Supersport-WM • Neu
WM-Urgestein Domi Aegerter (Kawasaki): «400 Rennen eine Errungenschaft»
Man möchte meinen, ein Superbike-Sieg mehr oder weniger sollte Nicolò Bulega egal sein, doch bei seinem Triumph im ersten Lauf in Misano schien dem Ducati-Star eine Last von den Schultern zu fallen.
Nicolò Bulega ist kein typischer Italiener. Er ist eher reserviert und überschwängliches Jubeln sieht man bei dem 26-Jährigen auch selten. Aber der Sieg im ersten Superbike-Lauf auf Misano World Circuit sorgte dafür, dass man den Ducati-Werkspiloten gelöst und gesprächig wie nur selten erlebte.
Denn es lastete ein großer Druck auf dem 26-Jährigen. Ducati hatte seit Álvaro Bautista 2023 keinen Sieg beim Heimrennen eingefahren und in den vergangenen zwei Jahren wurde der Hersteller aus Borgo Panigale auf der nach Marco Simoncelli benannten Rennstrecke von Toprak Razgatlioglu auf BMW gedemütigt. Außerdem lechzte Bulega selbst nach einem Sieg in seiner Heimat.
Nach der Pole-Position in Rekordzeit hatte der WM-Leader genügend Selbstvertrauen, um sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, als er sich nach dem Start zunächst hinter seinem Aruba.it-Teamkollegen Iker Lecuona einreihen musste.
«Mein Start war schlecht, zumindest kam Iker viel besser weg als ich. Ich habe aber schon noch vier Kurven verstanden, dass ich ihn überholen sollte», erzählte der Ducati-Star in kleiner Journalistenrunde. «Also habe ich mich beim Herausbeschleunigen aus Kurve 6 in Position gebracht, hatte Überschuss, ging an ihm vorbei und kam in meinen Rhythmus. Es war nicht einfach, denn meine Pace war sehr hoch, aber das Gefühl mit dem Motorrad war super. Hier in Misano vor den italienischen Fans pushen zu können, wie ich wollte, war ein schönes Gefühl. Das Wochenende läuft bisher sehr gut. Ich habe mich ab der ersten Session auf das Rennen vorbereitet und bin in jedem der drei Trainings Rennsimulationen gefahren, damit das Bike über die Distanz funktioniert. Und wenn es dann klappt, bin ich glücklich.»
Auch nach seinem 19. Saisonsieg, saisonübergreifend der 23. Sieg in Folge, weiß der souveräne WM-Leader, dass jede Serie einmal endet.
«Natürlich, darauf bin ich vorbereitet. Ich halte es für unmöglich, jedes einzelne Rennen zu gewinnen. Eines Tages wird jemand kommen und mich besiegen. Es wird kein Weltuntergang sein, wenn ich Zweiter, Dritter werde. Aber ich genieße den Moment, vor allem jetzt gerade in Misano. In der vergangenen zwei Jahren habe ich bisher nie gewonnen, nur davor einen Sieg in der Supersport-Kategorie. Jetzt in der Superbike-WM zu gewinnen, mit vielen Freunden, die mit mir feiern.
Nicht zu vergessen: Das gesamte Top-Management von Ducati war Zeuge von Bulegas brillanter Fahrt. «Stimmt, sonst sehen sie die Rennen meistens am Bildschirm. Es ist schön, dass wir mit ihnen gemeinsam feiern können.»
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.