Miller: stürmische Nullnummer in Italien, letzte Rückkehr nach Spielberg
Als die MotoGP-Yamaha von Jack Miller in Misano besser funktionierte, ging der Australier zu Boden. Dann streikte wieder der Pramac-Renner. Mit Blick nach Österreich ist Miller zuversichtlich.
Ein Drittel des Fahrerfelds und die Hälfte der Yamaha-Racer überstanden den San-Marino-GP in Misano nicht – darunter Veteran Jack Miller. Für den Athleten der bestens vertrauten Pramac-Mannschaft um Teamprinzipal Paolo Campinoti hatte der GP an der Adriaküste bereits in Runde 2 im Kies geendet – es war der Abschluss eines Wochenendes der Kategorie «unter ferner liefen». Platz 19 – hinter Ex-Teamkollege Pecco Bagnaia, der im GP ebenfalls von seinem Renngerät folgte –, Platz 18 in der Qualifikation und Rang 17 im Sprint.
Was den populären Aussie durchaus knickte, denn zuletzt hatte die Nummer 43 swieder überrascht. In Aragon hatte Miller nur knapp das Q2 verpasst und sich im Großen Preis ein herzhaftes Duell mit Brad Binder um Platz 10 geliefert. Doch in Misano ging nichts: «Es war insgesamt zuletzt in Italien ein ungewöhnliches Wochenende. Denn wir hatten in den vergangenen Events ein anderes Level, besseres Gefühl und Ergebnis – es lief einfach anders als erwartet.»
Kampflos wollte man sich nicht geschlagen geben. Für den Renntag wurde die M1 in Sachen so umgebaut, dass Miller hoffnungsvoll in eine Aufholjagd startete. Schon in Runde 1 stellte der Ende 2026 aus dem Fahrerlager scheidende Miller vier Gegner in den Schatten. Wenige Kilometer später lag die M1 in Kurve 8 neben der Strecke. Millers Kommentar: «Ich habe halt versucht, früh viele Plätze gutzumachen – denn später ist es unglaublich schwer, noch nach vorne zu kommen. Das hat zu Beginn auch sehr gut funktioniert.»
Miller weiter: «Vor Kurve 8 lagen Diogo, Fabio und ich alles sehr eng beisammen – und alle haben sehr spät verzögert, wir waren alle nicht mehr auf der Linie und da hat es mich erwischt.» Der nächstjährige Yamaha-Superbike war nur kurze Zeit wieder auf der Strecke, doch die Schieflage hatte der Pramac-Yamaha nicht gutgetan, wie Miller zu Protokoll gab: «Ich habe das Bike wieder in Gang gebracht, doch es gab eine Fehlermeldung bei der Traktionskontrolle. Auch die konnte ich wieder abstellen, aber dafür hat die Kupplung nicht mehr korrekt funktioniert.»
Nach vier GP-Ankünften in den Punkten in Folge verlor Miller damit wieder die Vorwärtsbewegung in der WM-Tabelle. Die Lage dort ist wenig verheißungsvoll. Platz 19, direkt vor den Yamaha-Kollegen Rins und Razgatlioglu. Während Miller auch 2027 in Misano, dann auf der Superbike-R1, antreten wird, befindet sich der MotoGP-Aussteiger nun auf Abschiedstournee am Red Bull Ring. Die Strecke in der Steiermark, auf der Miller als MotoGP-Pilot schon zweimal als Dritter auf dem Podest stand, steht derzeit nicht im Eventkalender der Superbike-Weltmeisterschaft.
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