Krasses Finale beim Speedway-GP2 Lodsch: Nur ein Fahrer sah die Zielflagge
Der Pole Maksymilian Pawelczak war bis zum Finale der überragende Fahrer im SGP2 in Lodsch, doch dann triumphierte der Däne Mikkel Andersen und hält nun alle Trümpfe für den U21-WM-Titel in der Hand.
Der Däne Mikkel Andersen ist vor dem letzten Rennen des SGP2 im dänischen Vojens Mitte September der große Favorit auf den U21-WM-Titel und hat nach seinem Sieg in Lodsch (Lodz) zehn Punkte Vorsprung auf Maksymilian Pawelczak. Der Pole war bei seinem Heimrennen in den Vorläufen der herausragende Fahrer und hat sich ungeschlagen für das Finale qualifiziert. Andersen hingegen kam zunächst nicht gut in den Renntag und fuhr in seinen ersten beiden Läufen nur zwei Zähler ein. Der Wechsel des Motorrads vor dem dritten Durchgang zeigte Wirkung und der Sohn von Brian Andersen steigerte sich deutlich.
Dennoch musste Andersen sich seinen Platz im Finale über den Last-Chance-Heat erarbeiten, da er zu Beginn des Rennens zu viele Punkte hatte liegen lassen. Andersen und sein Landsmann Nicolai Heiselberg schafften es dann aber souverän, in den Endlauf einzuziehen, in dem nur Andersen übrigblieb. Zunächst stürzte der Australier Beau Bailey, der bereits in einem der Vorläufe dabei war, als nur ein Fahrer die Zielflagge sah. Bailey war in der Startkurve auf Pawelczak aufgefahren, kam zu Fall und in Folge des Sturzes stürzte auch Heiselberg, der im Re-Run nicht mehr antreten konnte. Somit standen im Widerholungslauf nur noch Andersen und Pawelczak am Band. Als Andersen eingangs der Zielkurve am Polen vorbeizog, stürzte dieser selbstverschuldet, sodass Mikkel als einzig Verbliebener den Sieg einheimste.
Mikkel Andersen kann es Vater Brian gleichtun
«Das war ein hart erarbeiteter Sieg», so die Bilanz Andersens. «Ich hatte nach den ersten beiden Läufen nicht damit gerechnet ins Finale einzuziehen, und kann es immer noch nicht glauben. Im ersten Lauf habe ich das falsche Motorrad gewählt und wurde Dritter; im zweiten habe ich es noch einmal mit dem Bike versucht. Das war ein Fehler, und ich wurde wieder Dritter. Dann musste ich auf das Ersatzmotorrad zurückgreifen, und damit hat es sofort funktioniert.»
Im Saisonfinale in Vojens reicht Mikkel Andersen ein sechster Rang, um neuer U21-Weltmeister zu werden, was 1991 seinem Vater Brian im Tagesfinale in Coventry gelang. «Ich freue mich darauf, in Vojens vor meinem Heimpublikum zu fahren und will eine gute Leistung zeigen – das ist erst mal das Wichtigste», blickt der Däne voraus. «Wir haben 16 schnelle Fahrer am Start, also ist alles möglich und in Vojens beginnt alles wieder bei null, deshalb gehen wir es Schritt für Schritt an. Wenn es am Ende passt, wäre ich natürlich überglücklich.»
Janek Konzack mit ordentlichem SGP2-Debüt
In seinem ersten Lauf war Janek Konzack nach einer für ihn ungünstigen ersten Kurve noch weit hinter dem Feld, schaffte es an die Gegner heranzufahren, doch in die Punkteränge kam er nicht mehr. In seinem zweiten Lauf kam der Deutsche besser vom Start weg und positionierte sich nach der ersten Runde auf dem zweiten Rang, den er sicher vor Antoni Mencel und Nicolai Heiselberg ins Ziel brachte. In den beiden Folgeläufen musste der WM-Nachrücker dann jeweils von Startplatz Gelb los und schaffte es im dritten Durchgang noch an Sven Cerjak vorbeizufahren. Im vierten Durchgang blieb Janek punktelos. Seinen vierten Punkt erfuhr sich der 16-Jährige im letzten Vorlauf, als er den Australier Mitch McDiarmid hinter sich halten konnte.
Ergebnisse SGP2 Lodsch/PL:
1. Mikkel Andersen (DK), 20 WM-Punkte/10 Vorlaufpunkte
2. Maksymilian Pawelczak (PL), 18/15
3. Nicolai Heiselberg (DK), 16/9
4. Beau Bailey (AUS), 14/11
5. Slater Lightcap (USA), 12/8
6. Will Cairns (GB), 11/7
7. Adam Bednar (CZ), 10/8
8. William Drejer (DK), 9/6
9. Villads Nagel (DK), 8/9
10. Mitch McDiarmid (AUS), 7/7
11. Kevin Malkiewicz (PL), 6/6
12. Rasmus Karlsson (S), 5/5
13. Antoni Mencel (PL), 4/5
14. Janek Konzack (D), 3/3
15. Kacper Halkiewicz (PL), 2/3
16. Antoni Kawczynski (PL), 1/2
17. Sven Cerjak (SK), 0/1
18. Radoslaw Kowalski (PL), 0/1
Last-Chance-Qualifier 1: 1. Mikkel Andersen, 2. Will Cairns, 3. Adam Bednar, 4. Mitch McDiarmid
Last-Chane-Qualifier 2: 1. Nicolai Heiselberg, 2. Slater Lightcap, 3. William Drejer, 4. Villads Nagel
Finale: 1. Mikkel Andersen, 2. Maksymilian Pawelczak (S), 3. Nicolai Heiselberg (N), 4. Beau Bailey (D)
Stand nach 2 von 3 Rennen:
1. Mikkel Andersen (DK), 38 WM-Punkte
2. Maksymilian Pawelczak (PL), 28
3. Villads Nagel (DK), 24
4. Beau Bailey (AUS), 23
5. William Drejer (DK), 23
6. Slater Lightcap (USA), 23
7. Nicolai Heiselberg (DK), 22
8. Wiktor Przyjemski (PL), 20
9. Will Cairns (GB), 19
10. Kevin Malkiewicz (PL), 18
11. Rasmus Karlsson (S), 12
12. Adam Bednar (CZ), 10
13. Mitch McDiarmid (AUS), 9
14. Antoni Mencel (PL), 9
15. Sven Cerjak (SK), 4
16. Janek Konzack (D), 3
17. Leo Klasson (S), 3
18. Kacper Halkiewicz (PL), 2
19. Antoni Kawczynski (PL), 1
20. Alfons Wiltander (S), 1
21. Radoslaw Kowalski (PL), 0
22. Harry Lundahl (S), 0
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach