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Scott Redding über mangelnde Unterstützung: «Der Pass ist nur die Ausrede»

Redding gewann 2008 in Donington vor Marc Marquez. Im Podcast erklärt er jetzt, warum die beiden Karrieren danach so weit auseinandergingen – und nimmt Großbritannien in die Pflicht.

MotoGP

Im Artikel erwähnt



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Am 22. Juni 2008 standen sie zum ersten und einzigen Mal gemeinsam auf einem Grand-Prix-Podest: Scott Redding gewann in Donington Park als 15-Jähriger den 125er-Lauf, Zweiter wurde der spätere Weltmeister Mike Di Meglio, Dritter ein noch jüngerer Spanier namens Marc Marquez. Achtzehn Jahre später ist der eine die prägende Figur der MotoGP, der andere fährt in der britischen Superbike-Meisterschaft. Im Podcast «Scruff Bags by HMY» wurde Redding gefragt, ob seine Nationalität daran schuld sei.

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Wie immer: «Das Geld war der Unterschied»

Redding verneint diese Frage nicht, hält sie aber für zweitrangig. «Das wurde immer als großes Thema gehandelt, und natürlich spielt es eine Rolle. Aber der größte Teil ist das Geld und die Förderung, die Marc Marquez bekam und Scott Redding nicht», erklärte der inzwischen 33-Jährige seine Sichtweise.

Redding fuhr 2008 für Blusens-Aprilia, ein Mittelfeld-Team, das nicht das beste Material zur Verfügung hatte. Marquez war im selben Zeitraum bei Repsol KTM und anschließend im Werksteam untergebracht, später bei Red Bull Ajo. «Er war immer auf dem besten Material», so Redding. «In der Moto2 hatte er sein eigenes Team mit seinen eigenen Leuten, und die gingen anschließend geschlossen mit ihm in die MotoGP.»

Dazu kam das Timing. Die sogenannte Rookie-Regel schrieb Neulingen zwei Jahre in einem Satellitenteam vor, ehe der Wechsel zu einem Werksteam erlaubt war. «Diese Regel galt zwei Jahre. Als Marquez kam, war sie weg. Direkt ins Werksteam von Honda», erklärte der Brite die schnell verworfene Regeländerung. «Ich beschwere mich nicht darüber, aber das sind die Unterschiede.»

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Ist die Nationalität entscheidend? «Wir benutzen den Pass als Ausrede»

Deutlicher wird er, wenn es um die Strukturen in seiner Heimat geht. «Ich glaube nicht, dass der britische Pass alles erklärt. Ich glaube, der Pass ist der Name, den wir dem Ganzen geben, um zu entschuldigen, dass wir nicht mehr für unsere Fahrer tun.» Klare Kritik in Richtung Politik und Gesellschaft.

Seine Rechnung: «Warum sagt keine große britische Firma: ‚Wir haben einen der besten britischen Fahrer der Welt, er hat einen Heim-Grand-Prix gewonnen, da steckt Zukunft drin, holen wir ihn auf das Werksmotorrad!‘ Das passiert nicht. Marquez hatte Repsol und Red Bull. Dagegen kommst du nicht an.»

Die Folge sei ein struktureller Nachteil, den fahrerisches Können allein nicht ausgleichen könne. «Am Ende nimmst du, was übrigbleibt, und trotzdem werden Wunder von dir erwartet. Das funktioniert nicht. Eine Zeit lang kam ich damit zurecht, aber irgendwann war es vorbei.»

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Wie hoch der Materialanteil wiegt, illustriert Redding mit einer Episode aus seinem Honda-Jahr 2015 bei Marc VDS. Nach drei Rennen durften Marquez und Dani Pedrosa auf ein früheres Chassis zurückwechseln, Redding nicht; er musste die Saison mit der Fehlkonstruktion zu Ende fahren. «Marc hat mir später gesagt, er habe Mitleid mit mir gehabt, weil er genau wusste, womit ich kämpfe.»

Bereut hat er seinen Weg nicht. «Die da oben werden mit 50 auf ihren Yachten sitzen, aber in Cadwell Park stehen sie sicher nicht.»

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