Marc Marquez nach Mugello-Sprint: «Die Pace ist da – Konstanz noch nicht»
Nur drei Wochen nach seiner Doppeloperation gab Marc Marquez in Mugello sein Comeback in der MotoGP. Im Sprint wurde er Fünfter. Die Geschwindigkeitsrekorde stimmen ihn nachdenklich.
Im MotoGP-Sprint lieferte Marc Marquez (Ducati) einen blitzartigen Start hin und führte von Startposition 4 aus kommend kurz das Rennen an. «Das war wie ein Déjà-vu von 2025», grinste er nach dem Sprint. Was bleibt: Die Erkenntnis, dass er weiterhin schnell fahren kann. «Die Pace ist da, ich weiß, wie man Motorrad fährt. Aber wenn du Geschwindigkeit ohne Kontrolle hast, kannst du nicht konstant sein», ließ er durchblicken und will daran in den kommenden Wochen arbeiten.
Marquez-Comeback drei Wochen nach der Doppeloperation ist eine Herausforderung
Im Sprint von Le Mans hatte sich Marquez den fünften Mittelfußknochen rechts gebrochen. Die anschließende Doppeloperation umfasste neben der Fraktur-Stabilisierung auch einen Eingriff an der Schulter: Die Ärzte entfernten zwei Schrauben und ein Knochenfragment, das den Radialnerv komprimierte. Er verpasste das Barcelona-Wochenende. Das Ducati-Lenovo-Team gab die Rückkehr am Dienstag bekannt.
Der körperliche Zustand ist noch nicht optimal. Auf einer einzelnen schnellen Runde funktioniert es. In der Renndistanz fehle ihm aber Energie. «Im Training fuhr ich vier, fünf Runden am Stück und habe gemerkt, dass ich zu kämpfen hatte. Ich habe im Sprint versucht, mein 100-Prozent-Niveau zu erreichen, aber nicht darüber hinauszugehen. Denn was ich in der Anfangsphase gewinne, verliere ich am Ende wieder. Ich bin noch nicht in der Lage, alle Runden gleichmäßig auf hohem Niveau zu fahren.»
Fast 370 km/h Top-Speed: Marquez wartet auf die 850-ccm-Ära
Der Weltmeister spürt auch Fortschritte bei der Genesung seines Nervs, was er anhand seiner Schreibform spürt. «Das klingt wie ein Witz, aber in den letzten Rennen vor Le Mans war ich nach dem Zieleinlauf nicht mehr in der Lage, auf Papier zu schreiben, weil meine Hand so gezittert hat.» Nach dem Sprint habe er Notizen schreiben können, was er positiv bewertete.
Zum Staunen brachte ihn der Top-Speed. Auf die Frage, ob er sich beim Start seiner MotoGP-Karriere 2013 je Geschwindigkeiten von fast 370 km/h hätte vorstellen können, sagte er: «Nein. Zum Glück werden wir nächstes Jahr etwas langsamer», und deutete damit auf die kommende 850-ccm-Ära hin. Den Windschatten-Effekt spürte er im Sprint am eigenen Leib: Als er Moreira überholte, wurden beide Fahrer vom Sog erfasst, beide mussten am Ende der Geraden weit gehen.
Für das kommende 23-Runden-Rennen ist er bescheiden. Er stellte fest, dass Fermin Aldeguer und Francesco Bagnaia in dieser Phase der Saison die schnelleren Ducati-Piloten seien. In der WM-Tabelle bleibt Marquez mit 62 Punkten WM-Neunter – der Rückstand auf das Aprilia-Spitzenduo Marco Bezzecchi und Jorge Martin ist nach dem Sprint weiter gewachsen.
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