Rookie Razgatlioglu mit Plänen: «Balaton Park passt am besten zu mir»
Dass es nach einem intensiven Zeittraining in Ungarn am Ende nicht für den Sprung ins Q2 reichte, brachte Pramac-Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu nicht zur Verzweiflung. Der Rookie sieht seine Chance.
Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu versprühte vor dem MotoGP-Wochenende auf dem Balaton Park Circuit viel Optimismus. Zum einen konnte der Rookie am Sonntag in Mugello mit seiner Pramac-Crew bei seiner Yamaha eine entscheidende Änderung vornehmen, damit er sein Gefühl verbessern konnte. Der Schlüssel lag in der Motorbremse. Zum anderen glaubt er, dass ihm der enge Kurs nahe dem Plattensee mit dem Stop-and-Go-Charakter entgegenkommt. Und jeder weiß, welche Qualitäten der Superbike-Weltmeister auf der Bremse hat.
Zumindest am Freitag wurde seine Einschätzung bestätigt. Im FP1 landete Toprak auf Rang 10, im Zeittraining belegte er mit gut einer Sekunde Rückstand auf die Bestzeit Platz 12. Lange hatte sich die Yamaha mit der Nummer 07 sogar auf Rang 8 gehalten. Doch trotz Verbesserungen erging es «El Turco» im letzten Abdrücken wie anderen Piloten auch. Bagnaia, der fünf Minuten vor Ende der Session auf P7 lag, fand sich nach der turbulenten Schlussphase gar noch hinter dem Pramac-Neuzugang wieder.
Der Frust über das Freitagsresultat hielt sich in Grenzen: «Das Tempo war Q2-tauglich, aber am Ende waren die Probleme mit dem soften Hinterreifen und dem schiebenden Heck doch zu groß, Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Auf den MotoGP-Bikes war es das erste Mal hier und es fühlt sich in mehreren Punkten anders an», so Razgatlıoglu.
Der Umsteiger weiter: «Neu war für mich auch der erste Abschnitt. Hier wurde frischer Asphalt aufgebracht. Das in Kombination mit dem Michelin-Vorderreifen war ein sonderbares Gefühl. Der Grip in Kurve 1 war sehr gering – auch wenn es den anderen Jungs nicht anders ergangen sein wird.»
Dann bestätigte «El Turco» den grundsätzlichen Fortschritt seit Mugello: «Die Änderungen, in erster Linie in der Wirkung der Motorbremse, helfen mir. Es ist noch nicht perfekt, aber eine klare Verbesserung. Dazu kommt der Charakter der Piste, der passt eben sehr viel besser zu meinem ganzen Stil – es dürfte die beste Strecke für mich sein.»
Den größeren Unterschied will der Rookie dann in den beiden Rennen machen. «Wenn ich mit Medium-Reifen fahre, dann fährt es sich für mich nochmal besser. Ich werde aber unbedingt versuchen, morgen die Zeit zu finden, um ins Q2 zu finden – dann kann ich noch mehr profitieren.»
Insgesamt schlugen sich die Yamaha-Piloten im Balaton-Zeittraining beachtlich. Jack Miller fand zu alter Stärke zurück und landet gar als Zehnter im Q2. Fabio Quartararo, der lange hinter Toprak lag, war in der letzten Runde 0,056 s schneller als der Neuling. Mit dem Franzosen und Bagnaia warten im Q2 schwere Gegner auf den Rookie, dessen große Stärke die Rennen sind – und nicht eine einzelne schnelle Runde.
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