Wegbereiter Somkiat Chantra: Erster Thailänder in MotoGP und Superbike-WM
Als bisher erster und einziger Thailänder hat es Somkiat Chantra bis in die MotoGP und Superbike-WM geschafft. Rückblickend auf seine Karriere bereut der Honda-Pilot keine Entscheidung.
Bis Anfang der 2000er war vor allem Japan eine starke Motorsportnation, doch im Laufe der Zeit hat sich das geändert. Heutzutage gibt es in Weltmeisterschaften nur noch wenig Asiaten. In der Superbike-WM ist Somkiat Chantra (Honda) der einzige. Der 27-Jährige fuhr zuvor in der Moto2 und MotoGP. Ein vielversprechender Gaststart in der Moto3 ebnete dem Thailänder den Weg auf die internationale Bühne.
Als Teenager war Chantra Teil der Honda Academy und hat über den Asia Talent Cup die Chance erhalten, professioneller Rennfahrer zu werden. Von dort ging es steil aufwärts.
«Ich wurde Ende 2013 ausgewählt und habe dann 2014 mit den Rennen begonnen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es schaffen würde, da es so viele Bewerber gab», erinnert sich Chantra. «Ich konnte es kaum glauben, als ich dann 2018 die Chance bekam, mit einer Wildcard bei der Moto3 in Thailand anzutreten. Als ich im Rennen in die Top-10 fuhr, meldete mich das Honda Team Asia sofort für die Moto2 im Jahr 2019 an. Ich hätte nicht gedacht, dass es einen Weg geben würde, in die Moto2 und die MotoGP aufzusteigen. Ich spürte einen gewissen Druck seitens meines Landes und der thailändischen Bevölkerung, besonders als ich in die MotoGP wechselte. Ich war der erste thailändische Fahrer, der in der Königsklasse antrat. Aber ich war auch sehr glücklich, weil ich jungen Fahrern zeigen konnte, dass auch sie die Chance haben, das Weltniveau zu erreichen.»
In der MotoGP 2025 konnte sich der Thai jedoch nicht durchsetzen – bei 17 Starts fuhr er nur sieben Punkte ein – und wurde daraufhin von Honda in die Superbike-WM versetzt. Dass es dort nicht wesentlich besser läuft, hat vielfältige Gründe und liegt nur bedingt – wenn überhaupt – am Können von Chantra – die CBR1000RR-R ist schlichtweg nicht konkurrenzfähig.
«Diese Zeit hielt viele Überraschungen für mich bereit. Ich habe schnell die Unterschiede zwischen Rennen in Asien und Rennen auf internationalem Niveau verstanden – die Fahrtechnik, die Rundenzeiten, einfach alles. Für mich ging es im Allgemeinen um die Strecken und meine Erfahrung», erzählte Chantra weiter. «Als ich von der Moto2 in die MotoGP wechselte, musste ich mich nur an das Motorrad gewöhnen und kannte die Rennstrecken natürlich bereits. Beim Wechsel von der MotoGP zur Superbike-WM stand ich jedoch vor Strecken, die ich noch nie gesehen hatte, wie Donington und Most. In solchen Fällen habe ich mehr Arbeit, da ich mich sowohl an das Motorrad als auch an die Strecke anpassen muss. Aber egal, wo ich bin, egal, wo ich antrete, bin ich immer glücklich – das ist eine Konstante und war während meiner gesamten Karriere schon immer so.»
Mit 27 Jahren könnte Chantra im Superbike-Paddock noch eine lange Karriere haben. Sein Vertrag im Werksteam der Honda Racing Corporation wurde jedoch noch nicht für 2027 verlängert. Den eingeschlagenen Weg bereut er nicht. «Ich würde mir selbst raten, genau das Gleiche noch einmal zu tun», betonte der Thailänder. «Wenn ich nicht all das getan hätte, was ich getan habe, wäre ich wohl nicht dort, wo ich jetzt bin. Und ich bin mir nicht sicher, was ich tun würde, wenn ich nie mit dem Straßenrennsport angefangen hätte.»
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