Trotz Rivalität auf der Strecke: «MotoGP-Hersteller teilen dieselbe Vision»
Mit dem neuen Grundlagenvertrag bis 2031 haben die fünf MotoGP-Hersteller Geschichte geschrieben. Massimo Rivola und Luigi Dall’Igna erklären, warum die Einigung so bedeutend ist.
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Dass die Verhandlungen alles andere als einfach waren, hatte sich in den vergangenen Monaten mehrfach angedeutet. Umso größer war die Erleichterung bei den Beteiligten, als die Einigung am Freitagmittag in Brünn offiziell verkündet wurde. Besonders deutlich wurde die Bedeutung des Vertragswerks in den Reaktionen von MSMA-Vorsitzendem Massimo Rivola und Ducati-Corse-Chef Luigi Dall’Igna.
Rivalität auf der Strecke, Zusammenhalt hinter den Kulissen
Aprilia-Rennleiter Rivola, der die Interessen der Hersteller als Vorsitzender der MSMA vertritt, sprach von einem historischen Schritt. «Als Vorsitzender der MSMA bin ich erfreut und stolz über die Vereinbarung zwischen unserer Vereinigung und der MotoGP Sports Entertainment Group. Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Sports haben alle Hersteller eine einstimmige Position zu einer Vereinbarung mit der MotoGP erreicht», erklärte der Italiener.
Für Rivola ist die Einigung vor allem ein Zeichen dafür, dass die Hersteller trotz ihres harten Wettbewerbs auf der Rennstrecke dieselbe Vorstellung von der Zukunft der MotoGP haben. «Die Einigung bedeutet, dass wir alle dieselbe Vision für die Zukunft dieses Sports teilen», betonte der Aprilia-Manager.
Die MotoGP verfüge über enormes Potenzial, das nur durch gemeinsames Handeln ausgeschöpft werden könne. «Nur wenn wir zusammenarbeiten, können wir die Chancen des globalen Marktes nutzen und gemeinsam im Sport- und Unterhaltungsgeschäft wachsen», so der Aprilia-Stratege.
Luigi Dall'Igna lobt die Geschlossenheit der Beteiligten
Ähnlich äußerte sich Ducati-Corse-Generalmanager Luigi Dall’Igna. Der Italiener hob insbesondere die Geschlossenheit aller Beteiligten hervor. «Diese gemeinsame Vereinbarung zwischen der MotoGP und allen Herstellern stellt einen bedeutenden Meilenstein für unseren Sport dar», sagte Dall’Igna.
Der langjährige Ducati-Technikchef sieht in dem Vertragswerk einen Beweis dafür, dass sich die Hersteller trotz ihrer Rivalität auf gemeinsame Ziele verständigen können. «Das gemeinsame Engagement aller Beteiligten im Fahrerlager zeigt, dass wir zwar auf der Strecke erbittert gegeneinander kämpfen, beim Ziel, der MotoGP eine erfolgreiche Zukunft zu sichern, aber vollkommen einer Meinung sind.»
Dall’Igna verwies außerdem auf die Planungssicherheit, die das neue Vertragswerk schafft. Die Vereinbarung gebe den Herstellern eine klare Richtung vor und ermögliche langfristige Investitionen in Technologie, Performance und Talente. «Diese Vereinbarung sorgt für Stabilität und eine klare Perspektive für die kommenden Jahre. Sie schafft die richtigen Rahmenbedingungen, damit die Hersteller weiterhin in Technologie, Leistung und Talente investieren können.»
Ein weiterer zentraler Punkt ist für den Ducati-Manager die langfristige Sicherung des sportlichen Wettbewerbs. «Starker Wettbewerb war schon immer das Herzstück des Erfolgs der MotoGP. Das Engagement aller fünf Hersteller stellt sicher, dass die Weltmeisterschaft auch künftig die höchste Ausdrucksform des Motorradrennsports bleibt.»
Bemerkenswert ist dabei vor allem die Symbolkraft der Einigung. Während sich Ducati, Aprilia, KTM, Honda und Yamaha auf der Strecke mit allen Mitteln bekämpfen, gelang es hinter den Kulissen, einen gemeinsamen Rahmen für die Jahre 2027 bis 2031 zu schaffen. Die Hersteller verpflichten sich damit nicht nur langfristig zur MotoGP, sondern bekennen sich auch zu einer gemeinsamen Strategie für die Weiterentwicklung der Weltmeisterschaft.
Nach den intensiven Verhandlungen der vergangenen Monate war genau diese Geschlossenheit die Botschaft, die in Brünn vermittelt werden sollte. Rivola brachte sie mit einem Satz auf den Punkt: «Wir alle teilen dieselbe Vision für die Zukunft dieses Sports.»
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