WM-Fünfter Philipp Öttl (Ducati): Ehrliche Analyse seiner Aragon-Leistung
Zur Hälfte der Supersport-WM 2026 liegt Philipp Öttl auf dem fünften Gesamtrang. Wie der Bayer aus dem Team Feel Ducati die Ränge 10 und 6 in Aragon beurteilt und wo er sich in dem starken Feld sieht.
Der sechste Event zur Supersport-Weltmeisterschaft fand im MotorLand Aragon nahe Alcaniz statt, jetzt ist Saisonhalbzeit. Während Yamaha-Ass Albert Arenas die Gesamtwertung mit 206 Punkten deutlich anführt, liegt Philipp Öttl aus dem Ducati-Team Feel Racing mit 121 Zählern hinter Arenas, Jaume Masia (Ducati, 166), Valentin Debise (ZX Moto, 163) und Can Öncü (Yamaha, 137) auf dem fünften Platz. Gegenüber Debise und Öncü hat Öttl in Aragon mit den Rängen 10 und 6 Punkte aufgeholt, auf die beiden an der Spitze vergrößerte sich der Rückstand.
Startplatz 13 war für Öttl keine ideale Ausgangsposition, er bekam im Qualifying keine fehlerfreie Runde zusammen und auch die Abstimmung seiner Ducati war nicht perfekt. Für das Warm-up konnte das Team einiges verbessern, wodurch Philipp für die Rennen besser aufgestellt war.
«Bei Asphalttemperaturen von über 50 Grad Celsius sind die Motorräder nicht einfach zu fahren», hielt der 30-Jährige fest. «Als Zehnter im ersten Rennen habe ich mir mit der sechstschnellsten Rennrunde, daraus resultierend dem sechsten Startplatz, und ständigen Fortschritten an meiner Ducati eine bessere Ausgangsposition für den Sonntag geschaffen. Mit dem sechsten Rang bin ich nicht ganz zufrieden, da ich gegen Ende den Anschluss zur Spitze verloren habe.»
Philipp Öttl: «... dann kannst du auch mal gewinnen»
«Immer, wenn ich ins Ziel komme, bin ich unter den ersten zehn, das ist wichtig», verdeutlichte Öttl gegenüber SPEEDWEEK.com. «Sicher will ich aufs Podium fahren und sicher will ich gewinnen, weil ich mir denke, dass es möglich ist und dieses Jahr auch schon hingehauen hat. Es werden auch Wochenenden kommen, an denen sich andere schwerer tun, wir müssen nur weiterarbeiten. Ich wäre gerne jedes Wochenende vorne, aber es gelingt halt nicht immer. Früher gab es ein paar schnelle Fahrer und Motorräder, jetzt sind es 20 schnelle Bikes mit 20 schnellen Fahrern. Wenn ein Tick fehlt, dann fehlt ein Tick. Ein Tick ist in einer Meisterschaft, in der 2/10 sec einen Unterschied machen, zu viel. Wenn du aber an einem Tag diesen Tick extra hast, dann kannst du auch mal gewinnen oder auf dem Podium stehen. Wir haben in der Supersport-WM eine gute Leistungsdichte mit verschiedenen Siegern und Fahrern auf dem Podest – nur Arenas ist konstant vorne.»
Weshalb bekommt Yamaha ab Balaton mehr Drehzahl, wenn sie die Konstrukteurs- und Fahrer-WM anführen?ducati-fahrer philipp öttl
Ärgerlich für Phillip: Beide Rennen in Aragonien wurden von Ducati-Kollegen gewonnen, Alessandro Zaccone und Jaume Masia triumphierten. «Die Fahrer machten den Unterschied», gab der Assen-Sieger unumwunden zu. «Die Motorräder sind im Moment relativ ausgeglichen. Was ich aber auch sagen muss: Weshalb bekommt Yamaha ab Balaton mehr Drehzahl, wenn sie die Konstrukteurs- und Fahrer-WM anführen? Mir ist das egal, ich weiß, dass ich ein gutes Team und eine gute Ducati habe, die rennt. Es geht nur um 200/min, aber jetzt ist Yamaha wieder so stark, wie sie es letztes Jahr zu Anfang waren.»
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