MotoGP-Sprint, Balaton: Marquez-Sieg, Klatsche für Acosta, Bezzecchi & Co.
Bei Topwetter, aber vor fast leeren Rängen sprintete die MotoGP in Ungarn. Rückkehrer Marc Marquez erteilte Acosta, Bezzecchi, Diggia, Martin und Co. eine Lektion. Die Rookies überzeugten am Balaton.
Mit Beginn des Ungarn-GP, der zum zweiten Mal auf dem Balaton Park Circuit stattfindet, schob Weltmeister Marc Márquez die Favoritenrolle weiter von sich. Was den Ducati-Lenovo-Pit dennoch nicht abhielt, sich Startplatz 1, knapp vor KTM-Youngster Acosta, zu sichern. Auch die Sprint-Bilanz 2026 leuchtete vor dem achten Vergleich auf «MM93». Nur Marquez und Jorge Martin holten in der laufenden Saison zwei Siege am Samstag. Doch Martin hatte sich im Q2 mit Startplatz 8 geschlagen geben müssen.
Besser, aber ebenfalls nicht optimal war die Ausgangslage für Tabellenführer Marco Bezzecchi. «Bezz» verlor in der Qualifikation 0,7 s – Position 6. Neben Fermin Aldeguer auf P3 waren auch Fabio Di Giannantonio und Pecco Bagnaia schneller als Marco Bezzecchi. Die Rookies hatten sich wie schon in den letzten Rennen verteilt. Honda-Vertreter Moreira landete auf Startplatz 11, Yamahas Hoffnung Toprak Razgatlioglu teilte sich als 18. eine Startreihe mit KTM-Pilot Brad Binder und Ersatzpilot Iker Lecuona (Gresini-Ducati).
Für den Balaton-Sprint wurden 13 Runden angezeigt, als die 22 Piloten um 15 Uhr aus der Aufwärmrunde zurückkamen. Enttäuschend: Zum Sprint-Start zeigte sich die Haupttribüne der noch frischen GP-Rennstrecke trotz fabelhaftem Wetter nur dünn besetzt. Trotz der Überlegenheit von Acosta und Marc Marquez standen die Vorzeichen auf einen spannenden Vergleich, auch mit «Diggia», Aldeguer sowie dem Aprilia-Quartett mit dem Tabellenführer aus Italien. Für alle Athleten ging es auch darum, die enge Rechts-Links-Passage direkt nach dem Start zu überstehen.
Marc Marquez konnte die beste Position halten. Der Weltmeister bog als Erster an, vor Acosta und Bezzecchi, der sich auf Platz verbessert hatte. Alle Fahrer kamen ohne Sturz durch das Nadelöhr. Auf Platz 4: Aldeguer vor Fernandez und dem stürmisch gestarteten Diogo Moreira.
Aus der ersten Runde kehrte Marquez mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Pedro Acosta zurück. Dahinter bereits eine Lücke sieben Zehntel auf Bezzecchi und Aldeguer. Gut gestartet war Rookie Razgatlioglu, Platz 15 vor Quartararo in Runde 2. Während Bezzecchi auf P3 unter Druck geriet, hatte Marquez seinen Vorteil mit der schnellsten Rennrunde verdoppelt.
In Runde 3 schob sich der ebenfalls gut ins Rennen gekommene Bastianini an Bagnaia auf Platz 8 vorbei. Dann ein Fehler von Aldeguer. Der junge Spanier war zu aggressiv, verlor fast die Kontrolle und einen Platz an Trackhouse-Pilot Fernandez, fuhr aber noch vor Moreira und Martin.
Sensationell an der Spitze Marc Marquez. Nach vier Runden lag die Werks-Ducati bereits zwei Sekunden in Front. In Runde 5 konnte sich Martin an Rookie Moreira vorbei auf P6 verbessern. Toprak kreiste bereits auf Platz 14, noch vor Ai Ogura, aber hinter Jack Miller und Joan Mir.
Zur Halbzeit hatte sich der Vorsprung des Führenden stabilisiert. Acosta auf Platz 2 fuhr mit 1,5 sec Plus auf Marco Bezzecchi und zwei Sekunden auf Fernandez. Enttäuschend das Ducati-Duo Di Giannantonio und Bagnaia, das in Runde 7 nur auf den Plätzen 9 und 10 fuhr. Drei Runden vor Schluss war Marc Marquez um 2,4 s enteilt, Acosta hielt sich sicher auf Rang 2 vor Bezzecchi, der mit Fernandez und Aldeguer zu kämpfen hatte.
Im Finale ließ der MotoGP-Champion nichts anbrennen. Marc Marquez erteilte der Konkurrenz eine Lehrstunde – Sprint-Sieg am Balaton Park Circuit! Unglaublich: Während Marc Márquez vor Acosta und Bezzecchi triumphierte, stritten sich Di Giannantonio und Bagnaia um den letzten WM-Punkt.
Raul Fernandez wurde guter Vierter vor Aldeguer, Martin und Moreira. Während Enea Bastianini als Achter punktete, ging Teamkollege Maverick Vinales auf Platz 19 unter. Toprak Razagtlioglu zeigte ein starkes Finish, in der letzten Runde holte er sich Jack Miller für Platz 13 und war damit bester Yamaha-Pilot. Sehr ordentlich verkaufte sich Iker Lecuona. Auf der Marquez-Ducati von Gresini kam der Superbiker auf Platz 17 nur 0,3 sec hinter Fabio Quartararo ins Ziel.
In der WM festigte Bezzecchi die Tabellenführung. Nach 15 von 44 Rennen hat der Aprilia-Werksfahrer 20 Punkte Vorsprung auf Teamkollege Martin. Verlierer des Sprints war Fabio Di Giannantonio, der leer ausging. Pedro Acosta machte als Zweiter neue Punkte auf den WM-Dritten gut. Trotz des Sieges von Marc Marquez bleibt Aprilia mit 225 Punkten klare Nummer 1 bei den Herstellern.
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