Die Konkurrenz zieht den Hut, Storm Stacey gewinnt das North West 200
Weil Storm Stacey, dessen Markenzeichen ein schwarzer Zylinderhut ist, zum Abbruch des zweiten Superbike-Rennens die Nase vorne hat, geht der Sieg ihn. Dean Harrison bleibt beim NW200 weiter sieglos.
Mit großer Spannung wird das Hauptrennen, das North West 200, von den Piloten, den Teams und den Road-Racing-Fans erwartet. Dem Abschluss der Veranstaltung wird die größte Aufmerksamkeit zuteil und zählt deswegen in der Wertigkeit auch mehr als die anderen Superbike-Rennen, die davor in der Woche ausgetragen werden. Es gibt keinen Fahrer, der sich hier nicht in die Liste der Sieger eintragen möchte.
Im Vorjahr sicherte sich Davey Todd den ersten Platz vor Dean Harrison und Alastair Seeley. Ihm wurde heuer allerdings die Starterlaubnis entzogen, nachdem die Ärzte nach seinen schweren Verletzungen, die er sich in Daytona bei einem Sturz in die Begrenzungsmauer zugezogen hatte, angezweifelt haben, dass er bereits fit genug ist, an einem körperlich so anspruchsvollen Rennen teilzunehmen.
Die Liste der Favoriten ist lang. Irwin will weiterhin ungeschlagen bleiben. Bei den zwölf Superbike-Rennen, an denen er teilgenommen hat, hat es niemand geschafft, vor den Zielstrich zu überqueren. Für Harrison ist es dieses Jahr die letzte Chance, doch noch ein Rennen zu gewinnen. Michael Dunlop und Peter Hickman wollen so und so jedes Rennen an erster Stelle beenden und mit Stacey Storm könnte ein Newcomer für eine Überraschung sorgen.
Storm sorgt mit einem ambitionierten Ausbremsmanöver im York Corner, dass Irwin von der Ideallinie kommt und weit zurückfällt. Bei einem Sechs-Runden-Rennen gibt es genügend Möglichkeiten, den Rückstand wieder wettzumachen, vor allem, wenn man wie Irwin auf einer Ducati sitzt. Es ist auch Stacey, der vor Harrison und Irwin aus dem ersten Umlauf als Führender zurückkommt. Dunlop wird an der siebenten Stelle geführt.
Das erst 23-jährige Talent zeigt keinen Respekt vor den großen Namen und tanzt den arrivierten Road-Racing-Assen nach Belieben auf der Nase herum. Auch die zweite Runde beendet er an der ersten Stelle, allerdings hat er jetzt Irwin im Nacken. Hickman hat sich hinter Harrison an die vierte Position geschoben. Zum Entsetzen der Fans steuert Publikumsliebling Dunlop die Box an und beendet das Rennen vorzeitig.
Unverändertes Bild an der Spitze. Stacey führt bei Halbzeit vor Harrison, Irwin, Hickman und Josh Brookes. Nur eineinhalb Sekunden trennen die Top-5. Alles rechnet mit einem Abbruch, weil Streckenposten an einer gefährlichen Stelle auf der Strecke stehen, um die mit hoher Geschwindigkeit heranbrausenden Fahrer vor einer Ölspur auf der Ideallinie zu warnen. Es dauert lange, bis sich die Rennleitung zum Abbruch durchringen kann.
Die Offiziellen unternehmen alles, dass das Rennen mit einem Restart wieder aufgenommen werden kann. Sie versuchen die breite Ölspur zu beseitigen, aber alle Anstrengungen sind vergeblich. Nach mehr als einer Stunde entschließt man sich das Ergebnis nach drei Runden zu bestätigen und Stacey vor Harrison und Irwin zum Sieger des unterhaltsamen Rennens zu erklären. Damit endet auch die unglaubliche Serie von Irwin.
Für Julian Trummer nahm die Veranstaltung ein versöhnliches Ende. Der Österreicher, der im Training früh von einem technischen Problem an seinem Motorrad eingebremst wurde und er deshalb am Ende des Feldes ins Rennen gehen musste, zeigte eine Aufholjagd, kam als 20. in die Wertung. Der Schweizer Yamaha-Pilot beendete sein North-West-200-Abenteuer mit einem 34. Platz.
Pos.
Name
Motorrad
1.
Storm Stacey (GB)
BMW
2.
Dean Harrison (GB)
Honda
3.
Glenn Irwin (GB)
Ducati
4.
Peter Hickman (GB)
BMW
5.
Josh Brookes (AUS)
Honda
6.
Ian Hutchinson (GB)
BMW
7.
John McGuinness (GB)
Honda
8.
Mike Browne (IRL)
Honda
9.
Carl Phillips (GB)
BMW
10.
Michael Evans (GB)
Honda
20.
Julian Trummer (A)
BMW
34.
Olivier Lupberger (CH)
Yamaha
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