Brünn, FP1: Marc Marquez trotz Sturz vorn, Yamaha auf 2, Aprilia mit Defekt
Marc Marquez gab beim MotoGP-Auftakt in Tschechien das Tempo vor. Eine Reihe von Stürzen überschattete die ersten Minuten des FP1. An der Aprilia von Jorge Martin gab es ein technisches Problem.
Bei hochsommerlichen Bedingungen starteten die 22 MotoGP-Piloten in das erste freie Training des Tschechien-Grand-Prix. Um 10:45 Uhr schaltete die Boxengasse auf Grün und gab den Start frei für die 45-minütige Session.
Wieder mit dabei war Vizeweltmeister Alex Marquez (Gresini-Ducati), der erstmals seit seinem Horrorsturz in Barcelona wieder auf seine Desmosedici GP26 stieg. LCR-Honda-Pilot Johann Zarco wird auch in Brünn von MotoGP-Routinier Cal Crutchlow ersetzt.
Zahlreiche Stürze in den ersten Minuten des FP1
Für KTM-Pilot Pedro Acosta begann das FP1 alles andere als optimal. Ausgangs von Kurve 9 rutschte der Spanier ins Kiesbett und sprintete zum Rettungsweg, um schnellstmöglich an die Box zurückzukehren.
Wenig später landete auch KTM-Markenkollege Maverick Vinales im Kiesbett. Vinales verlor in Kurve 8 die Kontrolle und versuchte nach dem Sturz vergeblich, seine KTM RC16 wieder in Gang zu bringen.
WM-Leader Marco Bezzecchi verschätzte sich beim Anbremsen der vorletzten Kurve und fuhr durch die Auslaufzone, ohne zu stürzen. Der Italiener setzte die Session fort. Es ging dramatisch weiter: Diogo Moreira stürzte in Kurve 8 und beschädigte seine LCR-Honda dabei. Somit waren gleich drei Fahrer auf ihren ersten fliegenden Runden gestürzt.
Balaton-Sieger Marc Marquez mit starkem Trainingsauftakt
Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) gab im ersten Stint das Tempo vor und führte die Wertung mit einer 1:54,231er-Zeit an. Mit Francesco Bagnaia, Fabio Di Giannantonio und Marc Marquez folgten drei weitere Ducati-Piloten auf den folgenden Positionen.
Marc Marquez notierte nach zehn Minuten die erste 1:53er-Runde des Wochenendes und unterbot damit seine schnellste Rennrunde aus dem Vorjahr. Zu diesem Zeitpunkt des Trainings lag Marquez 0,6 Sekunden vor dem Rest des Feldes.
Aprilia-Werkspilot Jorge Martin erlebte einen verhaltenen Start ins Brünn-Wochenende und lag nach seinem ersten Stint nur auf der 16. Position der Wertung. Der Spanier testete die Long-Lap-Schleife, die er im Grand Prix am Sonntag gleich zwei Mal absolvieren muss – als Strafe für den Startunfall im Balaton Park vor zwei Wochen.
Die Marquez-Zeit blieb die Referenz für den Rest des Feldes. Zur Halbzeit der Session konnten sich die zu Beginn gestürzten KTM-Piloten deutlich steigern: Pedro Acosta schob sich auf die dritte Position, Maverick Vinales schob sich in die Top-6. Brad Binder behauptete sich ebenfalls in den Top-10 – die KTM RC16 hinterließ einen positiven Eindruck.
Jorge Martin im Kies und später mit Defekt
Jorge Martin verschätzte sich in der vorletzten Kurve und bog danach in die Boxengasse. Das FP1 lief für den ehemaligen Weltmeister nicht nach Plan. Wenig später musste Martin seine Aprilia RS-GP im Omega abstellen. Bei einem weiteren Versuch, die Long-Lap-Schleife zu üben, trat ein technisches Problem auf. Die Aprilia mit der Nummer 89 rollte aus und Martin musste die Heimreise an die Box mit einem Roller antreten.
Marc Marquez legte im finalen Drittel der Session nach und schraubte die Bestmarke auf 1:53,303 Minuten herunter. Ducati-Teamkollege Francesco Bagnaia schob sich auf die zweite Position. Der Rest des Feldes lag vor dem letzten Stint klar zurück. In den letzten zehn Minuten gingen einige Fahrer mit frischen Reifen auf die Strecke. Die Reihenfolge änderte sich von Runde zu Runde.
Marquez' Vorsprung schrumpft – Sturz in Kurve 7!
Trackhouse-Pilot Raul Fernandez sprengte in der Schlussphase die Ducati-Doppelspitze und schob sich auf die zweite Position. Der spanische Aprilia-Pilot kam bis auf 0,210 Sekunden an die Marquez-Zeit heran.
Honda-Werkspilot Joan Mir war in den finalen Minuten stark unterwegs und reihte sich auf der dritten Position ein. Ai Ogura notierte zwei Minuten vor dem Ende der Session absolute Sektor-Bestzeiten. Im zweiten Teil der Runde verlor der Japaner aber wertvolle Zeit und scheiterte an der Marquez-Zeit.
Marc Marquez konnte sich beim abschließenden Versuch nicht steigern, weil er in Kurve 7 ins Kiesbett rutschte. Seine Gegner konnten die Bestzeit aber nicht gefährden. Somit endete das FP1 für Marquez trotz Sturz mit der schnellsten Runde.
Drei Yamahas in den Top-12 – Quartararo starker Zweiter!
Yamaha-Werkspilot Fabio Quartararo überraschte bei seinem abschließenden Versuch mit der zweitbesten Zeit. Der Franzose kam bis auf 0,200 Sekunden an die Bestzeit heran. Die Top-5 im FP1: Marc Marquez vor Fabio Quartararo, Raul Fernandez, Joan Mir und Ai Ogura – große Markenvielfalt beim Auftakt.
Francesco Bagnaia wurde in der Schlussphase bis auf die sechste Position durchgereicht, lag mit 0,376 Sekunden Rückstand aber in Schlagdistanz zur Spitze. Fermin Aldeguer, Fabio Di Giannantonio, Pedro Acosta und Luca Marini (Honda) komplettierten die Top-10.
Pramac-Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu gelang mit der elftschnellsten Zeit eine positive Überraschung. Der Türke kam bis auf 0,623 Sekunden an die Bestzeit heran. Alex Rins auf Position 12 bestätigte die starke Form von Yamaha.
WM-Leader Marco Bezzecchi konnte sich beim Trainingsauftakt nur bedingt in Szene setzen. Der Aprilia-Pilot reihte sich auf der 16. Position ein. Sein Rückstand betrug 0,891 Sekunden.
Alex Marquez beendete seine erste Session nach dem Sturz in Barcelona auf der 18. Position. Der Spanier drehte 13 Runden.
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