Motocross-Ass Tim Gajser (Yamaha): Saison der Leiden geht weiter
Yamaha-MXGP-Neuzugang Tim Gajser erlebte auch in Teutschenthal einen schmerzhaften Renntag und sprach danach über das Risiko beim Deutschland-Grand-Prix. Es hätte schlimmer kommen können.
Die Motocross-WM-Saison in der MXGP-Klasse läuft für Tim Gajser alles andere als nach seinen Vorstellungen. Der Yamaha-Neuzugang wurde auch beim Deutschland-GP in Teutschenthal schmerzhaft aus dem Sattel geworfen. Der 29-jährige Slowene war bereits mit einem lädierten rechten Knie nach Deutschland angereist, nachdem er am Start zu Lauf 2 in Lacapelle-Marival in eine heftige Kollision mit Tom Vialle (Honda) verwickelt worden war.
Nach Deutschland war Gajser wieder einmal mit dem gemieteten Privatjet angereist, um die Strapazen so gut wie möglich zu minimieren. Im zweiten Rennen am Sonntag tauchte Gajsers Yamaha im Pulk dann jedoch bei einem leichten Scurb-Versuch über einen Hügel auf dem nassen Untergrund weg, der Slowene lag wieder im Dreck. Auch Gajsers Oberkörper-Airbag löste dabei aus, der fünffache Weltmeister fuhr den zweiten Durchgang mit dem verbogenen Lenker zu Ende, heimste für Platz 19 lediglich zwei WM-Zähler ein.
«Wir haben Risiko genommen», bestätigte Gajser. «Nach der Verletzung von Frankreich war ich mir nicht mal sicher, ob ich in Deutschland am Gatter stehen würde. Die Quali, das Quali-Rennen am Samstag und Lauf 1 liefen sehr gut. Ich bin aber wirklich enttäuscht, wie der zweite Lauf geendet hat. Es war nicht das Resultat, das ich wollte – aber ich habe alles gegeben. Ich hatte mit Maxime (Renaux; Anm.) auf der Startgeraden eine Berührung – etwas später ist mir dann das Vorderrad weggerutscht. Ich habe noch versucht, den Sturz mit meinem Bein abzufangen, aber es hat mich vom Motorrad gekickt und ich hatte einen ziemlich bösen Crash.»
Gajser fuchtelte heftig in der Senke, um auf sich aufmerksam zu machen. «Es hat eine Weile gedauert, bis ich wieder losfahren konnte, weil die anderen Fahrer noch über die Passage gesprungen kamen. Der Lenker war schlimm verbogen, was es wirklich schwierig gemacht hat, das Bike zu fahren. Es war frustrierend, weil es vermeidbar gewesen wäre. Aber gleichzeitig bin ich dankbar, dass ich nach so einem großen Crash okay bin. Ich muss daraus definitiv lernen und geduldiger sein in den ersten Runden – speziell, wenn mir kein guter Start gelingt.»
Eines ist klar: Gajser, der im April mit gebrochenen Rippen in Arco sogar einen Lauf gewann, wird auch bei der Sand-Schlacht in Kegums am Wochenende nicht bei voller Fitness sein. In der WM-Tabelle beträgt Gajsers Rückstand auf Kumpel Lucas Coenen (Red Bull KTM) somit bereits 88 Punkte.
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