MotoGP kein Sargnagel für die Superbike-WM: Yamaha-Rennchef erklärt warum
Was die Anzahl der Hersteller betrifft, ist das Interesse an den Klassen der SBK-Meisterschaften höher als im MotoGP-Paddock. Trotzdem kommt immer wieder die Frage auf, ob es beide Serien braucht.
2002 waren in der MotoGP erstmals Viertaktmotoren mit 990 ccm erlaubt, sie ersetzten innerhalb eines Jahres die aus der Zeit gefallenen Zweitakter mit 500 ccm. Von 2007 bis 2011 wurde mit 800-ccm-Aggregaten gefahren, seither mit bis zu 999 ccm.
Seit in der Königsklasse auf zwei Rädern ebenfalls Viertakter erlaubt sind, gibt es für unbedarfte Beobachter kaum noch einen Unterschied zwischen MotoGP und Superbike. Manch einer bezeichnete deshalb diesen Schritt der MotoGP als Sargnagel für die Superbike-WM. Als die Hersteller anfingen, ihre MotoGP-Maschinen mit allerhand Flügelwerk zu versehen, wurde der optische Unterschied größer. Es dauerte aber nicht lange, bis die Superbikes diesem Trend folgten, sämtliche homologierten Serienmotorräder haben inzwischen Abtrieb generierende Winglets an der Verkleidung.
Ab 2027 werden sich die Maschinen allein schon durch den Hubraum wieder deutlicher unterscheiden. Wenn in der Superbike-WM
GP-Sport wurde sehr teuer
Bei den Herstellern wird regelmäßig hinterfragt, in welchen Klassen sie sich engagieren. Der Grand-Prix-Sport wurde über die Jahre so teuer, dass in der MotoGP heute nur Aprilia, Ducati, Honda, KTM und Yamaha dabei sind. In der Moto2 kommen aus Kostengründen Einheitsmotoren von Triumph zum Einsatz und in der
Im Paddock der seriennahen Motorrad-Weltmeisterschaft herrscht deutlich regere Beteiligung. In den Klassen Superbike, Supersport und Sportbike sind derzeit zusammengenommen 13 Hersteller involviert: Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha aus Japan, Kove, QJ Motor und ZX Moto aus China sowie Aprilia, Bimota, BMW, Ducati, MV Agusta und Triumph aus Europa. Mit
MotoGP ist teuer, ein solches Motorrad zu bauen kompliziert.paolo pavesio
Auf den großen Bühnen sehen wir derzeit mit Ducati, Honda und Yamaha nur drei Hersteller, die in der MotoGP- und Superbike-WM mitmischen. «Wir brauchen beide Meisterschaften», unterstrich Yamahas MotoGP-Rennchef Paolo Pavesio im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com. «Denn die Superbike-WM weist sämtliche Charakterzüge auf, um ergänzend zur MotoGP zu sein. MotoGP ist die Spitze des Sports, der teuerste Schauraum für Technologie – sie ist die Formel 1 der Motorräder. Die Konsequenz daraus ist, dass sie Zugänglichkeitsprobleme hat. MotoGP ist teuer, ein solches Motorrad zu bauen kompliziert. Derzeit sind nur fünf Hersteller in der Lage, das zu tun. Wir bemühen uns, dass die Moto2 und Moto3 leistbar sind, sie bleiben aber relativ gesprochen teure Kategorien, allein schon wegen der 22 Veranstaltungen pro Jahr.»
SBK-Engagement ist ergänzend zur MotoGP
«Die Superbike-WM ist aus jedem Gesichtspunkt zugänglich», ergänzte der Italiener. «Man kann mit jedem im Paddock reden, die Fahrer sind nahbarer. Und diese Motorräder kann jeder im Laden kaufen. Das ist der Punkt, an dem diese Meisterschaft ergänzend zur MotoGP ist. Die Superbike-WM muss zugänglicher sein – für die Fans, aber auch die Hersteller, wenn wir über deren Investitionen reden. Deshalb freut es mich als Repräsentant einer japanischen Marke, dass Hersteller aus China da sind und weitere kommen. Denn das wird dafür sorgen, dass der Sport und die Industrie wachsen. China ist der zweitgrößte Markt: Schauen sich Fans von dort die Rennen an, dann sehen sie auch Yamaha. SBK ist der Platz, wo Fans zum ersten Mal in direkten Kontakt mit den Motorrädern kommen können. Und wenn wir es klug anstellen, dann können wir die Rennteilnahme wirklich leistbar machen. Die Balance of Performance in der Supersport-Klasse ist der Weg, um verschiedene Konzepte gegeneinander antreten zu lassen.»
Pavesio sieht einen weiteren Punkt, der für die Superbike-WM spricht: «Mit ihr sollten wir neue Märkte erschließen, wo es noch keine Rennstrecken mit einer A-Homologation gibt, wie man sie für die MotoGP braucht. Dorthin müssen wir, um Faninteresse zu entwickeln – und wenn dieses genug gewachsen ist, können wir mit der MotoGP dorthin. Das sind Dinge, über die wir auch lange gesprochen haben, bevor die Hersteller den
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