Nach verlorenem GP in Madrid: ehemaliger Formel-1-Pilot kritisiert McLaren
Den Sieg im Spanien-GP verlor Titelverteidiger Lando Norris nicht durch einen Fehler, sondern weil er Pech hatte. Dennoch wurde nach dem Rennen Kritik an der Strategie des McLaren-Teams laut.
Für Lando Norris endete das Rennen in Madrid enttäuschend: Der Formel-1-Champion hatte sich tags zuvor mit einer starken Runde die Pole gesichert und im Rennen auch alles richtig gemacht, dennoch musste er sich mit dem dritten Platz hinter Sieger Kimi Antonelli und Red Bull Racing-Star Max Verstappen begnügen. Der Grund dafür lag auf der Hand: Norris hatte Pech beim Timing der virtuellen Safety-Car-Phase.
Denn bis das Feld eingebremst wurde, hatte er sich an der Spitze einen bequemen Vorsprung erarbeitet. Und als die Rennleitung die virtuelle Safety-Car-Phase einläutete, war er gerade an der Boxengassen-Einfahrt vorbeigefahren. Während die direkten Gegner des Briten die Chance nutzen konnten, den Zeitverlust beim obligaten Reifenwechsel gering zu halten, musste Norris eine ganze Runde im Schleichgang absolvieren, bevor er zum Boxenstopp abbog. Da war das Rennen aber wieder freigegeben, entsprechend viel Zeit kostete der Reifenwechsel für den Titelverteidiger.
Keine übereilte Entscheidung
Dass McLaren trotz der verpassten Chance entschied, an die Box abzubiegen, sorgte nach dem Rennen für Kritik. Der frühere GP-Pilot Jolyon Palmer schreibt etwa in seiner Analyse des Rennens auf «Formula1.com»: «Ich verstehe wirklich nicht, was die Logik dahinter war. Ich konnte es nicht glauben, dass Norris an die Box abbog, als das Rennen wieder freigegeben wurde.»
«Er hat seine Position auf der Strecke aufgegeben und den 25-sekündigen Zeitverlust auf sich genommen, was überhaupt keinen Sinn machte. Es gab viel Funkverkehr zwischen Lando und seinem Renningenieur Will Joseph, und das Team bestätigte, dass man auch bei grüner Flagge den Stopp durchführen wolle. Das war also kein Stopp, der aus einem Mangel aus Kommunikation geschah, weil die Zeit drängte, vielmehr war das so geplant», fährt der 35-jährige Brite fort.
Rennen nicht richtig eingeschätzt
«Für mich sah das so aus, als hätten die Rennstrategen eine Strategie nach Schema F verfolgt, anstatt das Rennen vor ihren Augen richtig einzuschätzen», kritisiert Palmer, der weiss: «Ein Boxenstopp bei der ersten Gelegenheit, selbst unter grüner Flagge, mag auf dem Papier die beste Option gewesen sein, um die optimale Rennzeit zu erzielen, doch dabei wurden einige entscheidende Aspekte völlig ausser Acht gelassen.»
So sei klar gewesen, dass der Madring kaum Überholchancen bietet, wenn kein eklatanter Tempo-Unterschied zwischen dem Vordermann und seinem Verfolger existiert. Und man habe sich selbst damit aller weiteren Chancen beraubt, von einer allfälligen weiteren Safety-Car-Phase oder einer roten Flagge zu profitieren. Norris hätte auch auf der Strecke bleiben und versuchen können, den nötigen Vorsprung herauszufahren, um nach einem späteren Stopp mit regulärem Zeitverlust wieder als Führender dazustehen. Es sei zwar nicht klar, ob das geklappt hätte, räumt Palmer ein. Dennoch ist er überzeugt: «Einen Versuch wäre es wert gewesen.»
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