Ducati-Held Nicolo Bulega: «Das ist normal, dann fehlt es an Motorleistung»
Die neue Panigale V4R ist ein so gutes Superbike, dass sie bislang jede Einschränkung durch die Balance-Regel locker weggesteckt hat. Ducati dominiert auch bei der WM im MotorLand Aragon.
Das SBK-Fahrerlager stöhnt unter der Hitze in Aragonien. Im Schatten hatte es am Freitagnachmittag über 35 Grad Celsius, auf den Motorrädern hätte man Spiegeleier braten können. «Es war sehr sehr heiß, aber wenigstens war die Luftfeuchtigkeit nicht hoch, deshalb habe ich nicht arg geschwitzt», erzählte der frisch geduschte Nicolo Bulega, der 30 min vorher noch schweißüberströmt in der Box von Aruba.it Ducati saß.
Bei nicht ganz so heißen Bedingungen im FP1 fuhr der Italiener am Vormittag mit 1:48,916 min die schnellste Zeit des Tages und liegt damit die Winzigkeit von 0,022 sec vor seinem Teamkollegen Iker Lecuona. Im Glutofen am Nachmittag wurde Bulega Dritter, 0,081 sec hinter dem Besten Lecuona.
Die Bedingungen sind extrem, meine Hände haben gebrannt.nicolo bulega
«Auf der Geraden spürt man die Abstrahlhitze des Motorrads besonders, meine Hände haben gebrannt», schilderte Nicolo gegenüber SPEEDWEEK.com. «Die Bedingungen sind extrem. Die perfekte Asphalttemperatur, um schnell zu fahren, liegt bei 20 oder 25 Grad, jetzt haben wir das Doppelte. Schon bei 40 Grad rutscht es spürbar mehr. Dann musst du schauen, dass du mehr Vertrauen für den Vorderreifen findest und das Bike auf der Bremse besser hinbekommst. Am ersten Tag bin ich in der Regel nicht fantastisch, am zweiten Tag werde ich schneller.»
In der kombinierten Zeitenliste aus FP1 und FP2 schafften es am Freitag alle neun Ducati-Fahrer in die Top-11! Lediglich das Bimota-Duo Alex Lowes und Axel Bassani konnte sich auf den Positionen 3 und 4 dazwischenschieben. Und das, obwohl Ducati inzwischen 3 Kilogramm weniger Spritdurchfluss pro Stunde zur Verfügung hat als etwa Yamaha.
«Ich weiß nicht, wie die anderen Motorräder laufen, weil ich immer allein fuhr und nie im Windschatten war», erzählte WM-Leader Bulega. «Was ich spüren kann, ist, dass mein Bike im obersten Drehzahlbereich nicht mehr so anschiebt, das ist in jedem Gang so. Aber das ist normal, wenn man den Sprit reduziert, dann fehlt es irgendwann an Motorleistung.»
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