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Stefan Bradl (8.): «Mir geht weniger durch den Kopf»

Stefan Bradls Leistung mit der Open-Yamaha des Forward-Teams in Sepang verlangte der Konkurrenz Respekt ab. «Aber an den sechs Werksbikes werde ich mir die Zähne ausbeissen», meint er.

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Stefan Bradl schaute am Freitagabend nach dem dritten Testtag in Sepang noch bei seinem alten LCR-Team vorbei und flachste mit seinen ehemaligen Mechanikern Joan und Chris.

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Dem Forward-Yamaha-Neuling war die innere Zufriedenheit anzumerken, auch wenn er nicht lauthals jubelte. Die erste Standortbestimmung lässt jedoch einmal die Vermutung zu, dass er für den Gewinn der Open-Class gute Karten hat, was für die Yamaha-Manager Nakajima, Tsuji und Jarvis von grosser Bedeutung ist, weil Yamaha auf diesem Gebiet das bessere Paket, einen schlagkräftigen Fahrer und eine wirklich professionelle Technikcrew hat.

Die Vermutung, die YZR-M1-Yamaha passe besser zum runden, sanften Fahrstil des Moto2-Weltmeisters von 2011, bekam in Sepang neue Nahrung. Und sein LCR-Nachfolger Cal Crutchlow lernt die Tücken der Honda RC213V gerade kennen...

Bradl wirkt befreit und gelassen, er spürt nicht mehr den Druck des ewigen Aufs-Podest-Fahren-Müssens, was mit einer Kunden-Honda ein Kunststück ist, wie jetzt die Ränge der neuen Honda-Factory-Fahrer beweisen: 11. Crutchlow. 17. Redding. (Bradl reiste im Vorjahr als Fünfter vom ersten Sepang-Test ab).

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Es hat sich schon im Sommer abgezeichnet, dass HRC für die Kundenteams Marc VDS und CWM-LCR wohl keine besseren Fahrer bekommt als das letztjährige Duo Bautista und Bradl.

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Zur Erinnerung: Bradl erreichte 2014 bei den letzten vier Rennen zwei vierte Plätze – in Aragón und Sepang.

Nach der enttäuschenden Saison 2014 hat Bradl einmal eingeräumt, er habe das Selbstvertrauen verloren, als ihm klar wurde, dass HRC das Vertrauen in ihn verloren hatte und einen Nachfolger suchte – es wurde der 19-jährige Jack Miller.

Bradl verzichtete auf eine Vertragsverlängerung bei LCR, weil bis Ende Juli nicht klar war, ob ein zweiter Fahrer finanziert werden konnte und wochenlang kein konkretes Angebot auf den Tisch kam.

Forward hingegen empfing Bradl mit offenen Armen, er durfte sich aus den zwei Crews die besten Leute aussuchen, er hat mit Dirk Debus und Tex Geissler erstmals in seiner MotoGP-Karriere zwei deutsche Techniker im Team, die Atmosphäre ist familiär, aber trotzdem professionell. Im März wird ein neuer Hauptsponsor vorgestellt, der Support von Yamaha ist vorbildlich.

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Bradl: "Die Zähne ausbeissen"

Bradl wollte erst nach dem Sepang-Test eine konkrete Ansage zu seinen Chancen für 2015 machen. Er wollte hier in die Top-Ten fahren und maximal eine Sekunde auf die Bestzeit verlieren. Das ist nur teilweise gelungen, er landete zwar auf Platz 8, liegt aber 1,427 Sekunden hinter dem überragenden Marc Márquez. Zum Drittplatzierten Andrea Iannone (Ducati) fehlen 0,906 Sekunden, zu Rossi 0,893 Sekunden.

"Es wird in diesem Jahr mit Sicherheit ein starker Kampf, es gibt viele starke Gegner", ist sich Bradl bewusst. "An den sechs richtigen Werksmotorrädern von Honda, Yamaha und Ducati werden wir uns die Zähne ausbeissen", meint der siebenfache GP-Sieger. "Das war kein schlechter Auftakt für uns. Suzuki ist etwas stärker als erwartet, Aleix sowieso und Maverick auch. Mit denen ist mit Sicherheit zu rechnen."

Er habe den Wechsel zu Forward-Yamaha noch keine Sekunde bereut, liess Bradl durchblicken. "Diese Technikcrew ist sehr gut, da gibt es nichts zu meckern. Mit Dirk und Tex spreche ich hin und wieder in der Box auch Deutsch, das ist ganz angenehm und hilft uns auch, die Feinheiten bei der Elektronik noch detaillierter zu besprechen. Am ersten Tag hatten wir mit der neuen Einheits-Software von Magneti Marelli noch Probleme, aber jetzt haben wir eine einwandfreie Basis. Es ist annehmbar. Es ist ein Unterschied zu einer Factory-Software zu spüren, aber er hält sich in Grenzen. Dass ich kein Seamless-Getriebe habe, ist spürbar. Auf dieser Strecke macht das zwei, drei Zehntel aus, würde ich sagen. Sepang ist eine Piste, auf der man sehr viel schalten muss und wo ein Seamless sicher kein Hindernis wäre."

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Die Gegner hinter den sechs Werksmaschinen sind zahlreich. Um Platz 7 streiten die zwei Tech3-Yamaha, Bradl, Crutchlow, die beiden Pramac-Ducati, die zwei Suzuki und Redding. "Und mit Sicherheit manchmal noch ein paar weitere", vermutet der Bayer.

Bradl kümmert sich momentan in erster Linie um einen konstanten Rennspeed, am liebsten würde er alle 18 Rennen auf Platz 7 beenden. "Dann wäre ich vielleicht WM-Fünfter", schmunzelt er. "Wir hätten viel mehr neue Reifen zur Verfügung gehabt, aber wir haben die Konstanz in den Vordergrund gestellt und sind viel mit gebrauchten Reifen gefahren. Wir wollen auch mit 15 und 20 Runden alten Reifen noch flott vorwärts kommen."

Bei Forward-Yamaha ist Bradl auf dem besten Weg, wieder zu jener Unbeschwertheit zurückzufinden, die ihn 2012, 2013 und bis etwa zum Mugello-GP 2014 ausgezeichnet hat.

Dann beging HRC Kindesweglegung, für Bradl gingen die Zukunftssorgen los, er wirkte und war verunssichert.

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"Ich merke schon, mir geht jetzt beim Fahren viel weniger durch den Kopf als in der zweiten Saisonhälfte 2014", verriet der Yamaha-Neuling.

Die Testzeiten in Sepang (Freitag, 6. Februar), 18 Uhr Ortszeit

Die kombinierte Zeitenliste vom Sepang-Test (Mi-Fr)

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