Lennard Göttlich verlässt die Sidecar-WM-Szene und fährt wieder Motorrad
Bei der Familie Göttlich geht es nicht ohne Motorrad. Sei es mit drei oder zwei Rädern. Lennard Göttlich wird statt im Boot eines Seitenwagens in diesem Jahr mit einer Yamaha R7 an den Start rollen.
Noch fehlen viele Unterschriften auf den Verträgen für 2027. Und doch lässt sich ein konkretes Bild der Königsklasse im Jahr 1 mit 850 ccm zeichnen. Etliche Transfers von Topfahrern gelten als sicher.
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Nach einigen Jahren im Sidecar-Sport schlägt Lennard Göttlich ein neues Kapitel auf: In der Saison 2026 kehrt er offiziell in den Solo-Motorradsport zurück. Nach ersten Einsätzen im ADAC Junior Cup im vergangenen Jahr, in direkter Konkurrenz zu seiner schnellen Schwester Smilla, will er nun im Yamaha R7 Cup wieder voll angreifen. Dass der Motorsport für ihn mehr ist als nur ein Hobby, kommt nicht von ungefähr. Er stammt aus einer sportbegeisterten Familie und saß bereits als Kind auf Pocket Bikes und Minibikes.
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Über den ADAC Junior Cup in den Jahren 2018 und 2019 führte sein Weg 2020 in die IDM Supersport 300, ehe er ab 2021 einen eher ungewöhnlichen Schritt wagte und in den Seitenwagen-Sport wechselte. Auch seine jüngere Schwester Smilla ist bereits seit Längerem im Rennsport aktiv und startet in diesem Jahr im Moto4 Northern Talent Cup. Schon 2025 kehrte Lennard überraschend in den Zweiradsport zurück. Dabei war das Comeback ursprünglich gar nicht der Plan des 21-Jährigen. »Eigentlich war es im vergangenen Jahr nicht geplant, den Junior Cup komplett zu fahren», erklärt Göttlich. Erst der Rückzug aus der Sidecar-Weltmeisterschaft vor dem Rennen in Most brachte die Wende. «Dadurch habe ich letztes Jahr wieder Spaß am Zweirad gefunden, der mir in meiner IDM Saison 2020 verloren gegangen war. Ich habe gemerkt, dass mir natürlich viel Speed auf dem Motorrad verloren gegangen ist, aber die Grundlagen habe ich doch nicht verlernt. Da ist die Entscheidung dann leichtgefallen, wieder auf zwei Rädern im Yamaha R7 Cup anzugreifen.»
In der Weltmeisterschaft habe ich gelernt, wie man mit negativen Erfahrungen umgeht.Lennard Göttlich
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Ein entscheidender Moment für die Rückkehr kam im Winter. «Mit etwas Abstand zur Sidecar-WM habe ich gemerkt, dass ich gern wieder Motorradrennen fahren würde», sagt der Sachse. «Klar kann man einfach bei einem Trackday seine Runden drehen, das macht auch alles Spaß. Aber Rennen zu fahren und um eine Meisterschaft zu kämpfen, ist einfach nochmal etwas anderes.» Auch die Wahl der Serie ist kein Zufall. «Die Organisation ist sehr professionell und die R7 hat mir sehr gut gefallen. Es stehen tolle Rennstrecken auf dem Plan.» Ein wichtiger Faktor sei zudem die Reisedistanz: «Die letzten Jahre mussten wir mit dem Sidecar unter anderem zu Rennen nach Frankreich, Portugal oder nach Ungarn. Da kommt uns der Kalender mit den Rennen in Deutschland und Tschechien sehr gelegen.»
Noch fehlen viele Unterschriften auf den Verträgen für 2027. Und doch lässt sich ein konkretes Bild der Königsklasse im Jahr 1 mit 850 ccm zeichnen. Etliche Transfers von Topfahrern gelten als sicher.
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Aus der Seitenwagen-Welt nimmt er wertvolle Erfahrungen mit. »Ich würde jetzt gern sagen das technische Verständnis, aber das wäre gelogen», sagt er mit einem Schmunzeln. «Ich denke, dass es die Rennerfahrung und der Umgang mit Druck sind, die mir helfen werden. Mental ist der Sidecar-Sport definitiv anspruchsvoller, wobei die Gruppen-Rennen auf kleineren Motorrädern dem Fahrer auch alles abverlangen.»
Die ersten Meter zurück auf dem Bike waren für Lennard Göttlich zunächst ungewohnt: «Überraschend war zu Beginn tatsächlich der Wind beim Anbremsen sowie die Bewegung auf und im Motorrad. Nach fünf Runden war es alles wieder Normalität. Eine Prognose kann ich nur schwer abgeben, denn ich kenne bis auf Maxime Schmid niemanden von der Konkurrenz. Ich habe selbst erst 1,5 Tage auf der R7 gesessen. Ich denke, ein Platz unter den Top-5 in Brünn wäre ein solides Resultat für den Anfang. Das Hauptziel ist und bleibt, Spaß am Motorsport zu haben.» Die Zeit im Sidecar hat ihn nicht nur sportlich, sondern auch persönlich geprägt. «In der Weltmeisterschaft habe ich gelernt, wie man mit negativen Erfahrungen umgeht», sagt er. «Wie man sich selbst motivieren kann weiterzumachen, obwohl man immer wieder mit negativen Erfahrungen konfrontiert wird. Dadurch lernt man, dass Erfolg nicht selbstverständlich ist und Misserfolg auch nicht fatal.»
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