Yamaha muss Beweise liefern: Sonst keine Unterschrift
Seit dem Weggang von Toprak Razgatlioglu ist Andrea Locatelli bei Yamaha in der Superbike-WM die unangefochtene Nummer 1. Beide wollen über 2024 hinaus zusammen weitermachen, doch der Italiener zögert.
Weil er nach seinem Titelgewinn 2021 mit dem schwachbrüstigen Yamaha-Motor 2022 und 2023 gegen Ducati-Star Alvaro Bautista mit stumpfen Waffen kämpfte, flüchtete Toprak Razgatlioglu zu BMW. Dort gewann der Türke zum ersten Mal in 101 Jahren Firmengeschichte einen Titel für den deutschen Hersteller in einer Motorrad-Solo-Weltmeisterschaft. Bei Yamaha hatte er eine elfjährige Durststrecke beendet und für den ersten Triumph seit Ben Spies 2009 gesorgt, den zweiten insgesamt in der 1988 ins Leben gerufenen Superbike-WM.
Für Yamaha war der Weggang von Razgatlioglu ein Schock, in Rekordweltmeister Jonathan Rea wurde der vermeintlich bestmögliche Ersatz gefunden. Doch der Nordire strauchelte in seiner ersten Saison mit der R1 gewaltig, schaffte es nur einmal im Sprint in Donington Park als Dritter aufs Podium und stürzte in den Niederungen der WM-Wertung bis auf Position 13 ab.
Während Rea schwächelte, emanzipierte sich Locatelli zunehmend, übernahm Verantwortung und die Führungsrolle bei der japanischen Marke mit den drei Stimmgabeln im Logo.
Der aktuelle Vertrag zwischen Yamaha und Locatelli endet nach dieser Saison, beide Parteien versichern, dass sie miteinander weitermachen und eine Übereinkunft für 2025 und 2026 erzielen wollen.
"
Locatelli schaut sich auch an, was die Mitbewerber zu bieten haben – Bimota, Honda und Kawasaki suchen für nächste Saison schnelle Fahrer. Sollte Razgatlioglu BMW verlassen und in die MotoGP-WM wechseln, braucht die Propellermarke Ersatz.
Schaut man sich die Ergebnisse der Saison 2025 an, sind lediglich vereinzelte Ducati Panigale V4R sowie die BMW mit Razgatlioglu im Sattel Locatelli auf der Yamaha einen Schritt voraus.
Will sich "Loka" maschinell verbessern, wäre nur der Wechsel zu Ducati ein Fortschritt. Aber im Ducati-Werksteam wird er nicht unterkommen,
"Ich möchte mit Yamaha weitermachen, sofern sie sich weiter bemühen und einen Schritt machen, damit wir vorn dabei sind", unterstrich Locatelli im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com. "Ich möchte glauben, dass es so sein wird. Yamaha ist eine große Firma, keine kleine oder ein Neuling – wir reden von Yamaha! Es gibt viel, was dafürspricht,
"Wir wissen, dass dieses Motorrad gut funktioniert, in Australien, Portimao, Assen und Cremona war mehr als ein Fahrer mit ihm auf dem Podium", sagte Locatelli über die Ducati. "Es ist aber auch so, dass ich weiß, was ich habe, aber nicht weiß, was ich nicht habe. Ich kann etwas zurücklassen und dafür etwas anderes bekommen. Aber ohne es zu versuchen, werde ich nie wissen, woran ich bin. Manchmal möchte ich deshalb sofort für Yamaha unterschreiben, dann denke ich wieder, dass es besser ist zu warten. Um zu sehen, was die anderen Fahrer machen. Wenn du zwischen den Stühlen sitzt, willst du etwas finden. Wenn ich das Gefühl habe, dass sich mir eine gute Option bietet, dann werde ich mich schnell entscheiden. Ich muss herausfinden, ob es für mich besser ist mit Yamaha weiterzumachen, oder ob es sich lohnt, auf etwas anderes zu warten. Wir haben erst vier Events hinter uns, die Saison ist lang und uns werden sich noch viele Möglichkeiten bieten, aufs Podium zu fahren oder wieder zu siegen. Das ist eine schwierige Entscheidung für mich."
Mit seinem Sieg in Assen und drei Podestplätzen ist Locatelli mit 118 Punkten derzeit Vierter der Weltmeisterschaft. Pata-Teamkollege Jonathan Rea fiel die ersten drei Events verletzungsbedingt aus,
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach