Diogo Moreira zu seinem Blitzstart: Ich wollte da bremsen, wo Marc bremst
MotoGP-Rookie Diogo Moreira lieferte im Sprintrennen in Mugello eine Talentprobe ab. Wie er den Raketenstart hinbekam, was er von Marquez und Acosta lernte und weshalb er plötzlich so schnell ist.
Am Freitag war Diogo Moreira im MotoGP-Zeittraining als Zehnter bester Honda-Pilot. Dass ihm der schnelle Mugello Circuit liegt, stellte der Rookie auch am Samstag unter Beweis. Im Qualifying stellte er seine RC213V auf Startplatz 8.
Im Sprintrennen legte der Brasilianer dann einen Raketenstart hin. Er überholte etliche Rivalen und fand sich nach der ersten Kurve auf Position 4 wieder. In der vierten Kurve schnappte sich der LCR-Honda-Pilot dann auch noch Champion Marc Marquez (Ducati Lenovo). Danach konnte sich Moreira bis zum Beginn der siebten Runde in den Top-5 halten. In Kurve 1 wurde er dann von Marc Marquez wieder überholt.
In den letzten Runden ging es für Moreira kontinuierlich nach hinten, die Ziellinie überquerte er schlussendlich als Zehnter. Dennoch lieferte der MotoGP-Neuling am Samstag in Mugello eine Talentprobe ab.
«Es war nicht so schlecht, ich habe es genossen», lächelte der 22-Jährige in der anschließenden Medienrunde. «Heute war mein Start perfekt. Ich war dabei und sagte zu mir: ‘Lass uns sehen, wo wir am Ende landen können.’ Es war eine unrealistische Position, denn wir kämpfen normalerweise um die Top-10. Am Ende musste ich meinen Vorderreifen schonen und ich war sanfter unterwegs. Es geht darum, die Rennen zu beenden und Erfahrungen zu sammeln.» Das was der Moto2-Weltmeister sagte, hörte sich sehr vernünftig und routiniert an.
Zu seinem Blitzstart meinte Moreira: «Ich erinnere mich, dass ich hinter Marc war. Ich dachte mir, dass ich bremse, wenn er bremst. Marco (Bezzecchi) hat etwas früher als alle anderen gebremst. Dann war ich hinter Marc und ich dachte mir, dass ich ihn überhole. Dann wollte ich sehen, was dabei herauskommt», schmunzelte er. «Es war gut, ich habe heute viel gelernt. Am Sonntag werden wir es etwas flüssiger angehen, denn es wird ein langes Rennen. Ich bin happy mit meinem Sprint.»
Was konnte Moreira lernen? «Ich lag hinter Marc, Pedro und Fermin. Ich konnte ihre Linien studieren und sehen, wie sie bremsen», gab er zu verstehen. «In der ersten Runde habe ich vielleicht etwas zu sehr gepusht, deshalb musste ich danach zurückstecken – ich war mit dem Vorderreifen am Limit. Ich muss lernen und pushen!»
Weshalb ist er in Mugello im Vergleich zu den anderen Honda-Piloten so schnell? «Wir hatten einen guten Barcelona-Test, wo wir etwas Neues ausprobiert haben», erklärte Moreira. «Es fällt mir jetzt leichter, das Motorrad zu fahren. Es geht dabei um das Setup und die Position auf dem Bike. An diesem Wochenende war ich bei der Zeitenjagd schnell und ich habe alles zusammenbekommen, um im Qualifying dabei zu sein. Wenn du vorne startest, ist alles einfacher.»
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