TT 2026: Julian Trummer auf seiner persönlich schnellsten Runde gestoppt
Drei 21. Ränge und ein 18. Platz zum Abschluss sind nicht die Resultate, warum Julian Trummer an der Tourist Trophy teilnimmt, doch der 35-jährige Österreicher nimmt viel Positives vom Event mit.
Seit 2023 ist Julian Trummer der schnellste Fahrer bei der Tourist Trophy, dessen Muttersprache nicht Englisch ist. Obwohl er letzten Jahr aus Sicherheitsgründen auf einen Start verzichtet hatte, weil die Vorbereitung der Motorräder nicht seinen Vorstellungen entsprach, wurde der Österreicher dieses Jahr neben Road-Racing-Assen wie McGuinness, Harrison, Dunlop oder Hickman erstmals in den erlesenen Kreis der 20 gesetzten Fahrer aufgenommen.
Natürlich stellte nicht nur er sich die Frage, ob ihm die fehlenden Runden mit einem Superbike auf dem über 60 Kilometer langen Snaefell Mountain Course abgehen könnten. Zusätzlich gab es erneut einen Markenwechsel zu verkraften, doch Trummer ließ sich davon nicht verunsichern. Bereits in seiner ersten Trainingsrunde auf der Smith Racing BMW erreichte er einen Schnitt von über 125 Meilen pro Stunde.
Wenn man bedenkt, dass Trummer mit dem Fahrverhalten seiner Maschine alles andere als zufrieden war, muss seine Steigerung in der darauffolgenden Runde auf über 126,5 mph als beachtlich eingestuft werden, immerhin war es die neuntschnellste Zeit in der Superstock-Kategorie. Nachdem die Tipps aus seiner Heimat zu einer deutlichen Verbesserung des Fahrwerks gebracht hatte, fehlten ihm am Ende des Qualifyings nur noch wenige Sekunden auf seine Bestzeit.
«Die Pace für eine +130-mph-Runde war da, aber wir haben uns verzockt»
«Damit wussten wir, dass dieses Jahr meine Pace für +130mph-Runden da ist. Im Superbike-Rennen haben wir beim Fahrwerkssetup etwas versucht und uns leider verzockt», zeigte sich der 35-jährige Steirer selbstkritisch nach einem hart erarbeiteten 21. Rang. Dieselbe Platzierung erreichte Trummer trotz fehlendem Topspeed auch in den beiden Rennen der Supersport-Klasse.
In der ersten Runde der Senior-TT ging Trummer am Freitagabend etwas zu zögerlich ans Werk. «Ich war verhalten unterwegs, um mich an die Bedingungen zu gewöhnen und ein Gefühl aufzubauen, schließlich bin ich fünf Tage auf keiner 1000er gesessen. Die beiden ersten Sektoren auf Runde 2 waren meine schnellsten Sektoren aller Zeiten, dann wurde das Rennen leider abgebrochen.»
Nachdem am Samstag Regen und Nebel einen Neustart nicht zuließen - auch die beiden Rennen der Superstock-Klasse, für die er sich einiges vorgenommen hatte, fielen den schlechten äußeren Bedingungen zum Opfer -, wurde schließlich die Runde als Resultat der Senior-TT gewertet und Dean Harrison zum Sieger ausgerufen. Als 18. durfte sich der BMW-Pilot wenigstens über ein kleines Stück vom Preisgeldkuchen freuen.
Teilnahme am Southern 100 soll gegen TT-Blues helfen
«Nun ja, die diesjährige TT war für niemanden einfach und wir könnten uns jetzt auf das Negative konzentrieren, aber wir müssen das Positive mitnehmen. Ich weiß, dass ich auch ohne viel zu pushen leicht Runden mit einem Schnitt von 127 mph fahren kann. Wir haben nun eine gute Grundeinstellung des Fahrwerks, auf der wir 2027 aufbauen können. Ich komme dann erstmals mit einem Bike zurück, mit dem ich davor schon einmal gefahren bin.»
«Auch auf der Triumph konnte ich in beiden Rennen persönliche Bestzeiten fahren, obwohl beim Topspeed mehr als zehn Meilen pro Stunde auf die unmittelbaren Konkurrenten gefehlt haben. Wir wissen jetzt, dass wir sehr viel Potenzial haben und müssen sicherstellen, dass wir es nächstes Jahr voll ausschöpfen.»
«In vier Wochen geht es für mich wieder zurück auf die Isle of Man. Da werde ich zum ersten Mal am Southern 100 teilnehmen. Dieses Wissen lindert meinen TT-Blues. Und im August wartet dann die Classic TT auf mich.»
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