Brünn-Zeittraining: Ogura eine halbe Sekunde unter Rekord – Martin im Q1!
Aprilia-Pilot Ai Ogura pulverisierte im Zeittraining des MotoGP-Wochenendes in Brünn den Rundenrekord. Drei Aprilias, vier Ducatis, zwei Hondas und eine KTM in den Top-10 – Jorge Martin patzte.
Hochsommerliche 30°C begrüßten die 22 MotoGP-Piloten am Freitagnachmittag zum einstündigen Zeittraining im Automotodrom in Brünn. Im
WM-Leader Marco Bezzecchi (Aprilia) landete am Vormittag nur auf der 16. Position, begann das Zeittraining aber sehr schwungvoll. Der Italiener schob sich zu Beginn an die Spitze und kratzte bereits nach wenigen Minuten an Marc Marquez’ FP1-Bestzeit. Bezzecchi unterbot als erster Fahrer die Marquez-Zeit und behauptete sich an der Spitze.
Marc Marquez mit zweitem Sturz des Tages
Marc Marquez leistete sich nach zehn Minuten den zweiten Sturz des Tages. Der Spanier rutschte in Kurve 11 ins Kiesbett, konnte die lädierte Desmosedici aber aus eigener Kraft an die Ducati-Box zurückbringen und die Session wenig später fortsetzen.
Pedro Acosta (KTM) scheiterte mit seiner 1:53,002er-Runde nur knapp an der Schallmauer von 1:53 Minuten und schob sich an die Spitze. Kurz vor der Halbzeit übernahm Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) die erste Position, nachdem er die erste 1:52er-Runde des Wochenendes gefahren war. Teamkollege Ai Ogura setzte wenig später noch eins drauf und umrundete den Kurs in 1:52,718 Minuten.
Der Streckenrekord fiel bereits vor der Halbzeit der Session
Marco Bezzecchi stürmte nach 28 Minuten zum Streckenrekord: Die Uhr blieb bei 1:52,275 Minuten stehen. Zu diesem Zeitpunkt lagen drei Aprilias (Bezzecchi, Ogura, Fernandez) vor zwei KTMs (Acosta, Vinales) – die beste Ducati (Fabio Di Giannantonio) folgte nur auf der sechsten Position und hatte bereits eine Sekunde Rückstand.
LCR-Honda-Ersatzpilot Cal Crutchlow sorgte 23 Minuten vor dem Ende des Zeittrainings für gelbe Flaggen. Der Brite war in Kurve 8 gestürzt. Im Vergleich zum sturzreichen Auftakt im FP1 ging es im Zeittraining aber deutlich geordneter zu. Maverick Vinales hatte sich auf die zweite Position geschoben, bevor die abschließende Jagd nach Rundenzeiten begann.
Pedro Acosta schob sich 16 Minuten vor dem Ende an die Spitze. Nachdem der Spanier Streckenrekord aufgestellt hatte, rollte er in Kurve 1 aus. Aus der Verkleidung seiner KTM RC16 stieg Rauch auf.
Marc Marquez als erster Fahrer unter 1:52 Minuten
Um 15:48 Uhr schrieb Marc Marquez Geschichte und stellte die erste 1:51er-Runde im Automotodrom Brno auf: Die Uhr blieb bei 1:51,988 Minuten stehen. Wenig später scheiterte Ai Ogura nur um 0,010 Sekunden an der Marquez-Zeit und reihte sich auf Position 2 ein.
Vor dem finalen Schlagabtausch lag Jorge Martin als einziger Aprilia-Pilot außerhalb der Top-10. Der Spanier musste also liefern, um sich den Umweg über das Q1 am Samstagvormittag zu sparen.
Fabio Di Giannantonio legte beim zweiten Versuch mit weichen Reifen nach und übernahm die Spitzenposition. Der Italiener war 0,046 Sekunden schneller als Marc Marquez. Doch das letzte Wort war noch nicht gesprochen: Marco Bezzecchi notierte absolute Sektor-Bestzeiten und schraubte die Bestmarke auf 1:51,826 Minuten herunter. Teamkollege Jorge Martin riskierte viel, um den Sprung in die Top-10 zu meistern. Zwei Minuten vor Ende lag er aber nur auf Position 9 und musste um die direkte Q2-Qualifikation zittern.
Ai Ogura holt die Freitags-Bestzeit
Trackhouse-Pilot Ai Ogura überraschte eineinhalb Minuten vor Ende mit einer neuen Bestmarke: Der Japaner nahm Bezzecchi knapp eine Zehntelsekunde ab und führte die Wertung mit seiner 1:51,735er-Runde an. Ein Sturz von Joan Mir in Kurve 7 sorgte für gelbe Flaggen im Omega.
Mit Ogura und Bezzecchi behaupteten sich zwei Aprilias an der Spitze, doch Jorge Martin war aus den Top-10 geflogen. Nach einem Rutscher beim finalen Versuch brach Martin seine Runde ab und beendete das Zeittraining somit nur auf Position 11. Der WM-Zweite muss am Samstagvormittag als einziger Aprilia-Pilot im Q1 antreten.
Große Markenvielfalt in den Top-10
Besser verlief der Freitagnachmittag für Ai Ogura, Marco Bezzecchi, Fabio Di Giannantonio, Francesco Bagnaia, Marc Marquez, Pedro Acosta, Joan Mir, Diogo Moreira, Fermin Aldeguer und Raul Fernandez, die sich direkt für das Q2 qualifizieren konnten. Somit lagen drei Aprilias, vier Ducatis, zwei Hondas und eine KTM in den Top-10.
Enttäuschend verlief das Zeittraining für die vier Yamaha-Piloten. Nach der zweitschnellsten Zeit am Vormittag reihte sich Fabio Quartararo im Training am Nachmittag nur auf Position 14 ein. Damit war der Franzose bester Yamaha-Pilot. Quartararo und Martin treffen im Q1 unter anderem auf Maverick Vinales (Tech3-KTM), Brad Binder (KTM), Franco Morbidelli (VR46-Ducati) und Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha).
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach



