Ducati: Im 100. Jahr des Bestehens am Ende wieder obenauf in der MotoGP?
Die MotoGP-Saison 2026 und speziell der 4. Juli sind für Ducati ganz besondere Momente. Irgendwie ganzjährig bzw. speziell am heutigen Tag feiert man das 100-jährige Firmen-Bestehen.
In diesem Jahr wird der traditionsreiche italienische Motorrad-Hersteller Ducati 100 Jahre alt. Die am 4. Juli 1926 in Bologna gegründete Firma war zunächst in der Elektromechanik zu Hause. 1936 bezog man eine neue Fabrikanlage im Bologneser Stadtteil Borgo Panigale.
1947 begann man dann mit der Produktion von Hilfsmotoren und Kleinkrafträdern. Die motorsportlichen Aktivitäten beschränkten sich zunächst auf ein paar Ausdauerrennen.
In den 1960er-Jahren gab es ein kurzes Aufflackern mit einer 125er-Rennmaschine. Später engagierte man sich nach der Verbannung der Viertakter aus dem Grand-Prix-Sport in der Formel TT, wobei man mit dem Altmeister Mike Hailwood 1978 TT-F1-Weltmeister wurde. In der F2 führte zwischen 1981 und 1983 an Tony Rutter und Ducati kein Weg vorbei.
1985 kam es zwecks Verbreiterung der Modellpalette zum Zusammenschluss von Ducati und Cagiva. Während Cagiva GP-Sport betrieb, konzentrierte sich Ducati auf die neu initiierte Superbike-WM. 1990 holte Raymond Roche den ersten Titel nach Bologna. Danach waren es Doug Polen (2), Carl Fogarty (4), Troy Corser, Troy Bayliss (3), Neil Hodgson, James Toseland und Carlos Checa, die für Ducati weitere WM-Titel sammelten. Hatte man in den ersten 24 Jahren der Superbike-WM 14 Mal den Weltmeister gestellt, durchschritt man nach Carlos Checas Titelgewinn 2011 eine Durststrecke, die Alvaro Bautista 2022 beendete. 2023 verteidigte er den Titel erfolgreich.
Erster MotoGP-WM-Titel im Jahr 2007 mit Casey Stoner
Mit der Rückkehr zum Viertakter im Grand-Prix-Zirkus, der MotoGP, in der Saison 2002 nahm auch Ducatis Interesse an dieser Szene zu, was im Einstieg 2003 mündete. Aus dem Stand gelang Loris Capirossi mit der V4-Desmosedici beim Saisonauftakt in Suzuka Rang 3 und beim sechsten Saisonrennen in Barcelona der erste MotoGP-Sieg. Am Jahresende wurde der kleine Italiener WM-Vierter und Troy Bayliss Sechster. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte man 2007, als man mit Casey Stoner erstmals im Grand-Prix-Sport Weltmeister wurde.
Auf den nächsten WM-Titel musste der italienische Hersteller, der seit 2012 Teil des Volkswagen-Konzerns ist, mit seiner Rennabteilung Ducati Corse bis 2022 warten, dann erlöste ihn Pecco Bagnaia. Seit dem gewann man mit erneut Pecco Bagnaia 2023 sowie Jorge Martin 2024 und Marc Marquez 2025 vier MotoGP-Titel in Folge. Nach zähem Saisonbeginn 2026 ist man inzwischen wieder im Titelrennen. Vor dem Sachsenring-GP vom 10. bis 12. Juli liegt der Italiener Fabio di Giannantonio vom Ducati-Satelliten-Team Pertamina Enduro VR46 Racing hinter dem Aprilia-Duo Jorge Martin/Marco Bezzecchi auf Tabellenrang 3. Marc Marquez vom Ducati-Lenovo-Werksteam ist mit 40 Punkten Rückstand auf den Meisterschaftsleader Fünfter und Stallgefährte Pecco Bagnaia ist mit einer weiteren Desmosedici GP26 als Gesamtachter mit 63 Punkten Rückstand auch nicht total chancenlos. Nach den Sprint- und Hauptrennen auf dem Sachsenring ist erst einmal Halbzeit der 22-teiligen WM-Serie.
In der Superbike-WM 2026 ist der nächste Titelgewinn fast unausweichlich. Der Italiener Nicolo Bulega hat bei den bisherigen sieben Saisonevents alle Rennen, Sprint- und je zwei Hauptrennen, gewonnen. In Summe sind das deren 21 Läufe mit weißer Weste. Mit der Maximal-Punktzahl 434 liegt die Nummer 1 im Werksteam Aruba Ducati dem Tabellenzweiten 121 Zähler voraus. Dies ist mit dem Spanier Iker Lecuona gewissermaßen die Back-up-Variante im Ducati-Werksteam. Die weitere Absicherung, dass es mit dem WM-Titel 2026 klappt, ist der Italiener Yari Montella, der im Barni Spark Racing Team eine weitere «Duc» (Panigale V4R) pilotiert und Tabellendritter ist. In der seriennahen Motorrad-Weltmeisterschaft findet die Fortsetzung ebenfalls vom 10. bis 12. Juli in Donington Park statt.
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