Trotz Sturz: Nur Xavi Vierge rückte Yamaha in Portimão ins rechte Licht
Ein Sturz im zweiten Lauf verhagelte Xavi Vierge zwar ein wenig die Bilanz, dennoch bestätigte er sich in Portimão als das neue Aushängeschild von Yamaha. «Und wir werden besser», sagte der Spanier.
Seit seinem ersten Test mit Yamaha fuhr Xavi Vierge mit Andrea Locatelli auf Augenhöhe und mauserte sich nach und nach zum schnellsten Piloten. Auf Phillip Island hatte der 28-Jährige Pech und stürzte in beiden Hauptrennen, dazu streikte im Superpole-Race die Technik. Aber davon ließ sich der Katalane nicht entmutigen und zeigte beim zweiten Saisonmeeting in Portimão eine überzeugende Performance.
Es ist offensichtlich, dass die Yamaha R1 in der Superbike-WM 2026 nicht das stärkste Paket ist. Tatsächlich liegt man deutlich hinter Ducati, BMW und Bimota zurück und kämpft derzeit mit Kawasaki um die Ehre des besten japanischen Fabrikats. Im ersten Lauf auf dem Autódromo Internacional do Algarve ließ Vierge als Sechster Garrett Gerloff mit der einzigen Ninja um 0,357 sec hinter sich. Es war sein bestes Finish in Portimão.
«Nach dem schwierigen Rennen in Australien war Platz 6 ein solides Ergebnis, und wir können die Saison nun von hier aus neu starten», sagte Vierge zufrieden. «Ehrlich gesagt hatte ich erwartet, etwas mehr Speed zu haben, um mit Oliveira und Alex Lowes mithalten zu können. Als das Rennen aber losging, wurde mir klar, dass sie mehr zu bieten hatten als ich, also änderte ich meinen Plan. Ich versuchte, mein Tempo bis zum Schluss zu halten und um die bestmögliche Platzierung zu kämpfen. Ich hatte einen schönen Kampf mit Gerloff und Bassani und bin vor ihnen ins Ziel gekommen – ein schönes Ergebnis, das Rennen in den letzten Runden so zu beenden.»
Mit Platz 7 endete das Superpole-Race am Sonntag für Vierge nicht viel schlechter und wieder brachte er das beste japanische Motorrad ins Ziel. Ein seltsamer Sturz in der vierten Runde des zweiten Laufs verhinderte jedoch ein besseres Finish als Platz 14.
«Dafür möchte ich mich entschuldigen, denn wir hatten für das zweite Rennen gutes Potenzial – wir haben seit gestern so hart gearbeitet, insbesondere für das lange Rennen», schilderte der Yamaha-Pilot. «Ich habe das Gefühl, dass wir stark waren und beim R1 etwas gefunden haben, das mir ermöglichte, mit der Spitzengruppe mitzuhalten. Die Tatsache, dass ich wirklich daran glaube, ist ein positiver Punkt. Aber als ich in Kurve 5 kam, fuhren alle etwas weit nach außen – Montella stürzte, aber ich wusste nicht genau, warum ich stürzte, denn ich war dort super vorsichtig, weil ich das Chaos gesehen hatte. Ich glaube, es war das einzige Mal während der Rennen, dass ich sanft in diese Kurve ging und dennoch die Front verlor.»
Vierge reihte sich als Letzter wieder ein und zeigte eine famose Aufholjagd. Seine Rundenzeiten waren auf dem Niveau der Ducati-Kundenpiloten Sam Lowes und Lorenzo Baldassarri, die Fünfter und Sechster wurden.
«Das war sehr schade, aber egal, denn jede Runde ist für uns super wichtig. Die erste Runde war schwierig, weil der Lenker nach unten verbogen war und ich die Hinterradbremse nicht richtig betätigen konnte, aber dann konnte ich vor allem in den letzten Runden ein starkes Tempo vorlegen, mich zurückkämpfen und zwei Punkte holen», erzählte Vierge. «Ich muss also das Positive aus diesem langen Rennen mitnehmen – und im Sprintrennen haben wir meiner Meinung nach ebenfalls solide Arbeit geleistet. Ich hatte einen starken Start und konnte mit den Jungs mithalten und als Siebter ins Ziel kommen – was zwar auch nicht das ist, was wir wollen, aber wir werden immer besser. Ich glaube, die R1, die ich im letzten Rennen hatte, war mein bisher bestes Gefühl, sie hat wirklich gut funktioniert – so werden wir in Assen starten.»
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