Aleix Espargaro prophezeit: Mehr Fahrspaß und Zweikämpfe mit der 850er
Vielversprechende neue Ära: Honda-Testpilot Aleix Espargaro gibt spannende Einblicke in die MotoGP-Zukunft. Die neuen 850er-Bikes sollen leichter, aggressiver – und spektakulärer werden.
Noch weiß im MotoGP-Fahrerlager niemand genau, wie schnell die neuen 850er-Prototypen für die Saison 2027 tatsächlich sein werden. Klar ist bislang nur: Die Königsklasse steht vor einem gewaltigen Umbruch. Ab 2027 fährt die MotoGP mit kleineren 850er-Motoren, Reifen von Pirelli statt Michelin, leichteren Motorrädern und das alles ohne Ride-Height-Devices.
Honda-Testpilot Aleix Espargaro gehört zu den wenigen Fahrern, die bereits erste intensive Erfahrungen mit der neuen MotoGP-Generation sammeln konnten. Und der Spanier zeigte sich im Rahmen des Barcelona-Wochenendes begeistert vom Charakter der Honda RC214V.
Espargaro über 850er: Mehr Fahrspaß und bessere Rennen
«Die Motorräder machen richtig viel Spaß», schwärmte Espargaro bei MotoGP.com. «Die Fahrer werden es richtig genießen, mehr als mit den aktuellen 1000ern.»
Vor allem die Kombination aus geringerem Gewicht, weniger Drehmoment und den neuen Pirelli-Reifen verändert das Fahrgefühl offenbar deutlich. «Die Pirelli-Reifen haben wahnsinnig viel Grip. Und mit weniger Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen kann man aggressiver durch die Kurven fahren», erklärte der ehemalige Aprilia-Werkspilot.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist das geringere Gewicht der Motorräder. Laut Espargaro macht sich das vor allem bei schnellen Richtungswechseln bemerkbar. «Die Motorräder sind gut zehn Kilogramm leichter. Bei Richtungswechseln ist es fantastisch», berichtete der Honda-Testfahrer begeistert.
Der Spanier glaubt deshalb, dass sowohl die Fahrer als auch die Fans von den neuen 850ern profitieren werden. «Ich erwarte auch, dass die Fans die Rennen mehr genießen, weil es mehr Kämpfe geben wird.»
Rundenzeiten: 850er gar nicht so viel langsamer?
Interessant ist zudem Espargaros Einschätzung zu den möglichen Rundenzeiten der neuen Generation. Viele Beobachter rechnen damit, dass die kleineren Motorräder deutlich langsamer sein werden als die aktuellen 1000er-Prototypen. Laut Espargaro könnte der Unterschied jedoch überraschend gering ausfallen.
«Wir haben die 1000er mit der 850er verglichen und sie sind näher beieinander, als manche denken», verriet der Spanier, der beim Test mit der neuen RC214V aber auch schon negative Erfahrungen machen musste. Anfang April stürzte Espargaro bei einem Test in Sepang schwer und zog sich mehrere Verletzungen zu. Der Honda-Testpilot sprach in Barcelona offen über den Unfall: «Es war vermutlich der schlimmste Sturz meiner Karriere. Ich brach mir vier Wirbel», erklärte der 36-Jährige.
Noch immer befindet sich Espargaro in der Reha. Dennoch hofft er, bald wieder an der Entwicklung der Honda RC214V mitarbeiten zu können. «Ich benötige noch ein paar Monate für die Genesung, doch ich hoffe, dass ich Ende Sommer wieder testen kann, wenn der neue 850er-Prototyp aus Japan kommt.»
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