Di Giannantonio: Der WM-Vierte kehrt an die Trauma-Rennstrecke zurück
Sportlich war zuletzt von Fabio Di Gianntonio nicht viel zu sehen. Doch mit den Plätzen 4 und 7 und dem stürzenden Marco Bezzecchi ist das WM-Schaubild intakt. Doch von hinten droht Gefahr in Orange.
VR46-Athlet Fabio Di Giannantonio erlebte einen blendenden Start in die aufsehenerregende MotoGP-Saison 2026. Im ersten Drittel der Kampagne biss sich «Diggia» so beharrlich in den Top 5 fest, dass die Nummer 49 im Resultat lange die führende Kraft im Ducati-Lager war.
Doch das grelle Neonlicht ist etwas verblasst. Seit dem Assen-GP schaffte es der Römer an einem Sonntag in die Top 5. Dazu kamen Stürze auf dem Sachsenring sowie im Motorland Aragon. Beim letzten Aufschlag vor heimischer Kulisse lief es wieder besser – doch auch Fabio Di Giannantonio war nicht in der Lage, MotoGP-Übervater und Teamboss Valentino Rossi einen Podestplatz zu schenken. Immerhin: Mit Platz 4 im Sprint und Rang 7 über die lange Distanz lieferte der GP26-Pilot ab.
Bemerkenswert ist die Lage Di Giannantonios mit Blick auf den Gesamtstand. Dank des katastrophalen Ausfalls von Aprilia-Pilot Marco Bezzecchi rückte der VR46-Mann WM-Rang 3 näher. 17 Punkte trennen ihn vor den Rennen vom Aufstieg. Zugleich rückte von KTM-Aushängeschild Pedro Acosta näher. Der Spanier machte nach zwei Podestplätzen am Sonntag in Serie zwei WM-Ränge gut.
Holt der RC16-Pilot, mit dem Di Giannantonio 2027 das Material tauschen wird, in der Steiermark 14 Punkte mehr, dann geht es für VR46 weiter nach hinten. Bemerkenswert ist die Entwicklung auch deshalb, weil die Marquez-Brüder zuletzt wieder mehr Speed aus der Ducati ziehen konnten.
Schmerzhaft: Erinnerungen an 2024
Die Etappe auf dem Red Bull Ring hat für Fabio Di Gianantonio einen besonderen, negativ belegten Stellenwert. Denn in der Steiermark fand der Entwicklungsschub des VR46-Umsteigers ein schmerzhaftes Ende. Im Zeittraining hatte sich der Italiener nach einem Highsider beim Umlegen in Kurve 8 die Schulter zertrümmert. Die vorerst letzte Europa-Station – er nach fünf Überseeveranstaltungen (inklusive Wackelkandidat Katar) – kehrt der Tross im November erst nach Portimao und zum Finale in Valencia zurück – geht der WM-Vierte dennoch mit einem Gefühl von Vorwärtsdrang ans Werk.
Di Giannantonio beim Eintreffen in Spielberg: «Ich freue mich, gleich wieder auf der Strecke zu sein, denn am Wochenende in Misano haben wir alles richtig gemacht, auch wenn manche Dinge besser hätten laufen können. Wir zeigen auf jeder Strecke ein hervorragendes Tempo, und das gibt uns Selbstvertrauen, auch wenn wir nun auf eine Strecke fahren, auf der ich in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatte.»
Während Fabio Di Giannantonio den Österreich-GP ab 2027 als Heim-GP seines neuen Arbeitgebers KTM erleben wird, nimmt VR46-Teamkollege Franco Morbidelli Abschied von der Speed-Piste. Im kommenden Jahr ersetzt Morbidelli MotoGP-Aufsteiger Nicolo Bulega bei Ducati in der Superbike-WM.
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