Meilenstein: Neues MotoGP-Fundament steht bis 2031, fünf Werke am Start
Es waren die intensivsten Verhandlungen der MotoGP-Geschichte, doch am Ende sind sich alle einig: In Brünn wurde der neue Rahmenvertrag mit fünf Herstellern offiziell; Überraschungen blieben aus.
Die Gespräche zwischen den in der MotoGP aktiven Herstellern Aprilia, Ducati, Honda, KTM und Yamaha und dem Rechteinhaber der Motorrad-Weltmeisterschaft, der unter Regie von Liberty Media gegründeten MotoGP Sports Entertainment Gruppe, waren alles andere als Formsache. Wenig überraschend – denn es geht um die kommerzielle und sportliche Zukunft der MotoGP für die Jahre 2027 bis 2031.
In den Diskussionen ging es nicht nur um eine höhere finanzielle Beteiligung der Werke, die mit großen Investitionen für die spektakuläre Show auf zwei Rändern sorgen. Es wurde auch diskutiert, wie sich die MotoGP darstellen und wo sie auftreten soll. Dazu kamen weitere Grundsatzentscheidungen, wie etwa die Anzahl der Hersteller, Teams, Athleten und auch der Motorräder sowie die Bestätigung der wesentlichen Technik-Eckpfeiler des neuen Regelwerks ab 2027.
Nach monatelangem Ringen um die neuen Grundsatzverträge gelang es allen Beteiligten im Nachgang des Balaton-GP, eine Einigung zu erzielen.
Zur Mittagsstunde versammelte sich das Management von MotoGP und allen Werken, um die neue Ära für die nächsten fünf Jahre offiziell zu verkünden. Nicht weniger als sechs Spitzenmanager zeigten nach der komplizierten Geburt Einigkeit: Carlos Ezpeleta für die MotoGP Sports Entertainment Gruppe, Massimo Rivola (Aprilia Racing), Gigi Dall’Igna (Ducati Corse), Taichi Honda (Honda HRC), Pit Beirer (KTM Factory Racing) und Paolo Pavesio (Yamaha Motor Racing).
Die entscheidende Botschaft: Alle fünf aktuell in der MotoGP engagierten Hersteller verpflichten sich zur Teilnahme bis einschließlich 2031. Die Anzahl der Gesamtstartplätze wird wie bisher auf 22 festgeschrieben. Sollte ein weiterer Hersteller in die Weltmeisterschaft einsteigen wollen, so wäre das nur über ein unabhängiges Kundenteam möglich.
Bei der Pressekonferenz an der Rennstrecke in Brünn sagte Carmelo Ezpeleta zu dem frisch unterzeichneten Vertragswerk: «Der heutige Tag ist ein entscheidender Meilenstein für die MotoGP. Das Engagement aller fünf Hersteller stärkt nicht nur die Position der Meisterschaft, sondern unterstreicht auch das gemeinsame Bestreben, das ihre Zukunft vorantreibt. Zusammen mit unserer langjährigen Partnerschaft mit der FIM bis zum Jahr 2060 bietet uns diese Vereinbarung eine starke Plattform für weiteres Wachstum – aufbauend auf jahrzehntelangen Fortschritten und mit dem Ziel, in eine neue Phase dieses Sports vorzustoßen.»
Ezpeleta unterstrich: «Ich möchte unseren Herstellern für ihre Zusammenarbeit, ihre Einigkeit und ihr langfristiges Engagement während dieses gesamten Prozesses danken. Wir sind zwar stolz auf das Wachstum, das die MotoGP in den vergangenen Jahrzehnten erzielt hat, doch unser Fokus liegt ganz klar auf dem, was als nächstes kommt: die Ausweitung unserer globalen Reichweite, die Weiterentwicklung des Sports und die Ansprache neuer Zielgruppen auf der ganzen Welt.»
Wichtig: Mit der Einigkeit auf Vermarkter- und Herstellerebene werden die bereits geschlossenen Verträge zwischen den Herstellern, ihren Teams und den Fahrern rechtlich wirksam. Aus diesem Grund wurden bis heute keine Fahrerwechsel für 2027 und 2028 offiziell bestätigt, obwohl 70 Prozent des MotoGP-Startfelds längst feststehen. Ein Feuerwerk an Medieninformationen zu den neuen Arbeitsplätzen der großen MotoGP-Namen Pedro Acosta, Marc Marquez, Pecco Bagnaia, Jorge Martin oder Fabio Quartararo ist längst vorbereitet.
Überraschungen blieben aus, auch Entscheidungen zu Streitthemen wie einer möglichen Ein-Motorrad-Regelung auch in der MotoGP wurden bei dem außerordentlichen Medien-Event nicht aktiv angesprochen. Auf Nachfrage bestätigte Carlos Ezpeleta aber: «Unser Fokus ist die Weiterentwicklung des Sports. Bis auf Weiteres werden wir mit den gültigen Bestimmungen für die Sprint- und GP-Rennen weiterarbeiten. Alleiniges Ziel der Bekanntmachung war der Schulterschluss auf höchster Ebene und das gemeinsame Verständnis über die Zukunft der MotoGP.»
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