ADAC Supercross Cup: Maxime Desprey (Yamaha) ist «König von Deutschland»
Was sich am Stuttgarter Supercross-Freitag bereits angedeutet hatte, wurde am Samstagabend bestätigt. Maxime Desprey wurde seiner Favoritenrolle gerecht und erstmals in Deutschland ein «SX-König».
Nach der Absage der Franzosen Gregory Aranda und Cedric Soubeyras sowie dem frühen verletzungsbedingten Ausscheiden von Jordi Tixier nach einem Sturz im ersten Freitagtraining der Top-Klasse SX1, galt deren Landsmann Maxime Desprey als Top-Favorit für das 42. ADAC Supercross Stuttgart. Dieser dadurch weniger steilen These gab der 33-Jährige vom Sturm Racing Team am ersten Abend des neuen deutschen SX-Winters mit einem klaren Finalsieg weitere Nahrung.
Wie am Vorabend war er der klare Trainingsschnellste und auch wieder souveräner Sieger seines Halbfinal-Quali-Rennens. Nachdem er im Finale über 18 lange Runden umgehend die Führung übernahm, war sehr wahrscheinlich, dass er auch dieses Rennen gewinnen würde. Da nächstes Wochenende das prestigeträchtige Supercross in Paris auf dem Programm steht und dieses für die französischen Supercrosser so ziemlich das wichtigste Event des Jahres darstellt, war auch nicht davon auszugehen, dass er irgendwelche Dummheiten machen würde. Den Speed, die Spitze zu halten, hatte er bei nun auch wieder freier Bahn ohnehin.
Hatte er am Freitagabend dem Zweitplatzierten Ryan Breece aus den USA über 14 Sekunden abgenommen, begnügte er sich diesmal mit zehn Sekunden Vorsprung auf seinen weiteren Landsmann Brice Maylin. Finaldritter wurde der weitere Franzose Adrian Escoffier vor Breece.
Nachdem Desprey in der Saison 2023/2024 sowohl im «Ländle» wie auch im deutschen SX-Tempel schlechthin, der Westfalenhalle, die SX2 gewinnen konnte und «Prinz von Stuttgart» sowie «Prinz von Dortmund» wurde, feierte er nun in der altehrwürdigen Hanns-Martin-Schleyer-Halle seinen ersten supercrossigen Königstitel in Deutschland. Natürlich war er darüber froh, gab gegenüber SPEEDWEEK.com aber auch unumwunden zu, dass er diesen lieber gegen die versammelte Konkurrenz errungen hätte.
«Es ist schön, erstmals die 450er-Klasse overall gewonnen zu haben und König von Stuttgart zu sein. Ich habe mich das ganze Wochenende gut gefühlt. Das Wichtigste war, keine Fehler zu machen. Auch wenn Aranda nicht hier war, kann ich nicht sagen, dass es leichter war zu gewinnen, denn es waren auch ohne ihn viele schnelle Fahrer da. Ich versuche mich immer zu verbessern. Und ja, es hat gut geklappt.»
Hinsichtlich des Supercross in Paris war es auch wichtig, gesund durchs Stuttgart-Wochenende zu kommen. Dazu meinte er: «Wenn ich auf dem Bike sitze, gebe ich natürlich mein Bestes. Aber ich hatte alles unter Kontrolle. Ich denke, ich war sehr schnell, aber nicht über dem Limit. Das ist mein Riding Style, den ich wieder durchgezogen habe.»
Bei dieser Gelegenheit verkündete er auch, dass Paris sein letztes Rennen auf einer Yamaha sein wird. «Nächstes Jahr, und somit auch in Dortmund, werde ich Triumph fahren.»
Neben den beiden Tagessiegen von Maxime Desprey, gab es auch bei Nico Koch eine Duplizität der Ereignisse – allerdings in negativem Sinn. Erneut markierte er in seiner Trainingsgruppe B die Bestzeit und zog mit diesmal Platz zwei in seinem Quali-Race wieder souverän ins Finale ein. Ebenso wie am Vortag ruinierte er gleich zu Beginn des Main Events sein Rennen mit einem kleinen, aber folgenschweren Fehler. Wieder hechelte er dem Feld hinterher und zeigte neben einer kämpferisch starken Leistung auch eine beeindruckende Pace. Beleg dafür war, dass es Desprey schwer hatte, den zur Überrundung anstehenden Braunschweiger einzuholen. Seine Aufholjagd beendete er diesmal auf dem versöhnlichen siebenten Platz.
In der SX2 gewann am Samstag der US-Boy Jesson Turner das Finale vorm Sieger des Vortages, Jules Pietre. Damit hatte sich der kleine Franzose, wie vor Jahresfrist, den Stuttgarter Prinzentitel gesichert.
Noah Ludwig struggelte im SX2-Finale ebenfalls gleich zu Beginn, und zwar in der «Sarholz-KTM-Kurve», die an diesem Wochenende Nico Koch sowie weiteren Piloten des Westerwalder Rennteams zum Verhängnis wurde.
SX1 Stuttgart, Ergebnis Samstag:
Maxime Desprey (F), Yamaha
Brice Maylin (F), Yamaha
Adrien Escoffier (F), Yamaha
Ryan Breece (USA), Honda
Henry Miller (USA), Honda
Calvin Fonvieille (F), KTM
Nico Koch (D), KTM
Lucas Imbert (F), Honda
Tom Guyon (F), Triumph
Kyle Chisholm (USA), Kawasaki
Jeremy Hand (USA), KTM
DNS: Charles Lefrancois (F), Suzuki
Gesamtwertung 'König von Stuttgart'
Maxime Desprey (F), Yamaha, 1-1
Ryan Breece (USA), Honda, 2-4
Adrien Escoffier (F), Yamaha, 5-3
Calvin Fonvieille (F), KTM, 4-6
Brice Maylin (F), Yamaha, 11-2
Henry Miller (USA), Honda, 7-5
Lucas Imbert (F), Honda, 6-8
Nico Koch (D), KTM, 10-7
Jeremy Hand (USA), KTM, 9-11
Mitchell Harrison (USA), Kawasaki, 3-0
Marshal Weltin (USA), Kawasaki, 8-0
Tom Guyon (F), Triumph, 0-9
Kyle Chisholm (USA), Kawasaki, 0-10
Ludovic Macler (F), Honda, 12-0
Charles Lefrancois (F), Suzuki, 0-0
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