Zarco zurück in der Realität: Vibrationen und null Punkte im Le Mans-Sprint
Nach einem fabelhaften Auftakt wandte sich das MotoGP gegen Frankreichs MotoGP-Held. Johann Zarco musste sich im Rennen über die kurze Distanz sogar Rookie-Teamkollege Diogo Moreira ziehen lassen.
Noch einen Tag zuvor stand Le Mans wieder Kopf. Honda-Pilot Johann schickte sich an, seinem sensationellen GP-Sieg aus dem Vorjahr weitere Heldentaten folgen zu lassen. Der Racer aus dem Süden des Landes hatte im Zeittraining die Konkurrenz geschlossen hinter sich gelassen. Doch obwohl die äußeren Bedingungen am Sprint-Samstag vergleichbar waren, wollte nun nur noch wenig zusammenpassen.
Mitauslöser war das FP1, als Zarco kurz vor Schluss ausrutschte. Damit bekam das bis dato große Vertrauen in die RC213V einen kleinen, aber entscheidenden Knacks. Zarco: «Dieser Tag hat wieder einmal gezeigt, wie fragil das ganze System ist. Es wollte sich schon im FP1 nicht das gleiche Gefühl einstellen, das ich am Ende des Zeittrainings herausgefahren hatte – es war einfach nicht da. So bin ich nicht einmal im Qualifying auf meine Zeit vom Freitag gekommen.»
Schnellster Franzose war damit nicht mehr Zarco, sondern Yamaha-Pilot Fabio Quartararo. Der Veteran musste den Sprint von Position 11 aus in Angriff nehmen – der gleichen Ausgangsposition wie 2025. Doch bei trockenen Bedingungen war eine Aufholjagd nicht drin, auch weil die Technik nicht mitspielte, wie ein geknickter Honda-LCR-Athlet berichtete: «Das Glück war heute nicht auf meiner Seite. Nicht nur die Pace war nicht da, zudem hatte ich mit Vibrationen zu kämpfen. Es ist sehr lange her, dass ich das Problem hatte – in Le Mans dieses Jahr jedenfalls nicht. Es kam während des Rennens. Das Einlenken und Abbiegen in die Kurve wurden schwierig Ich habe so etliche Fehler und all das in Kombination war dafür verantwortlich, dass ich am Ende ohne Punkte geblieben bin.»
Fakt ist: Nach 13 Runden fehlten dem gefeierten Piloten knapp 12 Sekunden auf Sieger Jorge Martin, der nur eine Reihe vor Zarco losgefahren war. Für Platz 10 gab es keinen WM-Punkt. Bitter nach dem gloriosen Auftakt am Freitag – nur war Zarco der letzte der ins Ziel gekommenen Honda-Fahrer. Der junge Teamkollege Diogo, der am Freitag 19 Positionen hinter dem Altmeister lag, kam 24 Stunden später vor ihm über die Linie.
Aufgrund der schlechten Startposition sieht Johann Zarco auch für den Höhepunkt des Events am Sonntag nur geringe Chancen. Der 35-jährige Realist: «Sollte es auch beim GP trocken sein und ich zu meiner Pace zurückfinden, dann kann es bis auf Platz 7 nach vorne gehen. Regnet es, dann wird viel davon abhängen, wie viel Wasser auf der Piste ist. Wenn alles zusammenpasst, und ich keine Fehler machen, dann kann es schon wieder ein gutes Ergebnis geben», so Zarco – wohl auch mit einem Gedanken an 2025.
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