Freudenberg KTM blickt zurück: «Ab dann hatten wir keine Chance mehr»
Mit der Abschaffung der Supersport-WM 300 sind KTM und das Team Freudenberg aus dem Paddock der seriennahen Weltmeisterschaft verschwunden. Man hat eine wichtige Lehre aus dem Engagement gezogen.
Die älteren Superbike-Fans unter uns erinnern sich noch an die Superstock-Serien mit 600 und 1000 ccm, die die Superbike- und Supersport-Weltmeisterschaft einst flankierten. Die 600er wurde nach der Saison 2015 eingestellt – der letzte Champion war der zweifache Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu; der 1000er-Kategorie wurde 2018 mit Markus Reiterberger als Meister der Stecker gezogen.
Als Nachwuchserie im Rahmen der seriennahen Weltmeisterschaft wurde 2017 die Supersport-WM 300 etabliert; ab der zweiten Saison war KTM durch das Team Freudenberg vertreten. Mittlerweile ist auch diese Serie verschwunden, und mit ihr der Hersteller aus Österreich und das sächsische Team. Der WM-Einstieg ist nun in der Sportbike-WM möglich.
«Die Sportbike-Klasse ist schon der richtige Schritt», sagte Carsten Freudenberg im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach. «Das Alterslimit in nationalen Meisterschaften wurde angehoben, und einen 18-Jährigen auf eine 300er zu setzen, ist nicht mehr zeitgemäß. Auch für einen 16-Jährigen in der IDM sind diese Motorräder nicht mehr das Richtige. Hinsichtlich der Kosten ist es allerdings auch ein deutlicher Schritt nach oben gewesen und für die Nachwuchsarbeit ist das nachteilig.»
Weil KTM kein geeignetes Sportbike im Programm hat, engagiert sich Freudenberg mit Triumph in der Euro Moto. Eine Rückkehr ins WM-Paddock ist im kommenden Jahr denkbar, dann jedoch in der Supersport-Kategorie. Die dafür vorgesehene KTM 990 RC R wird derzeit entwickelt. Dann muss man sich auch mit der komplexen Balanceregel beschäftigen.
«Wir kennen das aus unserer ersten Saison der 300er-WM. KTM hat damals den besten Job gemacht, und nachdem wir die ersten Rennen in Aragon und Assen gewonnen haben, wurden wir bestraft», erinnert sich der Teamchef. «Wir haben damals mit KTM im Winter so hart gearbeitet und als Lohn werden wir um 1000/min beschnitten und mussten 8 kg Ballast montieren – ab dem Zeitpunkt hatten wir absolut keine Chance mehr. Man hat damals uns mit aller Macht beschnitten.»
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