn jemand ausfällt, dann haben wir das Zeug zu mehr.» Die Schwachstellen seines Arbeitsgerätes sind ausgemacht: «Das Dringendste, was wir tun müssen, ist, die Traktion zu verbessern.»
Das bekam Mir im Sprintrennen vor Augen geführt. Anschauungsunterricht, wie unterschiedlich die Charakteristika der aktuellen MotoGP-Generation ausgeprägt sein können, bekam der Mann mit der Nummer 36 obendrein - von Lokalmatador Fabio Quartararo und dessen aktueller Yamaha-M1-Generation. Den Franzosen hatte der Honda-Werksfahrer den Großteil des Sprintrennens vor sich und fuhr 2 Zehntelsekunden hinter ihm über die Ziellinie: «Aus der Kurve heraus war er besser, auf den Geraden kam ich näher und konnte besser anbremsen, er konnte aber durch die Kurven hindurch mehr Geschwindigkeit mitnehmen. Es war ein guter Kampf! Unsere beiden Motorräder sind zwei Extreme.»
Die RC213V lasse für den Weltmeister von 2020 verlässliches Gefühl vermissen: «Das ist der Grund, weshalb es für mich so schwierig ist, auf allen Kursen sofort konstant fahren zu können. Und letztlich ist es der Grund, weshalb ich nur wenige Punkte habe.» Ein Verweis darauf, dass der Spanier regelmäßig Punkte durch Stürze im Kiesbett versenkt. In neun Rennen der laufenden Saison kam der 28-Jährige bislang fünf Mal nicht ins Ziel.
Bescheidene acht WM-Zähler hat der Spanier in Summe auf dem Konto und liegt damit 19 Punkte hinter Teamkollege Luca Marini. LCR-Honda-Rookie Diogo Moreira ist mit 10 Punkten direkt vor Mir auf WM-Platz 17 platziert.
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