Miller erwartet keinen schnellen Yamaha-Aufschwung: «Es sind harte Zeiten»
Jack Miller bleibt auch bei der MotoGP in Austin punktelos, sieht aber Fortschritte bei Yamaha. Der Australier fordert dringend Updates – und lobt Pramac-Teamkollege Toprak Razgatlioglu.
Beim MotoGP-Rennen in Austin (USA) blieb Pramac-Yamaha-Pilot Jack Miller erneut ohne WM-Punkte. Der Australier kam nach Startplatz 19 im Qualifying als 16. ins Ziel und war damit immerhin zweitbester Yamaha-Pilot hinter
Trotz des ernüchternden Ergebnisses zeigte sich der Australier mit Teilen seines Rennens nicht unzufrieden. Im internen Yamaha-Duell sprach er sogar augenzwinkernd vom «M1-Cup»: «Ich hatte einen schönen Kampf mit den anderen Yamahas. Wir sind im M1-Cup, aber ehrlich gesagt war die Pace von der Rennmitte bis zum Ende gar nicht so schlecht. Klar, wir stellen keine Weltrekorde auf, aber wir waren konstant im niedrigen 2:03er-Bereich unterwegs.»
Miller bringt es auf den Punkt: Die M1 ist langsam
Gleichzeitig benannte Miller die bekannten Schwächen der Yamaha M1 schonungslos: «Wir kennen unsere Probleme – das Motorrad ist langsam. Wir müssen uns verbessern, wir brauchen mehr Gefühl fürs Vorderrad, mehr Grip.»
Hoffnung setzt der 31-Jährige auf die anstehenden Wochen bis zum Europa-Auftakt in Jerez: «Wir fahren jetzt zurück nach Europa, haben drei Wochen Pause – hoffentlich bekommen wir Updates für Jerez. Wir brauchen definitiv eine neue Schwinge und ein neues Chassis. Daran wird gearbeitet, genauso wie an Anpassungen am Motor.»
Schneller Yamaha-Aufschwung? Laut Miller unrealistisch
Kurzfristige Verbesserungen erwartet Miller allerdings nicht. Auf die Frage nach möglichen Tests vor Jerez stellte er klar: «Vor Jerez eher nicht. Viele Ingenieure gehen jetzt zurück nach Japan, auch die italienischen Kollegen, um dort weiterzuarbeiten und so viel wie möglich voranzutreiben. Es sind harte Zeiten – die Meisterschaft wartet auf niemanden, also müssen wir jede Chance nutzen und weiter pushen.»
Dennoch spürt der Australier innerhalb des Projekts eine positive Entwicklung. «Da ist definitiv Momentum. Die große Hürde war, vier Bikes auf die Strecke zu bringen – das haben wir geschafft. Danach kommt sofort die nächste Herausforderung: Du willst kurz durchatmen, aber bekommst direkt eine Flut an Daten aus den Tests. Jeder sagt: Das ist schlecht, das ist schlecht – so sind Fahrer eben. Dann musst du herausfiltern, was wirklich gemeint ist, und entsprechend reagieren.»
Miller betont, dass Fortschritte Zeit brauchen: «Es wäre naiv zu glauben, dass alles sofort funktioniert. Wir liegen rund 25 oder 26 Sekunden zurück – okay, im Rennen habe ich noch ein paar Sekunden verloren, als Zarcos Bike vor mir auf die Strecke kam. Aber es hat sich nach einem normaleren Wochenende angefühlt als noch zuletzt. Ich bin zufriedener als bisher in diesem Jahr. Meine Pace am Ende war gut, und persönlich war es ein solides Rennen – aber als Team müssen wir besser werden.»
Lob für Teamkollege Razgatlioglu
Ein Sonderlob hatte Miller für seinen neuen Teamkollegen Toprak Razgatlioglu parat, der sich in Austin erstmals in die Punkte fuhr: «Toprak macht einen fantastischen Job, er ist ein starkes Rennen gefahren. Ich musste hart arbeiten, um wieder an die Gruppe mit ihm und Fabio heranzukommen. In Kurve 11 ist mir das Vorderrad ziemlich stark eingeklappt, dadurch habe ich etwa zwei Sekunden verloren.»
In der Schlussphase kämpfte sich Miller noch einmal heran und beobachtete das Duell an der Spitze der Yamaha-Gruppe: «Ich habe gesehen, wie er und Fabio sich einen schönen Kampf geliefert haben. Ich hatte gehofft, dass sie sich gegenseitig einbremsen, aber er hat das wirklich gut gemacht.»
Unterm Strich bleibt bei Yamaha ein gemischtes Bild: erste kleine Fortschritte, interne Duelle auf Augenhöhe – aber weiterhin ein klarer Rückstand auf die Spitze. Die kommenden Wochen bis Jerez könnten für die Entwicklung der M1 entscheidend werden.
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