Heftiger Crash mit der 850er-Ducati: Nicolo Bulega musste ins Krankenhaus
Schreckmoment für Nicolo Bulega bei einem privaten MotoGP-Test in Mugello: Der zukünftige VR46-Pilot flog mit Ducatis neuer 850er für 2027 heftig ab. Im Krankenhaus gab es zumindest Entwarnung.
Die Entwicklung der neuen Ducati Desmosedici GP27 für die MotoGP-Saison 2027 hat einen Rückschlag erlitten. Nicolo Bulega stürzte am Mittwoch beim privaten Test in Mugello heftig mit dem 850-ccm-Prototypen und musste anschließend für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht werden.
Der Unfall ereignete sich am zweiten und letzten Testtag gegen Mittag. Nach übereinstimmenden Medienberichten wurde Bulega in der schnellen Arrabbiata 2 via Highsider von seinem Ducati-Prototyp abgeworfen.
Angesichts der Geschwindigkeit an dieser Stelle sorgte der Unfall zunächst für große Beunruhigung. Die Untersuchungen im Krankenhaus brachten jedoch Entwarnung: Bulega zog sich keine Knochenbrüche oder anderen schwerwiegenden Verletzungen zu. Der 26-Jährige konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen und die Heimreise antreten.
Bulega war mit der neuen Ducati schnell unterwegs
Bis zum Sturz hatte Bulega die Entwicklungsarbeit mit der neuen Desmosedici fortgesetzt. In Mugello soll ihm am Mittwoch eine Rundenzeit von 1:46,5 min gelungen sein. Damit blieb er lediglich sieben Zehntelsekunden über seiner persönlichen Bestzeit mit der 850er bei einem vorherigen Test auf derselben Strecke.
Bulega spielt bei der Vorbereitung auf die neue MotoGP-Ära eine wichtige Rolle. Ducati setzte den aktuellen Superbike-WM-Leader in diesem Jahr bereits mehrfach auf den 850-ccm-Prototypen. Seine umfangreiche Erfahrung mit Pirelli ist dabei besonders wertvoll, denn die Italiener lösen 2027 Michelin als Einheitsausrüster der MotoGP ab.
Im Rahmen des vergangenen MotoGP-Rennwochenendes in Misano hatte Bulega positiv von seinen bisherigen Erfahrungen mit dem neuen Motorrad berichtet. Der Ducati-850-Prototyp gefalle ihm sehr gut, erklärte der Italiener. Vor allem die neuen Pirelli-Reifen kommen ihm entgegen, da er diese aus der Superbike-WM bestens kennt.
Bereits bei früheren Tests zeigte sich Bulega
Aus Testfahrer wird 2027 MotoGP-Stammpilot
Für Bulega besitzen die Testfahrten inzwischen noch größere Bedeutung. In der vergangenen Woche wurde offiziell bestätigt, dass der 26-Jährige 2027 als Stammpilot in die MotoGP wechselt. Er kehrt zum VR46-Team zurück, für das er bereits zu Beginn seiner Grand-Prix-Karriere antrat.
Damit entwickelt Bulega aktuell jenes Motorrad mit, das er im kommenden Jahr selbst fahren wird. Neben der Erfahrung mit der neuen Ducati und den Pirelli-Reifen verfügt er bereits über erste MotoGP-Rennerfahrung: Ende 2025 sprang er bei den letzten beiden Saisonrennen im Ducati-Werksteam für den verletzten Marc Marquez ein.
Der Weg zurück ins Grand-Prix-Fahrerlager ist ungewöhnlich. Nach schwierigen Jahren in Moto3 und Moto2 wechselte Bulega 2022 in die Supersport-WM. Dort gelang ihm mit Ducati der Durchbruch. 2023 wurde er Weltmeister, anschließend stieg er ins Superbike-Werksteam auf und wurde 2024 sowie 2025 jeweils Vizeweltmeister. In der laufenden Saison dominiert Bulega die Superbike-WM und steht kurz vor dem Titelgewinn. Parallel dazu wurde er immer stärker in Ducatis MotoGP-Entwicklungsprogramm eingebunden.
Nächster 850er-Test nun fraglich
Der Sturz in Mugello könnte dieses Programm zumindest kurzfristig beeinträchtigen. Bereits am Montag nach dem Österreich-GP steht auf dem Red Bull Ring der nächste wichtige Test mit den neuen 850-ccm-Maschinen an. Dort sollen erstmals wieder mehrere MotoGP-Stammfahrer mit den 2027er-Prototypen ausrücken.
Ob Bulega nach seinem heftigen Abflug daran teilnehmen kann, ist derzeit offen. Sein Start gilt als fraglich. Für Ducati könnten unter anderem Marc Marquez und Bulegas zukünftiger VR46-Teamkollege Fermin Aldeguer zum Einsatz kommen.
Noch wichtiger dürfte für Bulega allerdings seine körperliche Verfassung mit Blick auf die Superbike-WM sein. Vom 25. bis 27. September steht in Cremona das drittletzte Rennwochenende der Saison an. Dort könnte der Ducati-Pilot seine bislang überragende Saison mit dem vorzeitigen Gewinn des WM-Titels krönen. Nach dem heftigen Highsider in Mugello lautet die wichtigste Nachricht deshalb zunächst: Bulega blieb von schweren Verletzungen verschont.
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