Ungenügend: Schlechte Noten für VR46-Pilot Morbidelli von Experte Pernat
Trotz sehr guter Ausgangslage hat sich das MotoGP-Blatt gegen Franco Morbidelli gewendet. Für Fahrerlager-Experte Carlo Pernat liegt die Ursache der Dauerkrise seines Landsmanns tiefer vergraben.
2025 hieß eine der großen Überraschungen Franco Morbidelli. Das Gründungsmitglied der VR46-Akademie mobilisierte frische Energie und tobte über weite Strecken der Saison um und nicht selten vor dem wesentlichen höher eingestuften Fabio Di Giannantonio (auf Werksmaterial). Nach Podestplätzen und WM-Rang 7 auf einem Vorjahresmotorrad braucht es keine großen Überredungskünste, sich den Arbeitsplatz für 2026 zu sichern. Morbidelli unterschrieb einen Einjahresvertrag.
Doch bereits im Finale der letzten Kampagne knickte Morbidelli deutlich ein. Aus den letzten vier Rennen nahm «Morbido» nur vier Punkte mit.
2026 folgte der sportliche Absturz. Ein achter Platz beim Auftakt blieb in den 22 Anläufen bis zur Sommerpause das beste Resultat. Gefrustet wurde dann die Brechstange ausgepackt. Mit 13 Abflügen in der ersten Saisonhälfte nimmt Franco Morbidelli einen Spitzenplatz in der Crash-Statistik ein. Dass der Italiener mit brasilianischen Wurzeln schon früh resignierte, das glaubt auch Carlo Pernat. Für SPEEDWEEK.com kommentierte der einstige Aprilia-Sportchef und langjährige Fahrermanager speziell die bisherigen
Wenig überraschend fällt die Bewertung des Römers zur MotoGP-Halbzeit nicht positiv aus: «Franky ist mental aus der Meisterschaft heraus, nicht nur was das Fahrkönnen angeht. Das ist schade, denn in der Vergangenheit, zu Zeiten von Yamaha, war er ganz vorne mit dabei. Meiner Meinung nach hat ihm dieser berühmte Sturz in Estoril in der Vorsaison sehr geschadet. Ich weiß nicht, ob er noch immer unter den Nachwirkungen davon leidet. Aber in seinem Kopf ist etwas passiert, denn er ist nicht mehr der Fahrer, den wir kannten. Ich erinnere mich, dass er vor ein paar Jahren sehr gute Duelle mit Bastianini hatte, aber am Ende zu impulsiv war und stürzte.»
Pernat betont außerdem das starke Umfeld des 31-jährigen Ducati-Piloten: «Man darf nicht vergessen, dass er in einem Team mit namhaften Technikern fährt. Bei VR46 sind die Techniker, die schon mit Valentino zusammengearbeitet haben. Es ist ein starkes, gut organisiertes Team. Franco hat dort die volle Unterstützung von Valentino, der sein Freund ist. Aber was die mentale Seite angeht, wie man in Italien sagt: «ist die Kette schon seit ein paar Jahren gerissen.» Es missfällt mir, es so auszudrücken, aber er ist ein Rennfahrer, der vielleicht gar kein Rennfahrer mehr ist. Meine Bewertung für Morbidellis erste Saisonhälfte lautet leider: ungenügend. Ich hoffe aber, dass er, falls er weiter Rennen fahren will, einen Platz in der Superbike-WM findet.»
Vor dem Ende der 1000er-MotoGP-Ära ist aber nicht nur Franco Morbidelli auf der Suche nach einem neuen Job. Mit Jack Miller, Alex Rins, Maverick Vinales und Brad Binder werden stand heute vier weitere MotoGP-Sieger von der Bühne gehen.
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