Hattrick zum Greifen nah: Toyota-Youngster Pajari vor Sieg in Paraguay
Der Finne ist nur noch fünf Wertungsprüfungen von seinem dritten Rallye-WM-Lauf-Triumph in Folge entfernt. Hyundai-Pilot Adrien Fourmaux nach toller Aufholjagd vor dem Sprung auf`s Podest.
Mit einem Vorsprung vom 24,1 Sekunden geht Sami Pajeri vor dem verblüffend stark fahrenden Hyundai-Piloten Hayden Paddon in den Abschlusstag der Rallye Paraguay.
Der Toyota-Pilot startete mit einem Vorsprung von 11,9 Sekunden in den Samstag. Pajari baute seinen Vorsprung auf Paddon schon am Vormittag stetig aus, bevor er beim ersten Durchgang der WP-Hohenau die Streckenbegrenzung bei hohem Tempo streifte und dabei die obere Fläche des Heckflügels seines GR Yaris Rally1 abriss.
Der 24-Jährige erreichte den Mittagsservice trotzdem mit einem Vorsprung von 22,8 Sekunden. Er kontrollierte nach dem Austausch des beschädigten Aerodynamikteils die Rallye auch am Nachmittag weiterhin.
Ein Ausrutscher auf der Bella Vista-Prüfung sorgte für einen weiteren kurzen Schreckmoment. Gleichwohl war er dort immer noch schneller als Paddon unterwegs. Pajari behielt auch seine Souveränität, als das Reifenmanagement auf dem schwierigen Terrain zunehmend an Bedeutung gewann.
«Für mich ist diese Rallye eine andere Herausforderung als in Estland und Finnland. Jetzt geht es hier nur noch darum zu überleben», kommentierte Pajari.
Hayden Paddon liegt bei seinem ersten Rallye-WM-Schotter-Einsatz seit 2018 weiterhin souverän auf dem zweiten Platz.
Der Neuseeländer hatte Mühe, den Rhythmus wiederzufinden, der ihn am Freitag zwischenzeitlich an die Spitze gebracht hatte. Der Hyundai-Teilzeifahrer konzentrierte sich jedoch zunehmend darauf, die Reifen zu schonen und einfach Probleme zu vermeiden.
Der Kiwi beendete den Samstag mit einem Vorsprung von 32,2 Sekunden auf Evans.
Adrien Fourmaux gelang ein großer Zeitensprung nach vorne. Der Hyundai-Pilot holte sich bei seiner fulminanten Aufholjagd gleich fünf WP-Bestzeiten. Der Franzose verkürzte den Rückstand auf den drittplazierten Elfyn Evans, der zu Beginn des Tages noch mehr als 55 Sekunden betrug, auf nur noch 3,3 Sekunden.
Am Vormittag gewann Fourmaux die Wertungsprüfungen Bella Vista Sur und Hohenau, bevor er am Nachmittag drei weitere WP-Siege in Folge verbuchte.
WM-Spitzenreiter Evans konzentrierte sich weiterhin darauf, unnötige Risiken bei einer Rallye zu vermeiden, die bereits viele der führenden Teams hart getroffen hat.
«Um ehrlich zu sein, hat Adrien eine ganz andere Rallye gefahren als alle anderen. Er setzt einfach alles auf eine Karte», meinte Elfyn Evans.
Hinter ihnen entwickelte sich ein weiterer enger Kampf. Oliver Solberg kletterte auf den fünften Platz, nachdem Josh McErlean auf der letzten Wertungsprüfung ins Schleudern geraten war und eine Werbetafel am Streckenrand umgerissen hatte.
Lokalhero Diego Domínguez (Toyota) hält weiterhin die paraguayische Flagge sehr hoch - er liegt auf dem siebten Gesamtrang und führt die WRC2 an. M-Sport-Pilot Jon Armstrong liegt auf Platz acht, während die WRC2-Rivalen Gus Greensmith und Fau Zaldivar (beide Toyota) die Top 10 vervollständigen.
Bei der zum Tagesabschluss bei kniffligen Bedingungen gefahrenen Superspezialprüfung Encarnacion Costanera fuhr Takumoto Katsuta (Toyota) die Bestzeit.
Da starker Regen vorhergesagt war, gingen die Teams für Samstag von dramatisch anderen Bedingungen als am Freitag aus. Mehrere Piloten entschieden sich für weichere, auf Nässe ausgerichtete Setup-Einstellungen. Stattdessen offenbarten sich die Wertungsprüfungen größtenteils trocken, aber auch rutschig.
Die entscheidende Abschlussetappe am Sonntag umfasst fünf Wertungsprüfungen mit 68,16 Wertungskilometern.
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