Di Giannantonio nach Schrecksekunde im MotoGP-Sprint: «Muss Franco danken!»
Fabio Di Giannantonio zeigte in Le Mans starke Pace, wurde im Sprint jedoch von einem miesen Start früh zurückgeworfen. Nach seinem Sturz sprach der VR46-Pilot zudem über die gefährliche Schikane.
Fabio Di Giannantonio gehörte beim MotoGP-Wochenende in Le Mans bis zum Sprintrennen zu den positiven Überraschungen im Ducati-Lager. Der VR46-Pilot glänzte im Qualifying mit Startplatz 4 und verpasste die Pole-Position um weniger als eine Zehntelsekunde. Im Sprint am Samstagnachmittag folgte allerdings die große Ernüchterung.
Bereits der Start verlief katastrophal. Di Giannantonio verlor in der Anfangsphase zahlreiche Positionen und kam nur als 13. aus der ersten Runde zurück. Kurz darauf büßte er eine weitere Position ein, ehe er zu Beginn der vierten Runde stürzte. Der Italiener setzte das Rennen zwar auf der letzten Position fort, steuerte seine Ducati aber eine Runde vor Rennende an die Box.
Zu kleines Arbeitsfenster beim Start
Nach dem Sprint analysierte der VR46-Pilot vor allem seine altbekannten Probleme beim Start. «Meine Position auf dem Motorrad ist im Vergleich zu den anderen wegen meiner Schmerzen und Verletzungen etwas anders. Deshalb ist es normal, dass ich meistens etwas schlechter starte als die anderen. Dazu kommt aber auch, dass ich bis heute nie den exakten Punkt gefunden habe, an dem die Kupplung greift. Das war für mich schon immer ein Problem», schilderte der Italiener.
Besonders schwierig sei dabei das extrem kleine Arbeitsfenster. «Sobald ich einen winzigen Fehler mache, kann das Resultat sofort richtig schlecht werden. Normalerweise starte ich okay, aber das Ergebnis kann dann extrem schlecht sein. Ich habe da einfach ein sehr kleines Fenster.»
Genau das sei in Le Mans passiert. «Heute hatte ich einen wirklich schlechten Start und danach habe ich versucht, meinen Rhythmus und meinen Weg im Feld zu finden. Aber im Sprint ist das nie einfach, weil alle mit weichen Reifen fahren und vom Start weg pushen wie im Qualifying. Deshalb ist es schwierig, einen Unterschied zu machen. Dann habe ich einen Fehler gemacht und dadurch wurde es ein schwieriger Sprint.»
Sturz in der Schikane: Morbidelli reagierte blitzschnell
Für einen Schreckmoment sorgte der Sturz in der Schikane. Da «Diggia» quer über die Fahrbahn schlitterte, musste der folgende Fahrer schnell reagieren. Franco Morbidelli konnte nur knapp ausweichen. Di Giannantonio zeigte sich danach erleichtert und dankbar.
«Franco hat einen unglaublichen Job gemacht. Ich muss mich wirklich bei ihm bedanken, denn diese Stelle ist extrem gefährlich. Einige Kurven auf manchen MotoGP-Strecken sind wirklich riskant. Als ich gestürzt bin, habe ich versucht, mich so gut wie möglich zu schützen. Dann habe ich Franco direkt neben mir vorbeifahren sehen. Da dachte ich nur: Heute ist ein großartiger Tag – nicht wegen des Ergebnisses, sondern weil sich niemand verletzt hat. Wir hatten wirklich Glück.»
Die Problematik der Schikane sei im Fahrerlager bekannt. «Wir wissen, dass man dort nach einem Sturz schnell wieder auf die Strecke oder in die Ideallinie rutschen kann. Ich weiß nicht, was man in Zukunft verbessern kann, aber solche Situationen passieren mit den Motorrädern dort ziemlich oft», bemerkte der Italiener.
Trotz des enttäuschenden Sprintverlaufs bleibt Di Giannantonio für den Grand Prix optimistisch – auch wenn Regen erwartet wird. «Die Ducati-Jungs haben an diesem Wochenende einige große Änderungen vorgenommen und sich verbessert. Wir wollen uns ebenfalls weiter steigern. Unser Paket ist wirklich sehr gut und einige Dinge funktionieren bereits etwas besser. Wenn es trocken ist, wollen wir morgen früh noch etwas ausprobieren. Falls das nicht möglich ist, denke ich trotzdem, dass wir ein starkes Paket haben, um zu kämpfen.»
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