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Nach Problemen an der neuen Zweiarmschwinge der Panigale V4R musste Ducati reagieren. Technikkoordinator Marco Zambenedetti erklärte SPEEDWEEK.com in Most die Hintergründe.
Mit der neuen Panigale V4R ging Ducati in der Superbike-WM 2026 auch bei der Schwinge einen neuen Weg. Statt der bisherigen Einarmschwinge setzt der italienische Hersteller auf eine konventionelle Zweiarmschwinge, die allerdings bewusst sehr filigran konstruiert wurde. Das Ziel: mehr kontrollierte Verwindung in Schräglage und dadurch zusätzlicher Grip am Kurvenausgang.
Doch genau dieses neue Konzept sorgte im Rahmen des Rennwochenendes in Assen erstmals für Probleme. Es wurde über Defekte an mehreren Schwingen berichtet – mittlerweile hat Ducati bestätigt, dass es sich nicht nur um Einzelfälle nach Stürzen handelte.
Ducati-Technikkoordinator Marco Zambenedetti erklärte im Gespräch mit SPEEDWEEK.com die Hintergründe: «Es handelt sich um ein junges Projekt. Bei der Schwinge haben wir eine andere Technologie gewählt. Weil wir im Rennsport arbeiten, verschieben wir bei allen Komponenten die Grenzen der Technik.»
In Assen sei es dann zu ersten Schäden gekommen. «Wir hatten in Assen einige Defekte an den Schwingen», bestätigte der Italiener. Ducati reagierte unmittelbar und tauschte bei allen Fahrern die betroffenen Teile gegen Ersatzkomponenten aus. Anschliessend wurden sämtliche Schwingen aus den verschiedenen Meisterschaften eingesammelt – darunter auch aus der MotoAmerica und der BSB.
Zambenedetti schilderte den Aufwand: «Zwischen Assen und Balaton haben wir alle Schwingen von allen Fahrern eingesammelt, verstärkt und den Fahrern natürlich kostenlos wieder zur Verfügung gestellt.» Teilweise seien komplett neue Bauteile geliefert worden.
Anfangs vermutete Ducati noch, dass die Schäden ausschließlich durch Stürze verursacht wurden. Diese Theorie hielt jedoch nicht lange stand. «Zu Beginn dachten wir das, aber am Ende des Assen-Wochenendes haben wir verstanden, dass es auch kleine Defekte an Schwingen gab, die nie gestürzt waren», erklärte Zambenedetti. Deshalb habe Ducati entschieden, die kritischen Bereiche grundsätzlich zu verstärken.
Dabei rückte die Performance zunächst in den Hintergrund. «Die Sicherheit hatte für uns oberste Priorität», betonte der Ducati-Technikkoordinator. Ob die verstärkte Version Nachteile bei der Performance mit sich bringt, ist aktuell noch offen. «Wir konnten keinen direkten Vergleich machen, weil wir keinen richtigen Test durchgeführt haben. Vielleicht kennen wir nach Misano die endgültigen Auswirkungen.»
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