Aufatmen bei Ducati: Starkes Zeittraining von Champion Marquez in Mugello
MotoGP-Weltmeister Marc Marquez gab sich zum Auftakt des Italien-GP keine Blöße. Nach einem Abtasten im FP1 meldete sich der Ducati-Pilot mit Platz 6 zurück. Die Aussagen des Champions verblüfften.
Ducati-Werksfahrer Marc Marquez meldete sich in Mugello bestmöglich im MotoGP-Zirkus zurück. Das freie Training am Morgen hatte der Champion erst mit 15 Minuten Verspätung gestartet – zu diffus waren die Bedingungen auf der abtrocknenden Piste. Dann schoss sich «MM93» mit durchdachten Runden auf die Aufgabe am Nachmittag ein. Gegen Ende des FP1 landete der Spanier mit 1,1 Sekunden Rückstand auf Markenkollege Fabio Di Giannantonio auf Platz 15.
Nach einer weiteren Untersuchung im Medical Centre gab es grünes Licht für die nächste Marquez-Leistungsstufe. Wieder hielt sich «MM93» im Mittelfeld auf, halbierte aber bereits den Abstand zur Spitze. Als es dann zählte, war der Champion zur Stelle. In der zerfahrenen Session, die zweimal per roter Flagge für jeweils fünf Minuten unterbrochen werden musste, zeigte Marc Marquez seine ganze Erfahrung.
Als die Nummer 93 sieben Minuten vor Schluss auf Platz 1 auftauchte, applaudierten vor den Bildschirmen des Media Centers nicht nur spanische Pressevertreter. Zwar wurde der Rückkehrer im Endspurt wieder auf Rang 5 verdrängt, doch der wichtige Q2-Einzug war gesichert und den Abstand auf die Bestzeit hatte der mit Reha-Schuh humpelnde Rückkehrer mit 0,202 sec nochmals mehr als halbiert.
Das Ducati-Lenovo-Aushängeschild berichtete nach dem objektiv hervorragenden Auftritt: «Das Wichtigste heute war es, zu verstehen, wie mein Körper reagiert.» Der in Le Mans gebrochene Fuß spielte dabei keine Rolle. Marc Marquez: «Es geht um meine Nerven – im Arm, in der Schulter und in den Fingern. Ich musste verstehen, dass ich hier ein gutes Gefühl habe.»
Die Aussagen des Champions waren bemerkenswert: «Ich bin sehr ruhig geblieben und habe mich durch den Tag gearbeitet. Gepusht habe ich heute zu keinem Zeitpunkt, ich kann also auch nichts dazu sagen, bei wieviel Prozent ich derzeit bin. Auch weiß ich nicht, ob es einen Monat oder zwei Monate dauert. Was ich sagen kann, ist, dass ich mental sehr gut aufgestellt bin und bereit bin, diesen Weg zurück auf 100 Prozent zu gehen.»
Marc Marquez weiter: «In Mugello – und sicher auch noch in den nächsten Events – geht es darum, meine Schulter weiter zu stärken und zu spüren, dass es weiter vorangeht. Hier gibt es null Vorgaben für eine Rundenzeit oder Position. Ich bin ganz sicher noch nicht bereit, im Rennen um einen Platz in den Top 5 zu kämpfen. Das ist die Realität.»
Die Stärke des Multi-Weltmeisters ist nicht zu übersehen. Mit Nervenschmerzen und Hinkefuß ist Marc Marquez Teil der MotoGP-Elite. Gelingen die nächsten Schritte der Reha, ist mit dem Weltmeister wieder fix zu rechnen.
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