Misano, Lauf 1: Ducati-Party bei Bulega-Sieg, BMW-Applaus für Oliveira
Wieder ein Sieg, aber der erste in Misano: Mit dem Triumph im ersten Superbike-Lauf erfüllte sich Ducati-Star Nicolò Bulega einen Traum. BMW-Rückkehrer Miguel Oliveira hielt tapfer durch.
Noch nie hatte Nicolò Bulega auf dem Misano World Circuit in der Superbike-Kategorie einen Sieg feiern können, und auch Ducati wartet sehnsüchtig auf den nächsten Sieg beim Heimrennen – 2024 und 2025 triumphierten BMW und Toprak Razgatlioglu in allen Rennen!
Zum siebten Mal in der Superbike-WM 2026 holte sich Bulega am Samstagvormittag die Pole-Position und nach 18 Siegen in 18 Saisonrennen war der Italiener ohnehin der Favorit. Die erste Startreihe für den ersten Lauf in Misano komplettierten sein Ducati-Teamkollege Iker Lecuona und Bimota-Aushängeschild Alex Lowes.
Axel Bassani (Bimota) und Andrea Locatelli (Yamaha), die im ersten Lauf ihr jeweils 200. Superbike-Rennen absolvierten, gingen als Siebter und Achter ins Rennen. Bester BMW-Pilot war Miguel Oliveira auf Position 11.
Das Wetter bei Rennstart um 15:30 Uhr mit 30 Grad Celsius schon fast zu schön, zumal der Asphalt sich mit 53 Grad Celsius einer kritischen Marke näherte. 21 Runden waren bei diesen heißen Bedingungen zu absolvieren.
Lecuona setzte sich in der Schikane nach dem Start durch, doch schon in Kurve 4 holte sich Bulega die Führung. Dahinter reihten sich Yari Montella, Lorenzo Baldassarri sowie Alex Lowes und Bassani ein. Oliveira behauptete sich als Zehnter. Nach der ersten Runde führte ein Ducati-Quartett vor zwei Bimota und zwei weiteren Ducati. Locatelli und Oliveira kämpften um Platz 9. Honda-Werkspilot Somkiat Chantra war 20.
Bulega fuhr die schnellste Rennrunde in 1:32,566 min und setzte sich langsam von Lecuona ab. Der Drittplatzierte Montella hatte nach vier Runden bereits einen Rückstand von 2 sec. Derweil hetzte Dixon-Ersatz Ryan Vickers (Honda) nach einem Sturz dem Feld hinterher.
Dann ging es Schlag auf Schlag: In Kurve 5 der fünften Runde brachte das Aus für Baldassarri. Eine Runde und eine Kurve später lag Sam Lowes im Kies.
Nach dem ersten Renndrittel hatte sich Bulega um 1,9 sec von Lecuona freigefahren. Der Spanier wiederum hatte ein Polster von 3 sec auf Montella. Weitere drei Sekunden hinter dem Ducati-Privatier kämpften die Bimota-Piloten Bassani und Lowes um Platz 4. Unterhaltsamer ging es im breiten Mittelfeld zu, wo zwischen Alberto Surra (6.) und Tommy Bridewell (14.) nur sechs Sekunden lagen.
Bei Halbzeit waren die Podestplätze bezogen
Bei Halbzeit hatte sich der Rückstand von Lecuona auf fast vier Sekunden vergrößert. Der 26-Jährige hatte eine weite Linie fahren müssen, was alleine eine Sekunde gekostet hat. Bassani hatte sich auf Platz 4 gegen seinen Teamkollegen durchgesetzt. Locatelli und Oliveira kämpften weiterhin um Platz 7, kamen gleichzeitig aber Surra auf Position 6 näher.
Während die Positionen in den Top-5 bezogen waren, lohnte sich ein Blick auf die Positionen 9 bis 12, wo sich Stefano Manzi (Yamaha), Álvaro Bautista (Ducati), Remy Gardner (Yamaha) und Tarran Mackenzie (Ducati) beherzte Positionskämpfe lieferten.
Bulega ging mit beruhigenden 4,8 sec Vorsprung auf Lecuona und 9,6 sec auf Montella in das letzte Renndrittel. Nur ein Defekt oder Sturz könnte den ersten Misano-Sieg des Italieners noch vereiteln. So kam es dann auch: Jubelnd über seinen ersten Misano-Sieg in der Superbike-Kategorie fuhr Bulega über die Ziellinie. Lecuona (2.) und Montella flankierten den WM-Leader auf dem Podium.
Bester Nicht-Ducati-Pilot wurde Axel Bassani (Bimota) als Vierter. Siebter wurde Andrea Locatelli (Yamaha), der bis zum Ende den tapfer kämpfenden Miguel Oliveira (BMW) auf Distanz halten konnte. Der achte Platz ist für den längst nicht fitten Portugiesen ein bemerkenswertes Ergebnis.
Mit dem Sturz in der Superpole hat sich Garrett Gerloff einmal mehr ein Superbike-Wochenende versaut. Der Texaner mit der einzigen Kawasaki kam als Letzter gestartet bis auf Platz 14 nach vorn, auch begünstigt durch Ausfälle.
Pech hatte Michael van der Mark, der seine BMW drei Runden vor dem Ende mit einem Defekt abstellen musste. Fast parallel pfefferte Remy Gardner seine Yamaha mit Schmackes in den Kies.
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