BMW trotz Rückschlägen kämpferisch: «Kein Planwechsel!»
Beide BMW-Stammfahrer sind verletzt, Ducati dominiert die Superbike-WM. Motorsport-Direktor Sven Blusch erklärt, wie BMW nach den jüngsten Rückschlägen vorgehen wird.
Die Situation für BMW in der Superbike-WM 2026 könnte aktuell kaum schwieriger sein. Während Ducati mit der neuen Panigale V4R die Meisterschaft dominiert, verlor BMW innerhalb weniger Wochen beide Stammfahrer. Miguel Oliveira fällt seit seinem schweren Sturz im Balaton Park verletzt aus, nun zog sich auch Danilo Petrucci in Most einen Steißbeinbruch zu.
Trotz der schwierigen Lage sieht BMW-Motorsport-Direktor Sven Blusch keinen Grund für grundlegende Änderungen am Projekt. Besonders wichtig: Blusch widerspricht klar dem Eindruck, dass die BMW M1000RR nur mit Ausnahmefahrern konkurrenzfähig sei oder mit Blick auf die zahlreichen Stürze gar ein Sicherheitsproblem habe.
«Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass wir ein Sicherheitsproblem haben», stellte Blusch klar, als er auf den Sturz von Petrucci im Samstags-Rennen der Superbike-WM in Most angesprochen wurde. «Wir wussten vor der Saison, dass es etwas Zeit braucht, um alles in die richtige Position zu bringen.»
Blusch: BMW stärker als im Vorjahr, aber...
Der BMW-Manager verweist dabei auf die grundsätzliche Performance des Motorrads. «Vom reinen Speed her waren wir schneller als Topraks Renntempo im vergangenen Jahr», erklärte Blusch mit Blick auf den mittlerweile in die MotoGP gewechselten Toprak Razgatlioglu. «Miguel war konstant stark und auch Danilo machte große Fortschritte. Hier in Most fühlte er sich deutlich besser.»
BMW sieht sich trotz der Rückschläge weiterhin auf dem richtigen Weg. «Es gibt keinen Planwechsel», betonte Blusch. «Mit Miguel standen wir bereits auf dem Podium und mit Danilo wollten wir hier den nächsten Schritt machen – Richtung Top-5 oder vielleicht sogar Podium.»
Die Verletzungen beider Stammfahrer treffen das Projekt allerdings hart. «Jetzt müssen wir uns darauf konzentrieren, beide Fahrer durch den Genesungsprozess zu bringen und zurück aufs Motorrad zu bekommen. Das war definitiv nicht unser Plan.»
Wie kann man Ducatis Dominanz beenden?
Parallel dazu sorgt die sportliche Situation in der Meisterschaft zunehmend für Diskussionen. Ducati wurde in dieser Saison bereits mehrfach über den Fuel-Flow limitiert, dennoch dominiert die Panigale V4R das Feld weiterhin klar. Selbst neue Fahrer wie Alberto Surra kämpfen auf ihren Ducatis sofort im vorderen Feld.
Blusch erkennt die Leistung der Italiener ausdrücklich an. «Wir müssen respektieren, was Ducati im Winter mit dem neuen Motorrad geschafft hat. Sie haben wirklich sehr gute Arbeit geleistet», erklärte der BMW-Manager.
Gleichzeitig laufen hinter den Kulissen intensive Gespräche über die Balance der Regeln. «Natürlich gibt es MSMA- und FIM-Meetings, bei denen wir dieses Thema gemeinsam diskutieren», verriet Blusch. Trotzdem sieht er die Hauptaufgabe zunächst bei BMW selbst. «Das Beste, was wir tun können, ist, uns auf die Ingenieursarbeit zu konzentrieren und so hart wie möglich zu pushen, um wieder an die Spitze zu kommen.»
Besonders bitter: Blusch ist überzeugt, dass BMW aktuell eigentlich der wichtigste Ducati-Herausforderer wäre. «Wenn Miguel und Danilo fit gewesen wären, wären wir hier auf einem guten Weg gewesen», erklärte er. «Aber beide verletzten Fahrer sind ein großer Rückschlag für uns.»
Der BMW-Motorsport-Direktor sieht darin sogar ein Problem für die gesamte Serie. «Am Ende ist das auch ein Rückschlag für die Meisterschaft», meinte Blusch. «Denn ich denke, dass wir aktuell der zweite echte Ducati-Herausforderer wären. Jetzt, mit beiden verletzten Fahrern, wird die Situation für die gesamte Superbike-WM etwas schwierig.»
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