Harley Davidson Weltcup
Toprak über Andrea Iannone: «Er ist immer noch schnell und etwas verrückt!»
Mugello-Sprint-Sieger Raul Fernandez steht ausgerechnet in seiner bisher besten Zeit in der MotoGP-WM bei den Kontroversen im Trackhouse-Team zwischen den Fronten. Noch ist wo «RF25» 2027 fahren wird.
Die MotoGP-WM erlebte in Mugello ein Tollhaus der Gefühle und eine so nicht zu erwartende Situation. Ausgerechnet zu den 100-Jahr-Feierlichkeiten von Ducati stahl Konkurrent Aprilia dem Platzhirsch in der Toskana die Show. Einer, der mitverantwortlich war – Trackhouse-Fahrer Raul Fernandez, der im Sprint am Samstag vor Jorge Martin für den ersten Aprilia-Doppelsieg des Mugello-Events sorgte. Ex-Champion Jorge Martin hatte die Medium-Reifen-Entscheidung von der Fernandez-Crew kopiert.
Hinter den Kulissen brodelt es aber. Teamchef Davide Brivio wird die US-Einheit Ende 2026 verlassen – deswegen hält sich die Begeisterung über den Italiener sowohl bei Aprilia als auch bei Trackhouse eher in Grenzen – trotz der Erfolge der Gegenwart. Vor den Mugello-Rennen gab es ein Meeting mit den Aprilia-Vertretern Fernandez und Jorge Martin, den «RF25» ja in Barcelona vom Motorrad geholt hatte. Dabei wurden einige Dinge geklärt. Fernandez wurde reiner Wein eingeschenkt, wie er sich künftig in engen Fights mit Markenkollegen verhalten soll. Der Fall ist nun abgehakt.
Der junge Spanier wirkte am Samstag bei den Interviews in Mugello dennoch keineswegs überschäumend – seine Stimmung war eher gedämpft –, wenn auch große Dankbarkeit gegenüber seiner Crew herauszuhören war. «Ich glaube, es war der schönste und gleichzeitig der schwierigste Moment meines Rennfahrerlebens. In den letzten Wochen, mit all dem, was man liest und sieht, ist es letztendlich schwer zu verkraften. Man sieht ja, dass die Situation nicht einfach ist. Ich habe nach dem Sprint-Sieg am Samstag die gesamte letzte Runde nach der Zielflagge geweint.»
Nach seiner Sprint-Mega-Leistung im Vorgarten von Ducati überraschte Raul dann auch noch mit einigen vielsagenden Statements gegenüber der spanischen Presse. Das Ganze klang auch nach Abschied: «Ich weiß, dass ich bis Jahresende für Trackhouse fahren werde. Wichtig ist, dass wir Spaß haben und kämpfen. Ich habe meine Familie und bin nach dem Samstag von Mugello mit mir im Reinen.» Auch Joan Mir sagte am Sonntagnachmittag, dass er verstehe, wenn Fernandez um sein Leben fahre, da es für ihn um einen neuen Deal gehe.
Am Sonntag ruderte ausgerechnet Davide Brivio zurück und deutete in einem Interview an, dass die MotoGP-Karriere von Raul Fernandez angesichts der gezeigten Leistungen durchaus weitergehen könnte – jedenfalls sei noch nichts entschieden. Fakt ist: Trackhouse Racing von US-Eigner Justin Marks erlebt ein bisher nie gesehenes Hoch – belegt dank Fernandez und Ai Ogura aktuell in der Team-Wertung Platz 2. Ziel muss es sein, maximal lange im sportlichen Hoch zu bleiben – ob mit oder ohne Fernandez, bleibt derweil offen.
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.