Rückstand von Aston Martin und Honda: Weltverband FIA leistet Schützenhilfe
Die FIA hat die sogenannten ADUO-Regeln angepasst. Das spielt den Honda-Ingenieuren in die Hände. Sie dürfen mehr Geld ausgeben und mehr Stunden arbeiten, um den aktuellen Rückstand zu verringern.
Der Saisonstart in diesem Jahr war ein Albtraum für das Aston Martin Team und dessen Motorenpartner Honda. Denn unerwartete Vibrationen forderten Mensch und Material über die Belastungsgrenze hinaus. Und weil die Teile knapp wurden, konnten Fernando Alonso und Lance Stroll schon bei den Vorsaison-Testfahrten weniger Runden als erwartet drehen.
Der Saisonstart fiel für die Grünen entsprechend enttäuschend aus. In den ersten beiden Grands Prix kam keiner der beiden GP-Renner aus Silverstone ins Ziel. Erst beim dritten Kräftemessen auf dem Suzuka Circuit schaffte es Alonso als Achtzehnter in die Wertung. In Miami wurden dann erstmals beide Aston Martin-Piloten abgewunken, Alonso auf Platz 15 liegend, sein Stallgefährte Stroll kam als Siebzehnter ins Ziel.
Der Weg für das Team ist noch lang, auch wenn Honda in der unfreiwilligen GP-Pause im April mit Erfolg an den lästigen Vibrationen gearbeitet hat. Alonso mahnte in Miami: «Wir werden bis zum Sommer keine Upgrades am Auto haben, es wird also noch eine Weile dauern.»
Schützenhilfe bekommt das Team nun vom Autosport-Weltverband FIA. Denn dieser hat die ADUO-Regeln angepasst. ADUO steht für «Additional Development and Upgrade Opportunities» und soll dafür sorgen, dass die Motorenhersteller, die sich arg im Hintertreffen befinden, eine Gelegenheit bekommen, ihren Rückstand aufzuholen.
Dabei gilt: Je grösser das Leistungsdefizit des Verbrenners, desto mehr Geld und Arbeitsstunden dürfen investiert werden. Und weil der Rückstand von Honda so gross ist, wurde die entsprechende Skala von 8 Prozent auf 10 Prozent erweitert. Für die Japaner bedeutet das, dass sie zusätzlich bis zu elf Millionen Dollar mehr ausgeben und 230 Arbeitsstunden auf dem Prüfstand zusätzlich leisten dürfen, um die Leistungslücke zu verringern. Hinzu kommt eine exklusiv in diesem Jahr zugestandene Zulage von acht Millionen Dollar.
Auch beim Timing hat die FIA nachgebessert, denn die Absage der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien haben den ursprünglichen Plan, die Leistungswerte nach sechs, zwölf und achtzehn Rennen zu prüfen, durchkreuzt. Neu erfolgt nun die erste Einschätzung der Leistung nach dem nächsten Rennen in Kanada, die zweite dann nach dem Ungarn-GP und die dritte nach dem Rennwochenende in Mexiko. Sollte sich der WM-Kalender weiter verändern, nimmt sich die FIA die Freiheit, die Messzeitpunkte erneut anzupassen.
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