Euro Moto Superbike
Lukas Tulovic startet Euro Moto-Mission «Titelverteidigung» mit Doppelsieg
Jakob Rosenthaler ist ein Wandler zwischen verschiedenen Serien, oft auch während einer Saison. Was seine aktuelle Performance in der Euro Moto Sportbike angeht, war das wohl kein Nachteil.
Am heutigen 15. Mai wird Jakob Rosenthaler 20 Jahre alt. Neben dem Red Bull MotoGP Rookies Cup, der Moto3 Junior-WM und der Supersport 300-WM hat der gebürtige Linzer schon sieben Grand Prix als Wild-Card- oder Ersatz-Fahrer in seiner Agenda stehen. Besonders die letzten Jahre waren bei ihm ein ziemliches Hin und Her zwischen verschiedenen Serien. In diesem Jahr hat er mit der Euro Moto Sportbike eine neue, sehr wahrscheinlich für diese Saison dauerhafte Bleibe gefunden und ist mit dieser Lösung zufrieden. Beim Euro Moto-Saisonauftakt auf dem Sachsenring raste er einmal als Erster und einmal als Zweiter über den Zielstrich, doch mit nach Hause nehmen durfte er nur einen Pokal.
Kurz nach dem ersten Rennen wurde gegen ihn wegen eines vermeintlich überhart geführten Zweikampfs nachträglich eine Drei-Sekunden-Strafe als Ersatz einer Long-Lap-Penalty verhängt. Somit landete er im Klassement nur auf Rang 4. Im zweiten Lauf wurde er hinter dem Samstag-Aufrück-Sieger Stepan Zuda Zweiter. Diesmal gab es seitens der Rennleitung nichts zu beanstanden.
In die Euro Moto Sportbike und dem niederländischen Team RT Motorsports von Rob Vennegoor kam er erst relativ spät, bedankte sich für das Vertrauen aber postwendend. «Das war alles sehr kurzfristig, das hat sich erst circa einen Monat vorm Saisonauftakt ergeben. Der eigentliche Plan war, in die Sportbike-WM zu gehen, doch das ist leider aus verschiedenen Gründen nichts geworden. Nicht nur wegen der Finanzen, sondern auch andere Sachen haben dazu beigetragen, dass es nichts wurde. Es ist alles erst sehr spät von der Dorna entschieden worden und das Reglement kam auch erst sehr spät. Irgendwann ist da kaum noch jemand mitgekommen, was so entschieden wurde. Dann haben wir den letzten freien Platz ermöglichen können und wie man sieht, funktioniert es ganz gut.»
Zum nun doch größeren Motorrad als bisher merkte er an: «Vorher bin ich nur Moto3-Motorräder gefahren und voriges Jahr die zweite Saisonhälfte die 300er. Hier war es erst der sechste Tag auf dem Motorrad - drei Testtage und dann die drei Renntage auf dem Sachsenring. Nach dem Test haben wir aber schon gesehen, dass die Zeiten passen. Da war ich bereits zuversichtlich, dass das ganz gut wird.»
Und wie sind nun nach dem ersten Schlagabtausch seine Saisonziele? «Ich denke, dass wir mit dem Wochenende bestätigt haben, dass wir vorn mitfahren können. Ich glaube nun, dass wir jedes Rennen beständig um den Sieg mitkämpfen können und wenn alles gut läuft, kann es am Saisonende um die Meisterschaft gehen. Da bin ich guter Dinge. Am Donnerstag hätte ich das noch nicht gesagt, denn ich hatte keine Ahnung, wie die anderen drauf sind. Wir hatten lediglich Referenzzeiten vom letzten Jahr.»
Die Konkurrenz schätzt er folgendermaßen ein: «Ich denke, dass es nicht nur ein größeres Starterfeld gegenüber dem letzten Jahr ist, sondern das Niveau auch deutlich höher ist. Letztes Jahr hat es den Anschein gehabt, dass es nur eine kleine Gruppe gab, die um die Siege kämpfen konnte. Dieses Jahr scheinen mehr Top-Fahrer auf Augenhöhe zu sein.»
Spätestens nach dem zweiten Platz am Sonntag war der verpasste Sieg am Samstag vergessen. «Im zweiten Lauf haben wir den Hammer noch mal fallen lassen. Es ärgert mich schon extrem, denn ich habe viel Feedback von anderen Leuten bekommen und jeder hat gemeint, dass die Entscheidung sehr fragwürdig war. Wir müssen das aber akzeptieren und die nächsten Rennen schauen, dass wir sowas vermeiden.»
Mit seinen nun 20 Jahren ist auch klar, dass die Euro Moto nicht sein letzter Sehnsuchtsort ist. «Natürlich bleibt das Ziel, wieder in der WM zu fahren. Jetzt schauen wir aber erst einmal, wie sich das hier entwickelt.»
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