Albert Arenas überrascht: «Moto2- und Supersport-Bike sind sehr ähnlich»
Vom reinrassigen Prototyp zum seriennahen Supersport-Bike: WM-Leader Albert Arenas erklärt, warum die Umstellung zur Yamaha R9 kleiner ausfiel als erwartet und wo er den größten Unterschied spürt.
Der Wechsel aus dem Grand-Prix-Fahrerlager in die Supersport-WM hätte für Albert Arenas kaum besser verlaufen können. Nach einigen durchwachsenen Jahren auf Moto2-Prototypen stieg der Moto3-Weltmeister von 2020 im vergangenen Winter auf eine serienbasierte Supersport-Maschine um. Anpassungsprobleme sind beim Spanier kaum zu erkennen.
Arenas ging mit einem komfortablen Vorsprung von 82 Punkten auf ZX-Moto-Pilot Valentin Debise in die Sommerpause und befindet sich damit klar auf WM-Kurs. Sollte er den Titel gewinnen, würde er in die Fußstapfen von Sandro Cortese treten: Der Deutsche wurde 2012 Moto3-Weltmeister und sicherte sich 2018 auch die Krone in der Supersport-WM.
Moto2: Deutlich höhere Kosten, aber kaum mehr Performance
Doch wie groß ist der Unterschied zwischen den Prototypen aus der Moto2-WM und den seriennahen Motorrädern der Supersport-Kategorie tatsächlich? Laut Arenas deutlich kleiner, als Außenstehende vermuten könnten.
«Natürlich kann man sie als seriennah oder als Prototypen bezeichnen, aber am Ende sind es Motorräder – und sie sind wirklich leistungsfähig», erklärte Arenas. Entscheidend sei für ihn weniger das grundsätzliche Konzept des Motorrads. «Am Ende geht es um die Geschwindigkeit, die man hat, und um das Gefühl beim Fahren.»
Der Spanier machte bei seiner Umstellung sogar eine überraschende Feststellung. «Am Ende sind sich die Motorräder sehr ähnlich. Man wäre überrascht, wenn man beide ausprobieren könnte», versicherte der WM-Leader.
Steife Moto2-Rahmen: Wo der Unterschied spürbar ist
Den deutlichsten Unterschied spürt Arenas in schnellen Kurven. Dort macht sich die Konstruktion eines reinrassigen Rennprototyps bemerkbar. «In schnellen Kurven ist der Unterschied am größten, weil das Motorrad nicht so steif und stabil ist wie eine Moto2. Aber ansonsten sind sie sich wirklich sehr, sehr ähnlich.»
Mit einigen konstruktiven Veränderungen ließen sich die Konzepte nach Ansicht des 29-Jährigen sogar noch stärker annähern. «Wenn man den Tank und die Sitzposition ein wenig verändern würde, wäre es noch ähnlicher», meinte Arenas. Bei einigen Konkurrenzmodellen in der Supersport-WM seien bereits modernere Lösungen bei Tank, Schwinge und weiteren Komponenten zu erkennen.
Dass die Grenzen zwischen Grand-Prix-Prototyp und Supersport-Maschine teilweise fließend erscheinen, zeigt auch Triumph. Der britische Hersteller setzt in der Supersport-WM mit der Street Triple 765 RS auf die gleiche Motorenbasis, die auch hinter dem Einheitsmotor der Moto2-WM steckt.
Für Arenas spielt die technische Einordnung ohnehin eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist für ihn, wie sich sein aktuelles Arbeitsgerät auf der Rennstrecke präsentiert. «Das Motorrad funktioniert unglaublich gut und lässt sich sehr schön fahren», schwärmte der Spanier von der Yamaha R9.
Unterschiede gibt es unter anderem bei der Motorleistung. «Ich denke, die Leistung ist hier stärker reguliert. Wir haben weniger Drehzahl», erklärte Arenas. Seine Freude am Fahren schmälert das keineswegs: «Es macht Spaß. Ich konzentriere mich einfach auf das Fahren und genieße die Rennen, die Zweikämpfe und den Wettbewerb.»
Dass Arenas den Wechsel vom Prototypen auf ein seriennahes Motorrad derart problemlos gemeistert hat, lässt sich auch an der WM-Tabelle ablesen. Mit 82 Punkten Vorsprung geht der ehemalige Moto3-Weltmeister als klarer Titelfavorit in den entscheidenden Teil der Saison.
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