SBK-Algorithmus unlogisch: Der größte Ducati-Gegner wurde ausgebremst
Bimota wurde nach starken Ergebnissen zu Beginn der Superbike-WM 2026 per Fuel-Flow-Limit eingebremst. Teammanager Guim Roda hinterfragt das aktuelle Reglement der Superbike-WM.
Die Bimota KB998 Rimini war zu Beginn der Superbike-WM 2026 der bisher stärkste Herausforderer der dominierenden Ducati-Piloten. Doch obwohl das von einem Kawasaki-Motor angetriebene Motorrad auf den Geraden sichtbar im Nachteil ist, wurde Bimota nach den starken Ergebnissen von Axel Bassani und Alex Lowes in Phillip Island und Portimao vom Reglement eingebremst.
Vor dem Rennwochenende in Assen reduzierten die Serienverantwortlichen der Superbike-WM –Motorrad-Weltverband FIM und Rechteinhaber MotoGP Sports und Entertainment Group (vorher Dorna) den maximal erlaubten Kraftstoff-Durchfluss der KB998 Rimini um 0,5 kg/h. Die Anpassung sorgte im Fahrerlager und bei vielen Fans für Verwunderung, weil die Bimota trotz der guten Resultate weiterhin sichtbar weniger Topspeed als Ducati erreicht.
Fuel Flow: Rundenzeiten wichtiger als Topspeedwerte
Teammanager Guim Roda sieht vor allem Schwächen im aktuellen Berechnungsmodell der sogenannten Fuel-Flow-Balance. «Die aktuellen Regeln orientieren sich an der durchschnittlichen Performance und berücksichtigen nicht wirklich die Situation, die wir momentan haben», erklärte der Spanier im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Wir liegen bezüglich unserer Performance über dem Durchschnitt, aber das reicht noch nicht, um Ducati zu schlagen. Wir sind zufrieden, weil wir besser als der Durchschnitt sind, aber schlussendlich wollen wir gewinnen.»
Genau darin erkennt Roda ein grundlegendes Problem des aktuellen Systems. «Die Frage ist also: Wie schließen wir diese Lücke? Ich weiß nicht, inwieweit die aktuellen Regeln dieses Szenario überhaupt berücksichtigen», sagte er. «Wenn man immer nur den Durchschnitt aller betrachtet, aber eine Marke ganz vorne liegt und eine andere näher an ihr dran ist, dann erlaubt dieser Durchschnitt nicht, die bestehende Lücke zu schließen – zumindest nicht nach der Art, wie die Algorithmen aktuell berechnet werden. Das ist etwas, das wir überdenken müssen.»
Gute Balance in der Superbike-WM eine massive Herausforderung
Dabei betont Roda gleichzeitig, wie schwierig es generell sei, in einer seriennahen Meisterschaft ein ausgewogenes Kräfteverhältnis herzustellen. «Die perfekte Balance zu erreichen ist schwierig», erklärte der Bimota-Teammanager. «Denn selbst wenn man die bestmögliche Balance gefunden hat, wird es am Ende immer einen Fahrer geben, der dieses Gleichgewicht durch sein Talent wieder verschiebt. Oder ein Hersteller bringt ein neues Motorrad und muss dadurch wieder neu im Verhältnis zu den Regeln eingeordnet werden.»
Aus Sicht des Spaniers sollte das Reglement deshalb möglichst stabil bleiben und nicht während einer laufenden Saison angepasst werden. «Mitten in der Saison die Regeln zu ändern, ist am Ende für niemanden wirklich fair», betonte Roda. «Deshalb ist es extrem wichtig zu verstehen, wie man Regeln festlegt, nach denen alle spielen, die aber gleichzeitig auch effektiv sind.»
Trotz aller Kritik erkennt Roda die grundsätzliche Herausforderung der Verantwortlichen an. «Letztendlich müssen wir garantieren, dass wir eine gute und spannende Show bieten», sagte er. «Das ist nicht einfach, aber es ist das Ziel.»
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