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Di Giannantonio: Problem ist nicht die Startvorrichtung, sondern der Fahrer

Nach dem Startunfall in Ungarn wird erneut über ein sofortiges Verbot der MotoGP-Startvorrichtungen diskutiert. Fabio Di Giannantonio hält davon wenig und sieht die Ursache woanders.

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Der Startunfall beim Grand Prix von Ungarn im Balaton Park gehörte am Donnerstag in Brünn zu den meistdiskutierten Themen im MotoGP-Paddock. Unfallverursacher Jorge Martin erhielt für den Zwischenfall eine doppelte Long-Lap-Penalty, die er am Sonntag im Grand Prix von Tschechien absitzen muss.

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Der Aprilia-Pilot hatte beim Anbremsen der ersten Kurve seinen Teamkollegen Marco Bezzecchi, Markenkollege Raul Fernandez sowie die beiden Ducati-Piloten Fabio Di Giannantonio und Fermin Aldeguer abgeräumt. In der Folge nahm auch die Debatte über die MotoGP-Startvorrichtungen erneut Fahrt auf. Kritiker argumentieren, dass die sogenannten «Devices» das Risiko in der Startphase erhöhen, weil die Fahrer mit höherer Geschwindigkeit am Bremspunkt ankommen, sich die Motorräder durch die abgesenkte Front unnatürlich verhalten und weniger Fehler verzeihen.

Di Giannantonio nimmt die Fahrer in die Pflicht

Für Fabio Di Giannantonio greift diese Argumentation jedoch zu kurz. Der VR46-Pilot sieht die Ursache nicht in der Technik, sondern im Verhalten der Fahrer. «Wir müssen einfach vorsichtiger sein. Ein bisschen mehr Vorsicht wäre wirklich gut», erklärte der Italiener. «Mir ist klar, dass wir jetzt über die Devices sprechen. Und wenn es darum geht, die Sicherheit zu verbessern, dann bin ich dabei. Doch ehrlich gesagt denke ich nicht, dass dies die richtige Lösung ist.»

Di Giannantonio betonte sogar die positiven Eigenschaften der Startvorrichtung. Durch das System wird die Federgabel vor dem Start eingefahren und die Front des Motorrads abgesenkt.

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«In meinem Fall hilft mir das Device dabei, geradeaus zu fahren», erklärte der Ducati-Pilot. «Mit der Startvorrichtung müssen wir uns weniger auf Wheelies konzentrieren. Es ist viel einfacher, das Motorrad gerade zu halten.»

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Grundsätzlich würde sich Di Giannantonio einer Abschaffung der Devices dennoch nicht verschließen. Sicherheit habe stets oberste Priorität. «Wenn es dabei hilft, die Sicherheit zu verbessern, dann sollten wir es tun. Ich denke jedoch, dass mehr Vorsicht der Schlüssel ist», unterstrich der 27-Jährige.

Klare Spitze gegen Jorge Martin

Dabei richtete er auch eine deutliche Spitze an Jorge Martin, ohne den Namen des ehemaligen Weltmeisters direkt zu nennen. «Ich denke, es hängt mehr davon ab, was man auf dem Motorrad macht und ob man etwas vorsichtiger vorgeht. Natürlich kann es zu Berührungen kommen. Wir sind alle nur Menschen. Doch Berührungen sind das eine, Fehleinschätzungen etwas völlig anderes.»

Unabhängig von der aktuellen Diskussion ist die Zukunft der Devices bereits besiegelt. Mit dem neuen MotoGP-Reglement für 2027 werden sowohl die Startvorrichtungen als auch die Ride-Height-Devices aus der Königsklasse verschwinden.

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